Nicola Bodner, die Pfinztaler Bürgermeisterin, hat die ersten Erfahrungen mit einem Jugendforum gesammelt. Was daraus entstanden ist, berichtet sie im BNN-Interview. | Foto: del

Forum der Bürgerbeteiligung

In Pfinztal reden Jugendliche schon mit

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Jugendbegleitung ist – zwischenzeitlich gesetzlich vorgegeben – aktuelles Thema in den Gemeinden, um die viel gewünschte Bürgerbeteiligung auf auf jüngere Menschen in den Kommunen auszudehnen. Zumeist werden Kinder und Jugendliche im Altersspektrum zwischen zwölf und 18 Jahren als Zielgruppe betrachtet.

Ersten Jugendforum schon erprobt

Pfinztal hat ein Jugendforum im vergangenen Dezember angeboten, dabei eine Menge Ideen gesammelt. Walzbachtal hat die Jugendlichen ebenfalls schon angehört, in Stutensee steht ein solches Vorhaben gerade auf dem Plan, und Linkenheim-Hochstetten will darüber in der nächsten Gemeinderatssitzung befinden.

Erste Erfahrungen in Pfinztal

Nicola Bodner, die Bürgermeisterin in Pfinztal, stellt sich den Fragen zu den ersten Erfahrungen, die die Gemeinde mit dem Thema Jugendbegleitung gemacht hat.

Wie war bei Ihnen die Resonanz bei der ersten Jugendveranstaltung?

Bodner: Wir hatten im vergangenen Dezember über 80 Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren, die in Gruppen viele Ideen ausarbeiteten, wie man Pfinztal aus ihrer Sicht besser machen kann.

Was ist jetzt, ein Vierteljahr später, aus diesen Ideen geworden?

Bodner: Wir waren von der Menge an Vorschlägen positiv überrascht. Aber es bedarf viel Zeit, die Vorschläge intern zu prüfen und umzusetzen. Konkret heißt das, die Verwaltung schaut sich jeden einzelnen Vorschlag an und bespricht sich mit den Fachbereichen, ob und wie man die Anliegen der Jugendlichen in die Tat umsetzen kann. Kleine Dinge sind bereits in der Umsetzung. So erhält das Jugendhaus zum Beispiel eine Playstation und einen Fernseher, um auch interaktive Spiele anbieten zu können. An den Schulen sollen ebenfalls Veränderungen stattfinden. Dabei hoffen wir auch auf Zuschüsse.

Wie werden die jungen Leute thematisch weiter eingebunden?

Bodner: In den nächsten Monaten soll es Arbeitsgruppen mit Jugendlichen geben, um einzelne Projekte weiter voranzubringen. Die Jugendlichen haben dann nochmal die Gelegenheit – gemeinsam mit der Verwaltung – konkret ihre Wünsche umzusetzen.

Gibt es auch Ideen, die eher nicht in Betracht kommen?

Bodner: Ja, es gibt Anliegen, die nicht in der Hand der Gemeinde liegen. Manch einer wünscht sich ein Kino im Ort, um nicht mehr nach Karlsruhe fahren zu müssen. Dies können wir natürlich nur schwer erfüllen. Aber auch solche Anliegen werden von den Mitarbeitern ernst genommen. Wir versuchen, Alternativen aufzuzeigen.