Laura Pranner (rechts) führt die Gruppe an. Ganz links Manuela Soylu mit ihrem Sohn Baris. Der rund dreiviertelstündige Ausritt führte in den nahegelegenen Wald. | Foto: Waidelich

Facebook-Aktion für Kinder

Freude auf der Pfinzgau-Ranch

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Mit Weihnachtsgeschenken tut sich in einer Zeit der Fülle so mancher schwer. Zeit zu schenken wird oft gar als eines der wertvollsten Geschenke betrachtet. Tanja Ammon und ihr Mann Gerhard Tallafuß haben dem eine besondere Note abgewonnen. „Kindernachmittag – wir verschenken Zeit mit Pferden“ heißt ihr Angebot, mit dem sie sich vor Weihnachten einer Facebook-Bewegung angeschlossen haben.

Die Pferdenarren wollten Kindern die Möglichkeit verschaffen, „mal zu sehen, wie Pferde so leben, die den ganzen Tag selbst im Winter draußen verbringen“, schildert Tanja Ammon ihre Motivation. Laura Pranner, die ihren „Joe“ bei den Pranners einstellt, schließt sich ihr nahtlos an. Sie will mit der „schönen Idee“ ein wenig von ihren Jugenderfahrungen weitergeben, als sie noch selbst vom eigenen Pferd geträumt habe.

Aufruf in Facebook-Gruppe

Voriges Jahr schon wollte das Trio sich eigentlich an der Facebook-Aktion beteiligen. Doch mit dem notwendigen Urlaub klappte es damals nicht. Dieses Jahr konnten sie endlich einen entsprechenden Aufruf an die Eltern in der Facebook-Pfinztal-Gruppe platzieren. Kinder, die Lust auf Kontakt mit Pferden und einen kleinen Ausritt hatten, konnten sich bei ihnen melden. Drei Familien interessierten sich und durften mit ihrem Nachwuchs auf der „Pfinzgauranch“ antreten. Am Hirschtalweg, am Rand der Söllinger Bebauung, warteten der sechsjährige Noriker „Willi“, das elfjährige Quarterhorse „Joe“ und der 24-jährige Methusalem „Amor“, drei gutmütige und kinderliebe Wallache, wie gemacht für solch umtriebige Aufgaben, bei denen Kinderlachen und viel Bewegung außen rum stattfindet.

„Ach, ist das kuschelig“

Eine gewisse Gefahr gehe immer vom Fluchttier Pferd aus, das ganz besonders leicht und unerwartet erschrecken könne, warnt die Ranchbesitzerin die Kleinen und ihre Eltern, ehe es mit Kardätsche, Kratzer und Bürste ans Striegeln, Kämmen und das Reinigen der Hufe geht. Dabei entsteht so mancher innige Kontakt zwischen Kind und Tier. „Ach, ist das kuschelig“, strahlt der vierjährige Baris, als er „Willi“ sanft übers Fell streicht, während seine Schwester Cansu sich mit der Bürste an „Willi“ zu schaffen macht.
„Meine Tochter liebt Pferde und Einhörner über alles“, sagt Mama Manuela. Immer wieder habe sich Cansu Kontakt zu Pferden gewünscht, nachdem sie in der Türkei schon mal geritten sei. Ganz ähnlich ist es bei dem fünfjährigen Ali. Wenn er Zeichentrickfilme aussuchen durfte, dann immer Zeichentrick mit Pferden, erklärt Papa Hüseyin Sünbül.

Wie bei ihnen, hat auch bei der Walzbachtaler Familie Eisen die Mama das Facebook-Angebot entdeckt. „Ein schöne Weihnachtsgeschenk“ freuen sich Kaya-Joy und Lucas-Julian, die den großen Bruder Pascal und die Oma Ingrid Faust als Begleitschutz mitbrachten. Das gilt selbst dann noch, als die vier sich nach der Striegel-Einheit bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zusammen mit den Anderen auf einen ausgiebigen, begleiteten Ausritt aufmachen.

Von unserem Mitarbeiter Arnd Waidelich