Plastiktütchen dabei? Nicht weggeräumter Kot ist oft Anlass zum Streit zwischen Hundehaltern und Menschen ohne Vierbeiner. | Foto: Hora

Hundekot bleibt teils Problem

Gemeinden im nördlichen Landkreis Karlsruhe freuen sich über stabile Hundesteuer-Einnahmen

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Die Menschen zwischen Dettenheim und Walzbachtal halten immer mehr Hunde: Rund 5.500 Vierbeiner sind dort gemeldet. Die Gemeinden freuen sich über konstante Einnahmen durch die Hundesteuer. Konflikte gibt es meist, wenn Herrchen oder Frauchen beim Gassi gehen die Plastiktüte vergessen hat.

Sie gelten als die besten Freunde des Menschen: Zwischen Dettenheim und Walzbachtal leben rund 5.500 Hunde. Mehr als 470.000 Euro Hundesteuer haben die Gemeinden zuletzt eingenommen. In Pfinztal waren es im vergangenen Jahr 70.207 Euro, verrät Tobias Häfele, Sachbearbeiter im Fachbereich Finanzen und Personal. Ausgegangen war man von 64.000 Euro.

Auch in Weingarten sind die Einnahmen zwischen 2017 und 2019 um 2,5 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr nahm die Gemeinde rund 45.000 Euro ein.

Einnahmen sind konstant bis steigend

Insgesamt freuen sich die Gemeinden über konstante bis steigende Zahlen. Das lasse sich zumindest in Linkenheim-Hochstetten jedoch nicht auf Steuererhöhungen zurückführen, betont Michaela Eisen, Referentin des Bürgermeisters. Immer mehr Menschen halten Hunde, zudem steige die Zahl der Hundebesitzer mit mehreren Vierbeinern.

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Streit ums Hundehäufchen: Verursacher sind schwer zu ermitteln

Streit gibt es meist dann, wenn Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht beseitigen. „Es kommt gelegentlich vor, dass Bürgerinnen und Bürger ins Ordnungsamt kommen, um sich über Hundekot zu beschweren“, sagt Eisen. Teilweise auch über Reste, die nach der Entfernung am Gras kleben.

„Wir haben in den letzten Wochen aber auch Verwarngelder wegen Nichtentfernen von Hundekot verhängt.“ Die Verursacher werden nur selten gefunden, wenn sie nicht auf frischer Tat ertappt werden.

Hundetoiletten sorgen für Entspannung

In Pfinztal hat sich die Lage in jüngster Zeit etwas entspannt. „Es war schon schlimmer“, sagt Rüdiger Müller, Fachbereichsleiter Bürgerservice und Soziales. Geholfen hätten unter anderem rund 40 Hundetoiletten, die die Gemeinde in den vergangenen fünf Jahren aufgestellt habe. Zudem können Bürger in den Verwaltungsstellen kostenlos Plastiktüten für die Hinterlassenschaften ihres Hundes abholen.

Festzuhalten ist, dass die Mehrheit der Hundebesitzer Tütchen dabei haben und diese auch ordentlich entsorgen.

Regine Hauck, Referentin des Bürgermeisters

Verschiedene Gemeinden informieren regelmäßig über die Entsorgungspflicht von Hundehaltern, so etwa Eggenstein-Leopoldshafen. Regine Hauck, Referentin des Bürgermeisters, betont, dass es sich bei den nachlässigen Hundehaltern dennoch um eine Minderheit handle. „Festzuhalten ist, dass die Mehrheit der Hundebesitzer Tütchen dabei haben und diese auch ordentlich entsorgen.“

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Ausgewiesene Hundeflächen gibt es kaum. Dafür verfügen die meisten Gemeinden über ausreichend frei zugängliche Wiesen und Felder. Einzig in Graben-Neudorf findet sich eine Hundespielwiese am Prestelsee.

Verletzung von Leinenpflicht sorgt für teilweise hohe Strafen

Wer innerorts ohne Leine erwischt wird, kommt in Graben-Neudorf und Pfinztal beim ersten Mal meist mit einer mündlichen Verwarnung davon. In Eggenstein-Leopoldshafen gilt die Leinenpflicht etwa im Naturschutzgebiet „Altrhein Kleiner Bodensee“.

Unbelehrbare müssen mit teilweise empfindlichen Strafen rechnen: Bis zu 1.000 Euro Bußgeld kann die Gemeinde Walzbachtal nach Paragraf 10 Absatz 3 ihrer Polizeiverordnung bei vorsätzlichem Zuwiderhandeln verhängen, erklärt Annika Müller von der Stabsstelle Bürgermeister. Mit dem Amtseintritt des Gemeindevollzugsdiensts könne man das künftig besser kontrollieren.

„Gefährliche“ Hunde sind nicht automatisch Kampfhunde

Kampfhunde sind in den meisten Gemeinden kein Problem. In Graben-Neudorf leben fünf Kampfhunde, so Melanie Beims, Referentin des Bürgermeisters. Alle hätten den Wesenstest jedoch bestanden und zeigten keine Kampfhundeigenschaften. Auffällige Hunde müssen nicht immer „Listenhunde“ sein, betont Michaela Eisen aus Linkenheim-Hochstetten.

In Eggenstein-Leopoldshafen werden pro Monat durchschnittlich ein bis zwei Fälle von sogenannten gefährlichen Hunden gemeldet, verrät Regine Hauk. Dabei handle es sich meist um Beißvorfälle. Wird ein Vorfall bekannt, werde der Hund, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit der Polizeihundeführerstaffel, überprüft. Bestätigt sich eine Gefährlichkeit des Hundes, folge dann ein Leinen- und Maulkorbzwang.

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