ALTPAPIER IST ROHSTOFF. Und Vereine, namentlich deren Jugendabteilungen, sammeln das ausgediente Material traditionell mehrfach im Jahr ein. Mit dem Erlös werden Projekte finanziert. Doch der Altpapiermarkt bricht ein, Erlöse gibt es kaum noch. Vorerst wollen Vereine und Gemeinde an den Sammelaktionen festhalten.
Altpapier ist Rohstoff und Vereine sammeln das ausgediente Material traditionell mehrfach im Jahr ein. Mit dem Erlös werden Projekte finanziert. Doch der Altpapiermarkt bricht ein, | Foto: Christin Klose / dpa

Lukrative Einnahme für Vereine

Hardt-Gemeinden wollen an Altpapiersammlungen festhalten

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Lange war es attraktiv, Altpapier zu sammeln. Mit dem Erlös wurden und werden gerne Jugendprojekte finanziert. Seit Großabnehmer China restriktiver wird und deutlich weniger Altpapier aufkauft, gibt es Probleme. Wie wirkt sich das auf die Altpapier – Verwertung in den Hardtgemeinden aus?

In Stutensee ist es üblich, dass Vereine nach Anzeige beim Amt für Abfallrecht Altpapiersammlungen organisieren, informiert Lukas Lang, Pressesprecher der Stadt. Die Vereine haben selbst Verträge mit Entsorgern zur Abnahme von Altpapier abgeschlossen.

Früher gab es eine Mindestpreisgarantie

„Früher, als die Kommune noch für die Abfallbeseitigung zuständig war, hatte der Gemeinderat den Vereinen eine Mindesteinnahme je Tonne Altpapier garantiert, bevor die Zuständigkeit 2009 an den Landkreis ging“, berichtet Lang. In Stutensee könne Altpapier unter anderem im Wertstoffhof abgegeben werden. Im ersten Quartal 2020 sammelten die Vereine das Material weiter ein. Aufgeben wolle man nicht. Ob die Vereine Zuschüsse bekommen, müsse über den Ausschuss für Verwaltung und Soziales im Blick auf die Haushaltsmittel für Vereinsförderung geklärt werden, so Lang.

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Sportvereine sammeln

„In Walzbachtal werden Altpapiersammlungen von den Sportvereinen aus beiden Ortschaften organisiert“, informiert Annika Müller für die Gemeindeverwaltung. Die Termine würden mit den Veranstaltungsterminen des Jahres bekannt gegeben. Einer der vier bisher Altpapier sammelnden Vereine habe dieses Jahr seine Beteiligung aufgegeben, weil die Kosten dafür zu hoch seien. Die Vereine planten ihre Sammlungen selbst, Zuschüsse von der Gemeinde gebe es nicht.

Noch ein Termin diesen Monat

Altpapier wird in Pfinztal, trotz rückläufiger Papierpreise, weiter von vier Vereinen regelmäßig gesammelt, teilt Roland Härer aus dem Rathaus mit. Eine finanzielle Unterstützung dieser Vereine durch die Gemeinde gab es laut Härer bisher nicht und werde es auch nicht geben. Die nächsten Sammeltermine sind am 25. Januar in Berghausen bei der Kulturhalle und am 1. Februar in Söllingen am Parkplatz Kapellenstraße beim „Dammwaldstadion“ oder Untere Dorfstraße/Ecke Salzwiesenstraße.

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Kein Geld von der Gemeinde

„Bislang koordinierte die Gemeinde die Sammlungen, die von den Vereinen abgewickelt wurden“, berichtet Bürgermeisterin Ute Göbelbecker in Dettenheim. „Die Erlöse aus den Altpapiersammlungen gingen an die Vereine. Finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde gab es nicht.“ Die Gemeinde suche Möglichkeiten, die Sammlungen aufrecht zu erhalten, da diese sich bewährt hätten und von der Bevölkerung gut angenommen würden. Wenn sich nichts auftue, was momentan zu befürchten sei, müsse man das Sammeln von Altpapier ersatzlos streichen.

Wir warten erst mal ab und entscheiden im Herbst, wie es ab 2021 weitergeht.

Die Fußballvereine in Eggenstein und Leopoldshafen wickeln die Papiersammlungen ohne Zutun der Gemeinde ab, sagt Philipp Jänicke, Ordnungsamtsleiter in Eggenstein-Leopoldshafen. Früher habe es eine Vereinbarung gegeben, dass die Kommune aus Altpapiersammlungen Erlöse aufstockt, wenn ein bestimmter Ertrag nicht erreicht wurde. Das war in den vergangenen Jahren nicht nötig. Der FC Alemannia Eggenstein will dieses Jahr auf jeden Fall an den Sammlungen festhalten, sagt Lutz Immesberger, der 17 Jahre Jugendleiter des Vereins gewesen ist und als solcher die Sammlungen organisiert hatte. Auf dem Vereinsgelände stünden weiter die vier großen Container der Entsorgungsfirma, mit denen der Verein seit Jahren gut kooperiere. „Wir warten erst mal ab und entscheiden im Herbst, wie es ab 2021 weitergeht.“