Staus auf der B36 (hier bei Eggenstein-Leopoldshafen) sind an der Tagesordnung. Morgens Richtung Süden, abends (wie im Bild) Richtung Norden. Eine wechselseitig frei geschaltete dritte Spur soll ab Linkenheim Abhilfe schaffen.
Staus auf der B36 (hier bei Eggenstein-Leopoldshafen) sind an der Tagesordnung. Morgens Richtung Süden, abends (wie im Bild) Richtung Norden. Eine wechselseitig frei geschaltete dritte Spur soll ab Linkenheim Abhilfe schaffen. | Foto: Katja Stieb

Ausbau ab Linkenheim

Höhere Leistungsfähigkeit durch drei Spuren auf B36 nach Norden

Anzeige

Massive Staus gibt es auf der Bundesstraße 36 praktisch ständig, wie etwa am Mittwoch zwischen Graben-Neudorf und Linkenheim – neun Kilometer hieß es am Morgen. Man hat nichts gehört über den geplanten dreispurigen Ausbau in Richtung Norden. Das heißt indessen nicht, dass nichts vorangegangen wäre: „Die Vorplanung ist fertiggestellt“, erläutert Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe (RPK). „Diese wird derzeit überprüft und dann dem Landes- und dem Bundesverkehrsministerium – das beim Ausbau der Baulastträger sein wird – vorgelegt.“

Zeitplan verschiebt sich

Da das Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erfordere, soll im Winter noch ein Scoping-Termin stattfinden, so Herzel weiter. Der ursprünglich prognostizierte Zeitplan, wonach das Planfeststellungsverfahren 2019 beginne, der Straßenbau ab 2021, werde sich verschieben, macht der RPK-Sprecher deutlich. Wie lange, sei noch offen: „Wir versuchen, die Planung so schnell wie möglich fertigzustellen“, heißt es aus der Behörde. Das Projekt wird laut Herzel nicht im Bundesverkehrswegeplan geführt, da es als kleineres Um- und Ausbauprojekt gesehen und deshalb über einen anderen Haushaltstitel finanziert werde. Daher unterliege es auch nicht der Priorisierung, die derzeit für Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan vorgenommen werde.

Grünbrücke für Wildwechsel

Den Trassenverlauf quert laut Herzel sowohl eine Achse des Generalwildwegeplans als auch eine Achse des Bundesprogramms Wiedervernetzung. Das Ziel der beiden Wiedervernetzungsprogramme sei, die durch das überörtliche Straßennetz zerschnittenen Lebensraumkorridore wieder miteinander zu verbinden. Aufgrund dessen sei im Ausbauabschnitt der B36 zur Minderung der Zerschneidungswirkung eine Grünbrücke vorgesehen.


Ausbau reicht auch für zweite Rheinbrücke

Der dreistreifige Ausbau auf der B36 ist nach der Mitteilung aus dem RPK auch dann ausreichend dimensioniert, wenn die zweite Rheinbrücke gebaut wird. „Wir haben 2016 das Verkehrsgutachten für die zweite Rheinbrücke überarbeitet und dabei den Bau der Querspange von der zweiten Rheinbrücke bis zur Bundesstraße 36 berücksichtigt“, informiert Herzel. Auf der B36 sind innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich 24 000 Fahrzeuge unterwegs, wie eine Erhebung ergeben hat.

Staus und erhöhte Unfallgefahr

Dies führt nach den Erkenntnissen des Regierungspräsidiums als Planungsbehörde morgens zum Stau in Richtung Karlsruhe mit Behinderungen an den Einfädelspuren. Abends staut es sich von Karlsruhe in Richtung Norden vor der Fahrstreifenreduzierung. Dies bringe eine erhöhte Unfallhäufigkeit mit sich, heißt es weiter aus der Behörde. Der dreistreifige Ausbau mit wechselweiser Freigabe einer Spur – morgens nach Süden, abends nach Norden – soll die Verkehrsqualität und Verkehrssicherheit erhöhen und die Staugefahr sowie die Unfallzahlen verringern. Die Leistungsfähigkeit des Streckenabschnitts und der Knotenpunkte werde so erhöht.

Ausbau erfolgt bei laufendem Verkehr

Die Straße müsse unter Verkehr ausgebaut werden. Man will möglichst nur auf einer Fahrbahnseite verbreitern, wobei die vorhandenen Bauwerke (sprich: Brücken) nicht verändert werden sollen, ebenso wenig wie das Straßenniveau. Wesentliches Ziel sei, heißt es weiter in einer Darstellung der Behörde, so wenig wie möglich in private Grundstücke einzugreifen. Der überwiegende Flächenanteil für die Verbreiterung soll von der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten bereitgestellt werden.