Das Restaurant „Insel Rott am Rhein“ profitiert von auswärtigen Gästen. In den Ferien kommen diese vermehrt. Ältere Stammgäste kommen nach und nach wieder.
Das Restaurant „Insel Rott am Rhein“ profitiert von auswärtigen Gästen. In den Ferien kommen diese vermehrt. Ältere Stammgäste kommen nach und nach wieder. | Foto: Werner

Luftholen nach Durststrecke

Gästeverkehr auf der Insel Rott zieht nach Ende der Brückenschließung wieder an

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Das gastronomische Gästeaufkommen auf der Hochstetter Insel Rott hat das Niveau von Zeiten vor den Brückenschließungen im Juli 2018 noch nicht erreicht. Seit vor 14 Tagen mit der Drehbrücke das zweite sanierte Zufahrtsbauwerk wieder für den Fahrzeugverkehr freigegeben wurde, zieht es an. Vor allem das Restaurant „Insel Rott am Rhein“ profitiert davon und derzeit wie stets in den Ferien von auswärtigen Ausflüglern.

Von unserem Mitarbeiter Alexander Werner

Vermehrt komme jetzt Stammpublikum wieder, berichtet Cordula Roth. Gegenüber im Fischerheim sah es am Wochenende noch recht mau aus. Es gehe etwas besser, aber langsam voran, erläuterte Betreiber Tola Duong. Viele Leute wüssten noch nicht, dass beide Brücken wieder offen sind.

Gerhard und Christa Foss haben es sich auf der Seeterrasse gemütlich gemacht. Seit den 1960er Jahren besuchten sie das Fischerheim. Nur in den drei Monaten der Vollsperrung seien sie nicht gekommen, zuvor extra häufiger und überwiegend ins Fischerheim, erzählen die Hochstetter. Sie hätten wie andere Leute bewusst beide Lokale in der schweren Zeit unterstützen wollen, in der die Insel nur noch zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar war.

Unkomplizierte Besuche mit dem Rad während der Brückenschließung

Als Radler erlebten Barbara und Arnold Glassner aus Linkenheim die vergangenen Monate bei gelegentlichen Besuchen entspannt und unbeeinträchtigt. Auch die komplette Brückenschließung sei für die kein Problem gewesen. Da hätten sie den Leinpfad am Rhein genommen.

Für Manfred Marienhagen und Ria Weber gestaltete sich die Lage ebenso unkompliziert. Sie legten die Strecke von Karlsruhe-Rüppurr komplett mit dem Rad zurück. Nur während der Vollsperrung machten Karin und Gerhard Bogs eine Pause. Zuvor kamen sie ein paar Mal zu Fuß über die Brücken. Seit Jahren kehren die Karlsruher vor allem im Fischerheim ein. Die Insel sei ein wichtiges Ausflugsziel, betonen sie. Angesichts der Monate mit Umsatzeinbrüchen hätten sie befürchtet, dass die beiden Lokale nicht überleben würden.

BNN-Leser gut informiert

Im benachbarten Restaurant war ab der Öffnung zu Mittag deutlich mehr los. Wie sich zeigte, waren viele Gäste als Leser unterschiedlicher BNN-Ausgaben gut über das zurücklegende Geschehen informiert.

Berta und Eugen Dutzi aus Hambrücken waren wie andere völlig überrascht, als die Brücken 2018 für Autos gesperrt wurden. Für sie bedeutete das nach Jahren regelmäßiger Besuche wegen des Wegs vom Parkplatz am Fischerkiosk eine Zwangspause. Dass ältere, in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen von zahlreichen Stammgästen ausblieben, machte dem Restaurant sehr zu schaffen. „Wir haben das Essen und die Spaziergänge in der schönen Umgebung vermisst“, heben die Eheleute hervor.

Alternativen während der Sperrung

Verena und Klaus Wagner aus Karlsruhe-Grünwinkel ging es als Stammgästen seit 30 Jahren genauso. Ihrer Ansicht nach hätte es mit den Brücken viel schneller gehen können. Vorher sei im Lokal die Hölle los und dann seien es vielleicht gerade mal zehn Leute gewesen. Sie nahmen den Weg vom Parklatz auf sich. Während der Vollsperrung wichen sie auf Alternativen aus.

Die Oberhausener Bärbel und Heinz Sauer mit Senior Helmut Sauer besuchten zeitweise ebenfalls ein anderes Lokal. Für den älteren Herrn wäre der Anmarsch zu beschwerlich gewesen.

Der große Aufschwung steht im von Tola Duong betriebenen Fischerheim noch aus. Es gehe dort bislang langsam voran.
Der große Aufschwung steht im von Tola Duong betriebenen Fischerheim noch aus. Es gehe dort bislang langsam voran. | Foto: Werner

Karin und Berthold Schachermeier aus Bruchsal gehören seit 40 Jahren zur Stammkundschaft. Den „wunderbaren“ Fisch an dem so „schönen Flecken Natur“ wollen sie nicht missen. Die Vollsperrung bescherte ihnen eine Zwangspause. Ansonsten spazierten sie zu Fuß über die Brücken zum Lokal. Sehr wenig sei in diesen Monaten los gewesen, resümieren sie. Es sei wichtig gewesen, die Betreiber in dieser Situation zu unterstützen. Nun seien sie froh, dass alles wieder offen sei.

Freude über die Brückenöffnung

Henry Grimm und Mutter Helga aus Stutensee-Spöck waren nach familiär bedingter Abstinenz erstmals seit Längerem wieder am Ort. Von der Schließung hätten sie gar nichts mitbekommen, berichtet der Sohn. Der Fußweg sei aber kein Problem gewesen, sagt er.

Für Rosa Stegmüller aber wäre der selbst ab der Drehbrücke nicht zu schaffen gewesen. So mussten sie und ihr Partner Helmut Baumann nach häufigeren Besuchen seit über 20 Jahren aussetzen. In anderen Fischerheimen sei es auch gut, betonen die Kirrlacher. Nun aber seien sie froh, dass wieder offen sei.

Genau das Gleiche galt für Rosi und Heinz Kiefer aus Knielingen. „Als wir aus der Zeitung von der Schließung erfuhren, war klar, dass wir nicht mehr herkommen können“, sagen sie mit Freude darüber, dass ihr Stammlokal jetzt auch für sie wieder zugänglich ist.