Strahlender neuer Jungnationalspieler: Volleyballtalent Philipp Hornung (Mitte) aus Liedolsheim. Die Trainer Christian Lohse (links) und Kristen Clero freuen sich mit. | Foto: pr

Liedolsheimer Nationalspieler

Volleyball-Talent Philipp Hornung: Super erfolgreich und ziemlich baff

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Sportlich hat das vor Kurzem zu Ende gegangene Jahr 2018 für Nachwuchsvolleyballer Philipp Hornung aus Liedolsheim ganz schön viele Topplatzierungen – und eine echte Überraschung – gebracht. Bei der deutschen Beachvolleyball-Meisterschaft (Altersklasse U15) in Hamburg wurde der für den Heidelberger TV spielende Hornung, der im Februar 15 wird, mit seinem ein Jahr älteren HTV-Partner Linus Hüger Zweiter. Genau wie in der Halle beim Bundespokal U17 mit der Auswahl des Nordbadischen Volleyball-Verbandes (NVV). Und mit der U16 der SG HTV/USC Heidelberg feierte er den Titel in der Baden-Württemberg-Liga. Getoppt wurde das alles aber von der nicht unbedingt erwarteten Berufung in den Kader der Jugend-Nationalmannschaft.

Neuer Volleyball-Jugendnationalspieler aus Liedolsheim

„Ja, das vergangene Jahr war wirklich super erfolgreich“, meint Philipp Hornung und lacht. „So kann es gerne weiter gehen.“ Vorgenommen hat sich der ebenso motivierte wie talentierte neue Volleyball-Jugendnationalspieler jedenfalls einiges. „Das ist ein interessanter Terminkalender für 2019“, meint der Liedolsheimer, der aufs Gymnasium in Neureut geht, schmunzelnd. Aber der Reihe nach.

Philipp Hornung überzeugt Bundestrainer

Beim Bundespokal hatte sich Philipp Hornung ins Notizbuch von Bundestrainer Matus Kalny gespielt – und wurde zu einem Sichtungslehrgang des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) ins Olympische und Paralympische Trainingszentrum für Deutschland nach Kienbaum eingeladen. Von 45 Teilnehmern (außer Hornung , seinem Beach-Partner Linus Hüger aus Heidelberg und zwei Akteuren vom TV Bühl nur vier vom Nordbadischen Volleyball-Verband) wählte der Bundestrainer 24 für seinen Kader aus.

Philipp Hornung und Bundestrainer Matus Kalny | Foto: pr

Philipp Hornung gehörte dazu, und war im ersten Moment, als er das erfuhr, doch ziemlich baff, wie er gesteht. Zumal er 2017 noch bei der Auswahl für das Baden-Württemberg-Team von Landestrainer Michael Mallick nicht berücksichtigt worden war.

Überrascht und überwältigt

„Ich war eigentlich schon froh, dass ich überhaupt zu der Sichtungswoche des Deutschen Volleyball-Verbandes fahren durfte. Als dann mein Name vorgelesen worden ist, war ich doch sehr überrascht und überwältigt“, erinnert sich Hornung an jenen Moment Ende November in Brandenburg, als klar war: er gehört jetzt zum erlauchten Kreis der Jugendnationalmannschaft.

Erlauchter Kreis: Der Kader der Volleyball-Jugendnationalmannschaft mit Philipp Hornung aus Liedolsheim (knieend vorne links). Stehend links Bundestrainer Matus Kalny. | Foto: pr

Vor vier Jahren bei einer Volleyball-Schnupperstunde an der Grundschule in Liedolsheim hatte Christian Lohse, der Jugendtrainer des Heidelberger TV, das Talent des Jungen erkannt, der nach Stationen bei seinem Heimatverein TV Liedolsheim und bei der VSG Ettlingen/Rüppurr schließlich vor zwei Jahren bei Lohse und den „Young Vikings“, der Nachwuchsabteilung des Heidelberger TV, gelandet ist. Zugleich schaffte Hornung auch den Sprung in den Verbandskader des NVV, wo Trainer Kristen Clero die Stärken des Liedolsheimers als Zuspieler erkannte.

Der Liedolsheimer spielt beim Heidelberger TV

Nach Heidelberg ging Philipp Hornung, „weil die U16 in der Baden-Württemberg-Liga spielt. Die VSG Ettlingen/Rüppurr war dafür nicht qualifiziert“, sagt der Liedolsheimer. Überhaupt zählt die SG HTV/USC inzwischen zu den Top-Adressen in Sachen Jugendarbeit im Südwesten. Für die erste Herrenmannschaft des Heidelberger TV hat Hornung aber auch schon in der Oberliga gespielt.

Training in Heidelberg und Bühl

Insgesamt fünf Trainingseinheiten absolviert der Teenager wöchentlich, dreimal fährt er dafür mit dem Zug nach Heidelberg. Einmal nach Bühl. Dort arbeitet NVV-Trainer Kristen Clero aus Offenburg mit dem Liedolsheimer und einem etwas älteren Junioren-Nationalspieler vom TV Bühl. Unterricht, büffeln, Volleyball: Viel Zeit für anderes bleibt kaum. „Der Tag ist schon verdammt lang“, verdeutlicht Philipp Hornung. „Die Bahnverbindungen sind aber ganz okay“, meint der Gymnasiast, der sich mit gepackter Trainingstasche direkt nach Schulschluss auf den Weg Richtung Sporthalle macht.

Wechsel ins Volleyball-Internat?

Lange Wegstrecken könnten ab dem nächsten Schuljahr aber wegfallen. „Als Nationalspieler habe ich das Privileg, auf ein Volleyball-Internat zu wechseln“, verdeutlicht Philipp Hornung. Bis Ende Februar wolle er sich entscheiden, ob er diesen Schritt gehe. Vorgesehen für ihn wäre dann ein Platz in Frankfurt, der Bundestrainer sei auch Leiter des dortigen Stützpunktes und die Internatsmannschaft spiele derzeit Dritte Liga, wie seit dieser Saison auch die TSG Blankenloch, erzählt der 14-Jährige.

Sonnige Aussichten: Beim Beachvolleyball will der Liedolsheimer Philipp Hornung mit seinem Heidelberger Partner Linus Hüger 2019 bei der U17-DM zuschlagen. | Foto: dpa/Kay Nietfeld

Und sein großer Traum? „Das Nationalteam oder irgendwann Mal in der Bundesliga zu spielen. Italien wäre auch nicht schlecht“, meint er schmunzelnd. Zunächst aber hofft der Liedolsheimer, 2019 seinen ersten „Auslandseinsatz“ für die deutsche Volleyball-Jugendnationalmannschaft bestreiten zu dürfen.

Traumziel Bundesliga – oder Italien

National steht 2019 die Beachvolleyball-DM bei der U17 mit seinem Partner Linus Hüger ganz oben auf der Agenda. „Da wollen wir was reißen“, betont Philipp Hornung. „Vergangenes Jahr sind wir 13. geworden. Um vorne reinzukommen, waren wir da noch zu jung. „Aber jetzt trainieren wir bis zum nächsten Sommer, qualifizieren uns als Nordbadischer Meister wieder und schlagen dann zu“, meint der Liedolsheimer schmunzelnd.