Aufstieg in die "Liga der Supersportwagen": Der Eggensteiner Dennis Marschall (20) startet 2017 im Audi R8 mit der Nummer "55" von Aust Motorsport im ADAC GT Masters. Er teilt sich das Cockpit mit dem Schweizer Patric Niederhauser (25). | Foto: Gruppe C

Eggensteiner fährt Audi R8

Dennis Marschall: Aufstieg ins ADAC GT Masters

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Jaaa, geschafft: Dennis Marschall ist in der „Liga der Supersportwagen“ angekommen. Der 20-Jährige vom MSC Weingarten gibt im Aust Audi R8 sein Debüt im ADAC GT Masters. | Foto: Audi Motorsport

Lampenfieber? Nein. Respekt? Ja. Nicht ohne Grund: Auf Dennis Marschall wartet 2017 die größte Herausforderung seiner bisherigen Motorsportkarriere. Der ehemalige ADAC-Formel-Nachwuchsförderkandidat und 2014 Gesamtsechste des ADAC Formel Masters aus Eggenstein geht in der kommenden Saison für Aust Motorsport (Rietberg/Ostwestfalen) im ADAC GT Masters an den Start. Nach der Vizemeisterschaft im Audi Sport TT Cup 2016 ist der 20-Jährige vom MSC Weingarten direkt in der „Liga der Supersportwagen“ angekommen.

Da liegt eine Monsteraufgabe vor mir

Dennis Marschall lacht. „Da liegt eine Monsteraufgabe vor mir“, meint er im Gespräch mit dem SONNTAG. In Zahlen ausgedrückt: 310 PS hatte sein Audi TT unter der Haube. Jetzt, im R8 LMS, wollen 580 Pferdestärken gebändigt werden. „Das Auto ist für mich natürlich ein richtig großer Schritt. Im Audi Sport TT Cup gab es begrenzte Einstellungsmöglichkeiten, ganz im Gegensatz zu den unzähligen Optionen an einem GT3-Fahrzeug. Sicherlich werde ich eine gewisse Eingewöhnungszeit brauchen“, erklärt der Eggensteiner, der 2007 sein erstes Kartrennen in Liedolsheim bestritt (und auch noch Mitglied beim TC Liedolsheim ist).

„Nach zwei erfolgreichen Jahren im Audi Sport TT Cup (26 Rennen/6 Siege/14 Podestplätze; d. Red.) fühle ich mich optimal auf die Herausforderung ADAC GT Masters vorbereitet“, betont Dennis Marschall. Im Wintersemester hatte der Eggensteiner mit seinem BWL-Studium in Augsburg begonnen. „Das war in der rennfreien Zeit. Mal sehen, wie es jetzt mit der Doppelbelastung klappt“, sagt er. „Ich fahre jetzt Rennen auf einem so hohen Niveau. Wenn es hart auf hart kommt, kann ich mir schon vorstellen, das Studium mal zu vernachlässigen.“

GT Masters: Saisonstart Ende April in Oschersleben

Seine erste Ausfahrt im Aust-Audi absolvierte Dennis Marschall Ende März in Hockenheim. „Es lief gut“, betont der 20-Jährige. „Wir hatten etwas Rückstand, weil die anderen davor schon in Italien waren. Von den Zeiten aber war ich nicht weit weg“, freut sich der sympathische Nachwuchsrennfahrer jetzt auf die offiziellen GT Masters-Testtage am 11. und 12. April in Oschersleben: „Da sind dann alle Teams. Das ist ein erstes Kräftemessen.“ Auf dem Kurs nahe Magdeburg fällt dann am letzten April-Wochenende auch der Saisonstartschuss.

Etliche Ex-DTM-Piloten im Feld des ADAC GT Masters

„Das Feld des ADAC GT Masters ist vom Niveau her nicht mehr weit weg von der DTM. Es sind etliche ehemalige DTM-Piloten dabei und solche, die auf jeden Fall das Zeug dazu hätten“, macht Dennis Marschall deutlich. „Es wird eine schwierige Aufgabe, sich gegen diese starke Konkurrenz zu behaupten. Aber ich habe in meinem Team drei erfahrene Leute nebendran, das hilft mir im ersten Jahr.“

Dennis Marschall mit Patric Niederhauser im Aust Audi

Dennis Marschall teilt sich mit Patric Niederhauser (25)  das Cockpit im Aust-Audi mit der Nummer „55“. Der Schweizer, ein „mega netter Typ“ (Marschall), fuhr bereits sporadisch im GT Masters. 2017 bestreitet er seine erste komplette Saison. Im Schwester-R8 mit der „54“ sitzen Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Kelvin van der Linde (20). Der Südafrikaner feierte 2014 zusammen mit René Rast den GT Masters-Titelgewinn.

Marschall hat „Rookie-Wertung“ im Visier

Für die Mannschaft um Teamgründer Frank Aust ist es die zweite Masters-Saison; 2016 gab’s einige Top-10-Ergebnisse. In diesem Bereich würde sich Dennis Marschall gerne „regelmäßig“ sehen. Er wolle Eindruck hinterlassen und freue sich über jedes gutes Ergebnis. „In meinem ersten Jahr aufs Podium zu kommen, wäre schon was“, meint er und hat dabei die „Rookie(Neueinsteiger)-Wertung“ im Visier. „Vielleicht ist da ein Top-3-Platz auch ein Ziel.“ Marschalls Vertrag läuft ein Jahr. „Mit Option, Audi-Werksfahrer zu werden, wenn Audi wieder aufstockt.“ Aber, verdeutlicht er, „auch andere Hersteller haben schon Interesse gezeigt.“

ADAC GT Masters 2017: 28. bis 30. April: Oschersleben; 19. bis 21. Mai: Lausitzring; 9. bis 11. Juni: Red Bull Ring/Österreich; 21. bis 23. Juli: Zandvoort/Niederlande; 4. bis 6. August: Nürburgring; 15. bis 17. September: Sachsenring; 22. bis 24. September: Hockenheim („Großer Preis von Weingarten“ des MSC Weingarten)

Im vergangenen Jahr, seinem bisher erfolgreichsten, erreichte Dennis Marschall  bei der Wahl zu ‚Deutschlands Motorsport-Talent des Jahres 2016‘ den zweiten Platz. Zu diesem Ergebnis kam die Fachjury der Deutsche Post Speed Academy. Dieses Motorsport-Förderprogramm hat unter anderem schon Formel-1-Fahrer wie Nico Hülkenberg und Pascal Wehrlein sowie DTM-Stars wie Timo Glock und Marco Wittmann hervorgebracht.  Mehr dazu lesen Sie hier: