So sehen Walzbachtaler Sieger aus: Die A-Jugend der HSG feiert den Gewinn des badischen Titels. Ende April spielen die Handballtalente nun noch um die baden-württembergische Meisterschaft und im Mai um einen Platz in der Jugend-Bundesliga.   | Foto: Rake Hora

HSG-A-Jugend: Badischer Titel

Walzbachtal feiert seine Handball-Meister

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„Das ist eine Riesensache. Für die HSG und für Walzbachtal. Die Jungs haben das richtig gut gemacht, Respekt“, schwärmt Marco Reichert, Jugendleiter bei der HSG Walzbachtal. „Die Jungs“, das ist die A-Jugend der HSG, und die hat zum ersten Mal die Badische Meisterschaft gewonnen. Vorzeitig, zwei Spieltage vor Rundenende, also ziemlich souverän, war der Titel eingetütet und damit der „bisher größte Erfolg in unserer Jugendarbeit“, so Reichert, perfekt.

Bürgermeister Burgey gratuliert

Den Champions zollte auch der Walzbachtaler Bürgermeister Karl-Heinz Burgey Respekt. Er kam zur letzten Heimpartie der HSG-A-Jugend am Samstag  – bei dem der Tabellenletzte TSG Dossenheim mit 34:21 aus der Wössinger Sporthalle gefegt wurde – und das HSG-Team gelbe „Meister-Trikots“ sowie vom Handballkreisvorsitzenden Franz Schneider den Meister-Wimpel überreicht bekam.

Mit dem 28:22-Auswärtssieg bei Post Südstadt Karlsruhe am vergangenen Wochenende hatten die Walzbachtaler Spieler der Jahrgänge 2000/2001, die schon vergangene Saison am Titel schnupperten, alles klar gemacht und sich vor den abschließenden zwei Partien uneinholbar von der Titel-Mitkonkurrenz aus Nußloch, Leutershausen/Heddesheim oder Birkenau abgesetzt. Marco Reichert lacht. „Geplant war die Meisterschaft sicher nicht“, sagt er, und verrät: „Ziel war, unter die Top drei zu kommen. Aber die Mannschaft hat viel Potenzial, sie hat immer oben mitgespielt und sie hat sich belohnt.“

HSG Walzbachtal: Engagierte Nachwuchsarbeit

Für die 2013 zunächst als Jugendspielgemeinschaft aus den Vereinen TSV Jöhlingen und TV Wössingen gegründete HSG – seit 2015 treten alle Herren-, Frauen- und Jugendmannschaften als Handballspielgemeinschaft (HSG) Walzbachtal auf – zahlt sich die engagierte Nachwuchsarbeit aus.

Viele Eigengewächse aus Jöhlingen und Wössingen

Natürlich reiche man nicht ganz an das Niveau der Talentschmieden Rhein-Neckar Löwen und Pforzheim heran. Damit könne man sich nicht vergleichen, meint Marco Reichert, „aber die HSG ist im Umkreis eine der besten Adressen in der Jugendarbeit“, fügt er hinzu: „Wir haben viele Eigengewächse aus Jöhlingen und Wössingen. Zu uns kommen Talente aus der näheren Umgebung – sie alle wollen wir langfristig an uns binden. Wir wollen nachhaltige Aufbauarbeit leisten, die HSG muss auf einem stabilen Fundament stehen. Nur mit einem Ausreißerjahrgang ist es nicht getan.“ Die HSG Walzbachtal ist nicht nur in der A-Jugend in der Badenliga vertreten, auch in der B- und C-Jugend.

Willkommene Unterstützung für Herren-Teams

Nun also rücken sechs Spieler des Jahrgangs 2000, die zur Stammformation gehören, in den Seniorenbereich auf – eine willkommene Unterstützung sowohl für die erste Herrenmannschaft (Verbandsliga), die mittelfristig aufsteigen und sich in der Badenliga etablieren will, als auch für die Zweite in der Landesliga und die Dritte in der 1. Kreisliga.

Wir wollen im Handballsport etwas bewegen

„Wir wollen im Handballsport etwas bewegen. Und es hat sich in Walzbachtal herumgesprochen, dass da was geht“, sagt Marco Reichert. „Beim vorentscheidenden Spiel kürzlich in Karlsruhe waren viel mehr Fans von uns als von den Gastgebern da.“ Die HSG Walzbachtal ist, als eines der Aushängeschilder des Handballkreises Karlsruhe, aber nicht nur in der A-Jugend in der Badenliga vertreten. Auch in der B- und C-Jugend.

Anerkennung für Trainerduo Kunzmann/Unverricht

Der sportliche Erfolg mit dem badischen A-Jugend-Meistertitel als Krönung sei maßgeblich dem Trainergespann Thorsten Kunzmann/Patrick Unverricht zu verdanken, erklärt Marco Reichert. Kunzmann, der früher das Trikot des TV Wössingen trug und dessen Name in Handballkreisen für eine „intensive und qualifizierte Jugendarbeit“ stehe, habe das Team geprägt. „Er hat die Jungs teilweise von der C-Jugend hochgeführt und er hat einen super Draht zu ihnen “, sagt Reichert. „Der Titelgewinn ist auch für ihn die Krönung.“

Der eine oder andere schaffte es zu den  „Junglöwen“

Thorsten Kunzmann, der seit vielen Jahren als Förderer junger Spieler gilt, von denen es der eine oder andere zu den „Junglöwen“ oder zur SG Pforzheim-Eutingen schaffte, werde nun wieder einen neuen, jüngeren Doppeljahrgang übernehmen. Dafür wird sich sein bisheriger „Co“ Patrick Unverricht, der ebenfalls aus Reihen des TV Wössingen kommt, stärker im A-Jugend-Bereich einbringen.

Ende April um den HBW-Pokal

Zu Ende ist für Walzbachtals badische A-Jugend-Meister die Saison nach der Kür im Ligaspielbetrieb am 30. März bei der TGS Pforzheim aber längst noch nicht. Am 28. April geht’s im Südbadischen um den HBW-Pokal, „was der inoffiziellen baden-württembergischen Meisterschaft entspricht“, verdeutlicht Marco Reichert. Gegner sind dann die SG Köndringen-Teningen (Südbaden-Meister) und JSG Balingen-Weilstetten (Württemberg).

Qualifikation zur Jugend-Bundesliga

Und am 11. Mai findet noch die badeninterne Qualifikation zur Jugend-Bundesliga 2019/2020 der männlichen A-Jugend (dann die Jahrgänge 2001/2002) statt. Gegner der HSG Walzbachtal werden die HG Oftersheim/Schwetzingen, die SG Nußloch und die JSG Leutershausen/Heddesheim sein. „Allesamt Nachwuchsteams von Drittligisten, die natürlich in der Favoritenrolle sind. Wir sind die Underdogs, wir können da dann ganz ohne Druck reingehen. Mal sehen, wie groß die Lücke nach oben ist“, sagt Marco Reichert.

Meisterteam in Feierlaune

Wer die Bundesliga-Qualifikation ausrichten wird, stehe noch nicht fest. „Und ich weiß auch noch nicht ganz genau das Prozedere. Es kommen aber zwei oder drei Mannschaften weiter in die Quali mit den Teams aus Südbaden und Württemberg, um dann die ausstehenden Plätze in der Jugend-Bundesliga (in der Süd-Staffel spielen zehn Teams) aufzufüllen“, so Reichert. Jetzt aber wird erst einmal der Badische Titel gefeiert. Das haben sich Kai Armbruster, Andre Bertier, David Dehm, Justin Dußling, Sven Erkert, Paul-Moritz Kentschke, Tim Kiefer, Robin Kinsch, Ricco Krauss, Leon Lagasse, Marvin Maurer, Silas Neumann, Tim Rössler, Lukas Schäfer, David Schelker, Michael Schmidt, Burkhard Ugowski, Lukas Winkler und Simon Zengerle redlich verdient.