Auf leichten Böden wird der Anfang gemacht: Das erste Getreide geht ziemlich rasch seiner Reife entgegen. Ab dem 25. Juni wird die Getreideernte in der Hardt beginnen, schätzen die Landwirte übereinstimmend. Aber: Auch dieses Jahr haben die Erzeuger Ertragseinbußen zu erwarten.
Auf leichten Böden wird der Anfang gemacht: Das erste Getreide geht ziemlich rasch seiner Reife entgegen. Ab dem 25. Juni wird die Getreideernte in der Hardt beginnen, schätzen die Landwirte übereinstimmend. Aber: Auch dieses Jahr haben die Erzeuger Ertragseinbußen zu erwarten. | Foto: del

Ernte beginnt mit Wintergerste

Getreide-Ernte im Landkreis Karlsruhe beginnt wohl Ende Juni

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Um den 25. Juni werden die ersten Getreidefelder abgeerntet, prognostizieren die Landwirte. Die Getreideernte ist – natürlich – von der Witterung abhängig. Da es wieder wärmer und trockener werden soll, stehen die großen Mähdrescher bereit, um die Getreideernte zu beginnen.

Gegen Ende Juni erwarten die Landwirte in der Region um Stutensee den Beginn der Getreideernte. Die anhaltende Trockenheit hat dazu geführt, dass die Erwartungen an den Ertrag beim Getreide eher vorsichtig ausfallen. Den frühen Sorten der verschiedenen Getreide hat die Trockenheit mehr geschadet. Der aktuelle Regen kommt vor allem anderen Kulturen zugute.

Vor ein paar Tagen stand auf dem Acker auf Stutenseer Gemarkung noch Getreide, das zwar nicht sehr hoch gewachsen war, aber doch ausgereift schien. Jetzt ist es weg. Geht es schon los mit der Getreideernte?

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Wird Getreide aus Stutensee zu Futter oder Silage?

„Möglicherweise wurde das noch nicht ganz ausgereifte Getreide geschnitten, um es zu verfüttern oder zu silieren“, vermutet Walter Dörflinger, Landwirt in Blankenloch. Das unreife Korn könnte auch als Grünpflanzensilage in eine Biogasanlage gewandert sein, meint Daniel Hartmann, der in Staffort mit seinen Brüdern und seinem Stiefvater einen landwirtschaftlichen Betrieb führt: „Wenn die Körner im Getreide schon etwas weiter ausgebildet sind, liefert das Material mehr Energie“, erklärt er.

Je wärmer es ist, desto schneller reifen die Körner aus

Walter Dörflinger

Walter Dörflinger baut selber verschiedene Sorten von Getreide an, Wintergerste zum Beispiel, auch Sommergerste und Sommerhafer. „Je wärmer es ist, desto schneller reifen die Körner aus“, erklärt er. Er erwartet den Beginn der Getreideernte in etwa zwei Wochen. Viel Verzögerung bringe der aktuelle Regen den Getreide-Kulturen eher nicht, meint Dörflinger.

Von der Niederschlagsmenge her „sind wir noch weit weg von der Normalität“. Der im April fehlende Regen sei ausschlaggebend gewesen. „Wir werden wahrscheinlich weniger Stroh ernten als sonst“, prognostiziert er. Das werde vor allem die Pferdehalter treffen.

Wintergerste ist üblicherweise das erste Getreide, das geerntet wird. Um den 25. Juni wird die Ernte wohl beginnen.
Wintergerste ist üblicherweise das erste Getreide, das geerntet wird. Um den 25. Juni wird die Ernte wohl beginnen. | Foto: dpa

Wintergerste ist zuerst an der Reihe

Bis es mit dem Dreschen richtig los geht, dauert es also noch eine Weile. „Die Wintergerste ist das erste Getreide, das gedroschen wird“, berichtet Thomas Meier vom Stafforter Meierhof. Er geht gleichfalls davon aus, dass bis dahin noch zwei Wochen vergehen. Bevor dann die weiteren Getreide-Arten an der Reihe sind, wird die Ölfrucht Raps geerntet, sagt Meier. Der Weizen sei ebenfalls schon weit, die Sommergerste brauche noch etwas Zeit.

Für Kartoffeln und Mais ist der Regen Gold wert

Thomas Meier

Der Regen der vergangenen Tage habe der Wintergerste eigentlich nichts mehr gebracht, meint der Landwirt. „Was noch grüner ist, hat den Nutzen aus den Niederschlägen. Das Wasser trägt bei, dass sich die Ähren füllen“, meint Meier. Getreide wie Roggen oder Sommergerste könnten davon profitieren.

Generell, erklärt Thomas Meier, habe die lange Trockenheit dazu geführt, dass Getreide durchweg weniger Körner in den Ähren habe. Andere Kulturen hätten ihren Nutzen davon, dass es jetzt mal etwas anhaltender geregnet habe: „Für Kartoffeln und Mais ist der Regen Gold wert gewesen.“

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Robustere Sorten sinnvoll

Angesichts zu erwartender längerer Trockenzeiten, wie sie sich drei Jahre nacheinander zeigten, sollten sich die Erzeuger auf frühere Sorten von Getreide konzentrieren, deren Reifung von Wärme unterstützt werde, weil sie schon weiter entwickelt sind als die traditionellen Getreide-Arten. „Roggen ist zum Beispiel sehr robust, während Dinkel und Weizen deutlich mehr Wasser brauchen“, sagt Meier.

„Unsere Maschinen werden derzeit gewartet und auf den Beginn der Getreideernte vorbereitet“, berichtet Daniel Hartmann. Während der Saison seien sie mit drei Mähdreschern in der weiteren Region im Einsatz. Ihr Lohnunternehmen werde als Gesellschaft des bürgerlichen Rechts geführt, erklärt er.

„Ab dem 25. Juni wird es wohl mit der Wintergerste losgehen, nachdem der Regen ein bisschen gebremst hat“, schätzt Hartmann. „Wir haben Kunden, deren frühe Sorten von Getreide auf leichten Böden wachsen. Die machen den Anfang.“ Auf besseren, schwereren Böden werde es vielleicht Anfang Juli, bis das Dreschen beginnt.

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Roggen und Dinkel statt Weizen

Hartmann kultiviert auch selber Getreide: „Aus dem Weizen sind wir ausgestiegen. Bei der zunehmenden Trockenheit ist das nicht mehr rentabel“, sagt der Landwirt. Mit Roggen sei man besser aufgestellt. Und: „Dieses Jahr haben wir erstmals Dinkel ausgesät.“ Und künftig könnte Durum – Hartweizen aus Italien – eine Alternative werden.