Pinke Petunie mit weißen Punkten: Patricia Witzenrath vom Gartencenter Heckert in Eggenstein zeigt „Baby Doll“, die Beet- und Balkonpflanze des Jahres 2018. | Foto: Manfred Spitz

Trends für Beet, Kasten, Kübel

Hobbygärtner heiß auf „Baby Doll“

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Sie heißt „Baby Doll“, ist die Beet- und Balkonpflanze des Jahres 2018 des Gartenbauverbandes Baden-Württemberg-Hessen – und in diesem Frühjahr einer der Renner bei den Hobbygärtnern. Schrill pinkfarben leuchten „Baby Dolls“ große Blüten. Frech, wie mit Sommersprossen, sind sie getupft. „Baby Doll“ kokettiert mit ihren farblichen Reizen, avanciert zum Blickfang in jedem Balkonkasten und Kübel. „Baby Doll“, die peppige Hänge-Petunie, ist in.

Auswahl noch groß

„Jedes Jahr wird vom Verband eine Neuzüchtung ausgewählt und auf diesem Weg vorgestellt“, erklärt Peter Bauer, Betriebsleiter beim Gartencenter Heckert in Eggenstein. Für seinen Geschmack wäre „Baby Doll“ zwar etwas zu schrill, aber sie sei heiß begehrt, erzählt Bauer schmunzelnd. „Die Auswahl ist noch groß“, sagt er und lässt seinen Blick über das bunte Farbenmeer schweifen.

„Baby Doll“,  „Night Sky“ – oder klassisch

Man habe sich, so Peter Bauer, auf große Nachfrage eingestellt. Neben „Baby Doll“ präsentieren sich unter dem Glas-Gewächshausdach die zeitlos eleganten unifarbenen Klassiker – und die dunkelviolette Sorte „Night Sky“. In jeder ihrer Blüten soll sich der Nachthimmel wieder spiegeln, heißt es.

Dreifarbige Kombinationen im Trend

Und was wird sonst häufig nachgefragt? „Dreifarbige Kombinationen liegen immer noch im Trend. Die Leute haben es gerne bunt“, sagt Peter Bauer. Auch Dauerbrenner wie Geranien oder sogenannte Strukturpflanzen mit ihren verschiedenen Grüntönen und diversen Farben und Formen würden eigentlich immer gut gehen. „Süßkartoffeln zum Beispiel sind sehr beliebt“, verdeutlicht Bauer. Mit ihren roten, orangen oder grünen überlappenden Blättern können die übrigens aus einer Pflanzung den reinsten Dschungel machen.

Kunden wollen kräftige Farben

„Unsere Kunden wollen kräftige Farben“, macht Hülya Aruanno vom Gartencenter im Friedrichstaler Hagebaumarkt Hornung deutlich. Ein Renner wären die dreifarbigen kleinen Petunien, „die großblättrigen aber sind nicht mehr so gefragt“, sagt Aruanno. Immer ihre Fans hätten Geranien, hängend oder stehend, Eisbegonien, Tagetes (Studentenblumen) oder Lobelien.

Ein Renner: Dreifarbige kleinblättrige Petunien gehen besonders gut, weiß Hülya Aruanno vom Hagebau-Gartencenter in Friedrichstal. | Foto: Spitz

Blühwunder  „Dipladenia“

Und das Blühwunder „Dipladenia“, dieser heute meist Mandeville genannte, ursprünglich aus dem Dschungel Südamerikas stammende schnellwüchsige Kletterer gehe „wie geschnitten Brot“. Mit den so beliebten Margeritenbäumchen kann sie momentan nicht dienen. „Die bekommen wir aus Italien. Dort war es im Frühjahr aber so kalt, dass sie leider erfroren sind.“

Bio-Kräuter immer beliebter

Aufgefallen ist Hülya Aruanno die gestiegene Nachfrage nach Bio-Kräutern. „Da wird mehr darauf geachtet. Früher war das nicht so“, sagt sie. „Ja“, bestätigt Peter Bauer, man merkt, die Leute machen sich Gedanken.“ Naturnahe Gärten – durchaus ein Thema. Genau wie bienenfreundliche Pflanzen. Noch etwas hat Bauer festgestellt: „Die Jüngeren kaufen statt Geranien lieber Kräuter, damit sie was für die Küche haben.“ Frisches Liebstöckel statt Maggi aus der Flasche. Vielleicht sei dies, meint Bauer, auch auf die boomenden Kochsendungen im Fernsehen zurückzuführen.

Thymian | Foto: dpa

Renaissance der Dahlien

Viele Hobbygärtner haben sich bereits mit Pflanzen für Balkon, Terrasse oder Garten eingedeckt. „Bis jetzt sind wir mit dem Verkauf zufrieden“, sagt Peter Bauer. „In den nächsten Wochen wird das noch anziehen“, vermutet er und auch Hülya Aruanno erwartet, „dass jetzt was kommt“. Die Eisheiligen (11. bis 15. Mai) mit der Kalten Sophie am Ende sind vorbei, das heißt, auch frostempfindliche Tomatensetzlinge können nun direkt ins Freiland ausgebracht oder die Knollen der eine Renaissance erlebenden majestätischen Dahlien in die Erde gesetzt werden.

Gibt’s in vielen Farben und Formen: Dahlien. | Foto: dpa

Nacktschnecken nerven

Aber aufgepasst: Nacktschnecken mögen frische Dahlien-Austriebe sehr. Sobald sich die ersten zarten Blättchen zeigen, kommen sie angeschleimt, und zwar richtig viele. Für sie scheint es der Leckerbissen im Frühling zu sein. Um sich die Enttäuschung zu ersparen, die ein komplett kahl gefressenes Blumenbeet mit sich bringt, sollte man Dahlien, Petunien, Funkien oder Tagetes zumindest für Schnecken unzugänglich in Kübeln oder Blumenampeln anpflanzen.

Balkonpflanze des Jahres: Der Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen kürt seit 2004 gemeinsam die „Beet- und Balkonpflanze des Jahres“. Dieser Titel wird jährlich einer Pflanze verliehen, die sich aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften vom Sortiment der Sommerblüher abhebt. Dabei spielen Faktoren wie Blühdauer, Robustheit oder die Resistenz gegen Krankheiten eine Rolle. Unterstützt werden die Zierpflanzenexperten von wissenschaftlicher Seite: Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg und die Staatsschule für Gartenbau Stuttgart-Hohenheim testen über Jahre hinweg zahlreiche Neuheiten. Die Ergebnisse fließen in die Auswahl der „Beet- und Balkonpflanze des Jahres“ ein.