Kräftig gewachsen sind in den Gemeinden die Einnahmen aus der Hundesteuer. Auch dort, wo die Steuer in den vergangenen Jahren nicht erhöht wurde, bringt sie heute mehr Geld, weil die Zahl der Hunde zugenommen hat.
Kräftig gewachsen sind in den Gemeinden die Einnahmen aus der Hundesteuer. Auch dort, wo die Steuer in den vergangenen Jahren nicht erhöht wurde, bringt sie heute oft mehr Geld, weil die Zahl der Hunde zugenommen hat. | Foto: Natalie Nees

Hundesteuer bringt Geld

„Freudensprünge“ auch bei den Einnahmen

Dein Hund – das unbekannte Wesen: Absolut gesicherte Daten zum Hundebestand in Deutschland hat nicht einmal eine Organisation wie der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), der größte Dachverband für Hundezucht und Hundesport in Deutschland. Obwohl doch jede Gemeinde zumindest für die registrierten Tiere Hundesteuer erhebt. Zu denen käme dann noch die berühmte Dunkelziffer der „Illegalen“. Die Schätzungen zur Gesamtzahl liegen so meilenweit auseinander wie der Hund läuft – so etwa zwischen fünf und 11,6 Millionen –, und je nachdem, wen man fragt, ist die Zahl entweder konstant, geht „tendenziell nach oben“ oder ist „stetig leicht gesunken“. Alles klar?

Der Hund rennt der Katze hinterher

Wirklich fest steht nur, dass der Hund der Katze hinterherrennt – nicht nur, weil’s ihm Spaß macht, sondern auch, was die schiere Stückzahl anbelangt. „Tatsächlich gibt es keine allgemeingültige Zahl, wie viele Hunde in der Bundesrepublik Deutschland gehalten werden“, sagt Laura Simon von der Tierschutzorganisation Tasso auf BNN-Anfrage. „Grundsätzlich ist es sicherlich möglich, dass eine zentrale Stelle wie das Statistische Bundesamt die Anzahl der erfassten Hunde bei jeder Kommune einzeln abfragt und dann zusammenführt. Dass dies noch nicht geschehen ist, liegt vermutlich daran, dass eine solche Abfrage sehr zeit- und kostenintensiv wäre.“ Und Leif Kopernik, Hauptgeschäftsführer des VDH, ergänzt: „Wir sind in der Regel auf Erhebungen der Marktforschung oder auf Hochrechnungen angewiesen.“
Lassen wir den Hund also im Dorf. Dort ist er – zumindest in der registrierten Spezies – auch ein Einnahmefaktor, bis hinauf in die Große Kreisstadt Stutensee. In Zahlen aufgedröselt liest sich das ungefähr so: 2008 waren in Stutensee insgesamt 1 006 Hunde registriert, aktuell sind es 1.190 (90 davon sind sogenannte Zweithunde). 2008 lagen die Einnahmen aus der Hundesteuer noch bei 63.162 Euro. 2012/13 gab es durch die Erhöhung der Hundesteuer von 60 auf 72 Euro pro Hund einen Sprung von 65.120 Euro auf 81.538 Euro. 2017 lagen die Einnahmen bei 89.648 Euro.

Über das Geld aus der  Hundesteuer kann jede Gemeinde frei verfügen

Was mit dem Geld passiert? Über die Verwendung der Einnahmen aus der Hundesteuer kann jede Gemeinde frei verfügen. Der Halter zahlt nicht dafür, dass seine liegen gelassenen Hundehaufen beseitigt werden und immer ausreichend Robidog-Tüten vorhanden sind.
Dettenheim ist nicht ganz so groß wie Stutensee, verwaltet rein steuertechnisch aber immerhin aktuell 438 Hunde (davon 29 Zweithunde). 2008 waren es insgesamt 370 Hunde. 2007 lag das Aufkommen aus der Hundesteuer bei 22.400 Euro. Das vorläufige Ergebnis für 2017 liegt bei 26.890 Euro. Die Steigerung in diesen zehn Jahren sei allein auf die (zahlenmäßige) Zunahme der Hunde zurückzuführen, betont das Rechnungsamt, denn die Hundesteuer sei in all den Jahren nicht erhöht worden.


Anders als beispielsweise in Weingarten, der Heimatgemeinde von derzeit 397 Erst- und 19 Zweithunden. 2008 lagen die Einnahmen aus der Hundesteuer bei 32.748 Euro. Von 2011 auf 2012 sprangen sie von 32.154 auf 41.460 Euro. Im vorigen Jahr lagen sie bei 43.322 Euro. In Linkenheim-Hochstetten sind derzeit 565 Hunde gemeldet (davon 77 Zweithunde). 2008 lagen die Hundesteuereinnahmen bei 34.537 Euro. Nach einem langsamen, aber kontinuierlichen Anstieg gab es von 2015 auf 2016 einen dieser „Freudensprünge“ von 42.318 auf 52.151 Euro. 2017 waren es 52.856 Euro.
In Pfinztal – 807 Hunde im Jahr 2008, aktuell 869 Hunde (davon 58 Zweithunden) – stiegen die Einnahmen von 51.096 Euro (2008) auf 64.635 Euro (2017). In Eggenstein-Leopoldshafen betrugen die Einnahmen aus der Hundesteuer im Jahr 2008 noch 51.096 Euro, 2017 lagen sie bei 59.184 Euro – für 706 Hunde (davon 37 Zweithunde). 619 Hunde sind es derzeit in Graben-Neudorf, davon sind 46 Zweithunde. 2008 brachte die Hundesteuer 27.900 Euro (bei damals 527 Hunden), 2017 37.100 Euro. Walzbachtal kommt auf 471 Hunde (davon 30 Zweithunde). 2008 brachte die Hundesteuer in der Gemeinde 38.689 Euro. 2017 waren es 50.600 Euro.

In England gibt es schon lange keine „dog bill“ mehr

Übrigens: Frankreich und England (anno 1755 der Erfinder der „dog bill“) haben die Hundesteuer bereits vor Jahrzehnten abgeschafft. Zahlreiche andere europäische Länder haben es ihnen nachgemacht. In Deutschland erheben die Stadt Eschborn/Hessen und Windorf/Bayern keine Hundesteuer.