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„Goldene Wildbiene“ lautet der Titel des Preises, den Landesverkehrsminister Winfried Hermann (mit Mütze) der Gemeinde Karlsdorf-Neuthard nun verlieh. Die Kommune hatte beim Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ mit „ganzheitlichem Konzept“ der Bepflanzung des Kreisels Sebastianallee und Büchenauerstraße gesiegt. | Foto: Safranek

Preis vom Verkehrsminister

Goldene Biene für Karlsdorf-Neuthard

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Angesichts von 34 Grad ist legere Kleiderordnung angesagt. Der Minister schützt sich mit Schiebermütze. Die Sonne brennt am Samstag nochmals, als sich die Schar zu Mittag am Kreisel der Kreuzung Sebastianallee mit Büchenauerstraße in Karlsdorf-Neuthard einfindet.

Einige Gemeinderäte und Uwe Zweigner in Vertretung des urlaubenden Bürgermeisters Sven Weigt freuen sich dennoch. Denn sie erhalten nicht nur eine Auszeichnung persönlich von Verkehrsminister Winfried Hermann überreicht: Es ist auch die erste „Goldene Wildbiene“ generell und die erste von dreien, die er auf seiner Sommertour – mit diversen verkehrspolitischen Stationen im Land – im Rahmen des Wettbewerbs „Blühende Verkehrsinsel“ selbst übergibt.

 

Wo die Preis-Tafel hängen wird, entscheidet sich in Karlsdorf-Neuthard in Kürze.
Wo die Preis-Tafel hängen wird, entscheidet sich in Karlsdorf-Neuthard in Kürze. | Foto: Safranek

 

Unter 30 Teilnehmern hat die Karlsdorf-Neuthard auch deshalb gewonnen, weil die Gemeinde auch Flächen in den Kreuzungswinkeln einbezogen hatte. Sie wurden wie der Kreisel mit einer Saatgutmischung aus mehrjährigen, einheimischen und insektenfreundlichen Stauden bepflanzt. Die Kommune habe zudem auf Pestizide verzichtet, zitierte Winfried Hermann Wertungsmaßstäbe der Jury, unter anderem besetzt mit Vertretern von Landesnaturschutzverband, Nabu und BUND Baden-Württemberg.

Ganzheitliches Konzept

Ausnahmsweise für den Fotografen in die Rabatten gestiegen sind (von links) Elmar Heierhorst vom Tiefbauamt Karlsdorf-Neuthard, Uwe Zeigner, Bürgermeisterstellvertreter und Verkehrsminister Winfried Hermann.
Ausnahmsweise für den Fotografen in die Rabatten gestiegen sind (von links) Elmar Heierhorst vom Tiefbauamt Karlsdorf-Neuthard, Uwe Zweigner, Bürgermeisterstellvertreter und Verkehrsminister Winfried Hermann. | Foto: Safranek

Desweiteren war Voraussetzung gewesen, eine pflegeleichte Umsetzung zu wählen, um beispielsweise selten mähen zu müssen zugunsten reicherer Blütenstände. Warum das Verkehrsministerium sich um Artenreichtum kümmere unter dem Motto „Erhalten, was uns erhält“, begründete Hermann unter anderem damit, dass rund 27 000 Hektar sogenannte straßenbegleitende Grünflächen der Landesstraßenbauverwaltung gehörten. Auch auf diesen soll die Natur – vorbildhaft – gemäß eigener Landesleitlinien geschützt werden zugunsten biologischer Vielfalt, und um etwas gegen das Artensterben zu tun.

Glückwünsche per Handschlag

Winfried Hermann beglückwünschte die Karlsdorf-Neutharder per Handschlag zum Sieg und überreichte eine Tafel. Sie trägt den Namen der Auszeichnung und des Wettbewerbs samt Ministeriums-Aufdruck. Wo sie hängen wird entscheide man in Kürze, so Zweigner.

Insektenhotels inklusive

Die Gemeinde hatte im Rahmen des laut Jury „ganzheitlichen Konzepts“ auch drei Insektenhotels vor Ort angebracht, die indessen gegen größere Varianten getauscht werden sollen, da Fachleute hierzu rieten, so Zweigner. Nicht ganz einfach sei vor zwei Jahren die Diskussion verlaufen und auch nach Bepflanzung sei der Kreisel von Einwohnern „kritisch beäugt worden“ – da er einfach nicht blühen wollte, so der Bürgermeisterstellvertreter. Doch das lag an der anfänglichen Größe der Pflanzen.

Aus wenig Geld mehr gemacht

Von oben betrachtet: Der preisgekrönte Kreisel in Neuthard bietet Insekten vieles und ist zugleich dank mäßiger Pflanzhöhe überschaubar, somit verkehrssicher und dennoch eine optische Bremse für Autofahrer am Ortseingang von Büchenau her.
Von oben betrachtet: Der preisgekrönte Kreisel in Neuthard bietet Insekten vieles und ist zugleich dank mäßiger Pflanzhöhe überschaubar, somit verkehrssicher und dennoch eine optische Bremse für Autofahrer am Ortseingang von Büchenau her. | Foto: Safranek

Man hatte – um die Kosten für die Kommune auf 25 000 Euro im Vergleich zum ersten Angebot zu halbieren – Stauden von nur zirka 15 Zentimetern Höhe gewählt. Die Pracht kam später von allein und so wechselten sich über den Sommer hinweg gelbe oder violette Blüten ab bei Wiesensalbei, Rucola, Königskerze sowie unter anderem Goldrute. Der Minister lobte: „Also aus weniger Geld mehr gemacht, sehr gut!“ Die Mischung trägt im Übrigen den langen Namen „Biotop- Blumenwiesen RSM 8.1 Artenreiches Extensivgrünland für trockene Böden“.

Nächste Ausschreibung schon demnächst

Karlsdorf-Neuthard war unter den 1101 Städten und Gemeinden im Land eine von 30 Teilnehmer-Kommunen beim Wettbewerb „Blühende Verkehrsinsel“. Der Minister verwies angesichts des Zahlenverhältnisses auf die erstmalige Ausschreibung und sagte zuversichtlich, im nächsten Jahr würden es sicher mehr. Die Ausschreibung für 2020 startet in diesem Herbst.

Landkreis Karlsruhe mit mehreren Siegern

Am Donnerstag wird die Goldene Wildbiene nun aber erst noch in Bietigheim-Bissingen verliehen und am Sonntag an den Ortenaukreis. Der Preis 2019 geht noch an Karlsruhe und Stutensee, sodass der hiesige Landkreis unter den zehn Siegern stark vertreten ist.