Bild der Zerstörung: Die Überreste in der Grabener Sofienstraße am Tag nach dem verheerenden Brand. Die Feuerwehr wird noch tagelang beschäftigt sein.
Bild der Zerstörung: Die Überreste in der Grabener Sofienstraße am Tag nach dem verheerenden Brand. Die Feuerwehr wird noch tagelang beschäftigt sein. | Foto: Gamer

Aufräumarbeiten schwierig

Feuer in Graben: 1,5 Millionen Schaden, verletzte Helfer und noch viel zu tun

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„Das wird eine langwierige Sache“, sagt Graben-Neudorfs stellvertretender Feuerwehr-Kommandant Horst Blank. Er hat am Mittwoch, also am Tag nach dem Flammeninferno in der Sofienstraße, bei dem – wie berichtet – im alten und dicht bebauten Grabener Ortskern vier Scheunen von den Flammen zerstört worden sind, Kommandant Hans-Peter Hoffmann bei der Einsatzleitung abgelöst.

In Zusammenarbeit mit unserem Mitarbeiter Rudolf Gamer

„Unsere Personalplanung geht bis Sonntag, so lange werden wir rund um die Uhr vor Ort sein und auch das Feuerwehrhaus bleibt besetzt“, verdeutlicht Blank. Unterstützt werde man weiter vom DRK Graben-Neudorf unter der Leitung von Christian und Susen Eßwein. Das hat die Verpflegung der Einsatzkräfte übernommen und steht im Bedarfsfall für Hilfe bereit.

Einsatz dauert an: Nach dem Großbrand im alten Grabener Ortskern sind die Löscharbeiten noch nicht abgeschlossen und die Feuerwehr bezieht weiter Brandwache. Im rückwärtigen Bereich der Sofienstraße wurden vier Scheunen zerstört. | Foto: Manfred Spitz

Brandursache weiter unklar

Nach wie vor im Dunkeln liegt die Ursache des Großbrandes. Fast so schnell wie in der Sofienstraße die Flammen breitetet sich am Donnerstag in den sozialen Netzwerken ein in der ZDF-Sendung „Drehscheibe“ gesendeter Beitrag über den Grabener Brand aus. Da hieß es: „Die Brandermittler gehen inzwischen dem Verdacht der Brandstiftung nach.“ Die Pressestelle der Polizeidirektion Karlsruhe wollte dies nicht bestätigen. Ob fahrlässig oder vorsätzlich, es gebe noch keine Erkenntnisse, hieß es auf BNN-Anfrage.

Experte begeht Brandruinen

Kriminaltechniker aus Bruchsal haben den Brandort in Augenschein genommen, doch es darf so lange nichts verändert oder mit den Aufräumarbeiten begonnen werden, bis auch ein Sachverständiger der Versicherung die verkohlten Überreste der Brandruinen inspiziert hat. Das sollte an diesem Donnerstag geschehen, verdeutlichte Bürgermeister Christian Eheim. Er bestätigte auch, dass im nahen evangelischen Kindergarten zunächst Fenster und Türen geschlossen bleiben und die Jungs und Mädchen „drinnen bleiben mussten“. Eheim: „Um auf Nummer sicher zu gehen.“

Auch am Tag nach dem Feuer: Brandgeruch und Glutnester

Auch am Tag nach dem Feuerinferno in der Grabener Sofienstraße ist die Luft noch immer stickig, der Brandgeruch noch immer von weitem wahrnehmbar. Die Feuerwehrfahrzeuge stehen auf der Straße, Schläuche führen in die Anwesen. Rauchschwaden steigen auf. Glutnester halten sich hartnäckig zwischen eingestürzten Scheunen und in den Himmel ragenden verkohlten Balken. Mit der Feuerwehr wurde vom THW Dettenheim ein Öltank gesichert und ein Balkon an einem Nachbargebäude abgestützt. „Eine 120 Quadratmeter große Scheune ist eineinhalb Meter hoch voll mit Stroh und Heu, das muss alles raus und auseinander gezogen werden“, verdeutlicht Horst Blank, was da noch auf die Einsatzkräfte zukommen wird.

Glutnester in Strohballen

Am Donnerstag kämpften die Einsatzkräfte immer noch mit Glutnestern in Strohballen.  Das Stroh ist so fest gepresst, dass kein Wasser durchkommt. „Die Nester lassen wir kontrolliert abbrennen“, erklärte Stefanie Hoffmann, Pressesprecherin der Freiwilligen Feuerwehr Graben-Neudorf.

Rauchentwicklung bei Nachlöscharbeiten

Nachdem am Donnerstag nach der Kriminaltechnik auch ein Versicherungsgutachter am Brandort war, konnte ein Bagger eingesetzt werden. „Damit wurde ein zerstörter Traktor, eine Ballenpresse und Material aus der Scheune geholt, außerdem damit begonnen, die Strohballen auseinander zu ziehen“, so Hoffmann weiter. Weil es dabei nochmals zu verstärkter Rauchentwicklung kommen kann, forderten Gemeinde und Feuerwehr die Anwohner auf, Türen und Fenster weiter geschlossen zu halten. Der Brandschutt werde dann von einer Spezialfirma entsorgt, die Feuerwehr leistet dabei Brandschutz.

1,5 Millionen Schaden und sechs verletzte Helfer

Der entstandene Sachschaden wird von der Polizei inzwischen auf etwa 1,5 Millionen Euro geschätzt. Hinweise zum Brandhergang gebe es noch keine, heißt es auf Anfrage. Erhöht hat sich die Zahl der leicht verletzten Feuerwehrleute auf sechs.

Lob für die Helfer vom Bürgermeister

Bürgermeister Eheim lobte die „Hilfsbereitschaft im Ort“ und die „starke Leistung der Wehren: Nach einer anfangs dramatischen Lage wurden alle strategischen Ziele erreicht. Die vier Scheunen waren verloren, weitere Gebäude wurden aber gerettet.“ Auf Facebook schreibt er weiter: „Für die große Courage die wir an so vielen Stellen erleben durften, können wir alle dankbar sein.“