59 Nummern zählt der Faschingsumzug, der sich am Rosenmontag durch Neudorf schlängelt. Im Vordergrund ist die 1. Neudorfer Hexenzunft „Grießknopf-Schinosen“ zu sehen.
59 Nummern zählt der Fastnachtsumzug, der sich am Rosenmontag durch Neudorf schlängelt. Im Vordergrund ist die 1. Neudorfer Hexenzunft „Grießknopf-Schinosen“ zu sehen. | Foto: Natalie Nees

Umzug in Graben-Neudorf

Disco-Nebel in den Häuserschluchten

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Von Natalie Nees

„Ohne Kölle ist alles doof“: Die Gruppe „Fünfte Jahreszeit“ der gastgebenden Neudorfer Karnevalsgesellschaft (NeuKaGe) bringt es auf den Punkt. Ein Jeck ohne Fasnachtstreiben kann und will nicht existieren – Prunksitzungen, Rathausstürme, abenteuerliche Verkleidungen und ausgelassene Schunkelrunden sind ein Muss. So ist der Rosenmontagsumzug im Neudorfer Ortskern mit 1 500 Teilnehmern ein echtes Lebenselixier für alle Aktiven in ihren Fußgruppen oder hoch auf den Wagen.

Der Fastnachtsumzug zählt 59 Nummern

Schon eine gute Stunde,  bevor der  59 Nummern zählende Fastnachtsumzug offiziell beginnt, herrscht in Neudorf auch ohne Kurdenmarsch Ausnahmezustand. Die innerörtlichen Straßen sind für Autos gesperrt, eine Menge kunterbunt gewandeter Jecken pilgert fußläufig und zumeist in Gruppen zum Ortskern. Die Anwohner haben sich entweder verkrümelt oder – was die Überzahl zu sein scheint – feiern fröhlich mit, haben die Autos in ihren Einfahrten geparkt und als Extra-Schmankerl zum Teil ihre Häuser mit Ballons und Girlanden geschmückt.
Es ist unglaublich viel los, soweit das Auge reicht sind Menschenmassen zu sehen. Umso erfreulicher, dass die Ordnungshüter, die natürlich verstärkt präsent sind, „keine groben Ausfälle“ vermelden – zumindest bis in die gestrigen Nachmittagsstunden.

Die „Santa Narria“ führt den Fastnachtsumzug an

Prunkvoll mit ihrer „Santa Narria“ führt die NeuKaGe, angeleitet von Zugmarschall Tim Poppelreiter und unterstützt von Bürgermeister Christian Eheim sowie geschmückt mit dem Prinzenpaar Nadine und Matthias Heilig sowie dem Kinderprinzenpaar Mia und Enrico, den Narrenwurm an. Befreundete Vereine wie die Bruchsaler und die Hambrücker Narren zeigen ebenfalls ihre prächtigen Umzugswagen her. Aus fast vier Metern Höhe fliegen in hohem Bogen Puffreispäckchen, Salzbrezeln und die obligatorischen Kamellen ins Narrenvolk.

Krummnasen und Teufelspack

Im lauten Gewusel tummeln sich verschiedene Krummnasen mit Besen, verlottertes Teufelspack und „Belzbuwe“: Die „Grobacher Hexen“ sind schaurig-schön anzuschauen und natürlich ist es Ehrensache, dass die „1. Neudorfer Hexenzunft Grießknopf-Schinosen“ als Publikumsliebling besonderen Applaus bekommt. Bei moderaten neun Grad über Null ist gegen 15 Uhr die Straßenfastnacht in Neudorf in vollem Gang. Disco-Nebelschwaden sammeln sich in den Häuserschluchten. „Hulapalu“ kämpft aus den Lautsprechern der bestens gelaunten „Hambrigger Housemeister“ tapfer gegen jetzt schon legendäre Ohrwürmer wie „Johnny Däpp“, „Radler ist kein Alkohol“ und „Biste braun, kriegste Frau’n“ an.
Die örtlichen „Clownskepf Grawe“ sind fast das Schlusslicht des Zuges und ein echter Hingucker: Kevin Oberheim und seine Crew haben sich in diesem Jahr den „Achtzigern“ verschrieben samt Neonfarben, Vokuhila und einem extra folierten Bus mit Michael-Jackson-Konterfei.