Ehrenbürger Klaus Demal (vierter von rechts) bei der Verabschiedung als OB von Stutensee. | Foto: Rake Hora

Stutensees Alt-OB Ehrenbürger

Großer Bahnhof für Klaus Demal

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Großer Bahnhof für einen scheidenden Kommunalpolitiker: Klaus Demal, der 27 Jahre an der Spitze von Stutensee stand, zunächst als Bürgermeister (seit 1991), nach der Ernennung Stutensees zur Großen Kreisstadt (1998) als Oberbürgermeister, wurde am Montagabend mit hohem Lob und großer Würdigung sowie verdienten Auszeichnungen bedacht. Ansgar Mayr als erster ehrenamtlicher OB-Stellvertreter ernannte Demal bei dessen Verabschiedung in den Ruhestand zum Stutenseer Ehrenbürger. Landrat Christoph Schnaudigel überreichte Demal die Große Ehrenmedaille des Landkreises in Gold – eine selten verliehene Auszeichnung.

Ehrung des Städtetages

Thomas Nowitzki (Oberderdingen), der Kreisvorsitzende des Gemeindetages, hatte für Klaus Demal eine weitere Ehrung dabei: die Ehrenstele des Städtetags.

Leidenschaft und Sachverstand

Mit viel Musik und noch mehr Worten vieler Wegbegleiter wurde die Verabschiedung des ausgeschiedenen Stadtoberhaupts zelebriert. Demals letzter offizieller Arbeitstag war am 10. Mai. Gesundheitliche Probleme hatten seinen vorzeitigen Rückzug aus dem Amt erzwungen, das er fast drei Jahrzehnte mit Leidenschaft und Sachverstand und mit dem Blick auf das Wohl Stutensees und seiner Bürger geführt hatte.

Attraktiver Standort

Demal habe für sich eine tief greifende Entscheidung getroffen, die Respekt verdiene, sagte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, die dessen Stationen als Bürgermeister und Oberbürgermeister über 27 Jahre eindrucksvoll schilderte. In dieser Zeit habe er seine Stadt eindrücklich geprägt. Stutensee sei im Ballungsraum ein attraktiver Standort, was in Bezug auf die Infrastruktur eine Herausforderung sei und gute Steuerung brauche. Angesichts weiter prognostizierten Wachstums werde das so bleiben. Dafür brauche es auch die sensible Berücksichtigung ökologischer Fragen. Auch solche seien immer Teil der Arbeit Demals gewesen. Als das Regierungspräsidium vor über 20 Jahren die Wilhelmsäcker als Naturschutzgebiet auswiesen, habe er schon ganz intensiv für die Biotopvernetzung geworben.

Seiner Zeit voraus

Für den Landrat war Stutensee nicht selten seiner Zeit voraus, etwa beim Verlegen von Glasfaserleitungen, die vor 20 Jahren noch Lichtwellenleiter hießen. Oder beim Öffentlichen Personennahverkehr, der untrennbar mit dem Namen Klaus Demal verknüpft sei. Mit der Stadtbahn sei Stutensee zum festen Bestandteil des Karlsruher Nahverkehrsnetzes geworden. Mit den Trassen durch die Orte habe man das Credo des damaligen AVG-Chefs Dieter Ludwig – „die Bahn zu den Menschen bringen“ – gezielt umgesetzt. Schnaudigel würdigte auch Demals Engagement im Aufsichtsrat für die Jugendeinrichtung Schloss Stutensee. Nicht zuletzt sei Demal Gründungsmitglied der interfraktionellen Arbeitsgruppe des Kreistags für Suchtprävention und Suchthilfe. Und: Er freue sich, so der Landrat, dass Klaus Demal weiter dem Kreistag angehöre.

Tiefe Dankbarkeit

Sichtlich gerührt nahm der „Oberbürgermeister außer Dienst“ Lob und Würdigung seiner Wegbegleiter entgegen – mit einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit. Sehr viele Verbindungen zu Menschen hätten seiner Amtszeit und damit seinem Leben einen echten Mehrwert gegeben. Für jeden Mitgestalter seiner Abschiedsfeier hatte er ein persönliches Dankeswort. Auch über Parteigrenzen hinweg sei das Miteinander in den Gremien immer ganz wichtig gewesen, und er sei dankbar, dass in gemeinsamem Einsatz für Stutensee sehr viel habe erreicht werden können.