Für ein gutes Klima nicht nur in Pfinztal (hier ein Blick auf Berghausen) haben Gemeinderat und Verwaltung jetzt gemeinsam eine „Klimaoffensive“ gestartet. Eine Kommission soll in klimarelevante Themen einbezogen werden. | Foto: Klaus Müller

Pfinztal geht Krise positiv an

Klimaoffensive für die ganze Gemeindeentwicklung geplant

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Mit einer Expertenkommission will Pfinztal der Klimakrise begegnen und setzt dabei auf die Möglichkeiten einer „Klimaoffensive“.  Gemeinderat und Verwaltung vertrauen gemeinsam darauf, dass sich mehr Einsatz gewinnen lässt, wenn das Thema bewusst „positiv besetzt“ sei.

Von Klaus Müller

Nicht Notstand, nicht Krise

Die Gemeinde Pfinztal will offensiv – und das im wahrsten Sinne des Wortes – ihren Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise beisteuern. Es wird nicht wie in anderen Kommunen ein „Klimanotstand“ ausgerufen, sondern die Gemeinde möchte in die Offensive, in die „Klimaoffensive“ gehen. Einigkeit herrscht in Gemeinderat und Verwaltung über die Notwendigkeit, dass beim Klimaschutz viel mehr geschehen müsse (die BNN berichteten).

Alle Fraktionen ziehen mit

Ihr einstimmiges Votum, eine „Klimaoffensive“ zu starten, bekräftigten die Fraktionsvorsitzenden im Gespräch mit den BNN. Parteipolitik solle dabei außen vor bleiben, betonte Monika Lüthje-Lenhart (Grüne), Mitinitiatorin des Vorhabens. Wichtig sei es, spezifische Ansatzpunkte und Lösungen für Pfinztal auf den Weg zu bringen, befand Klaus-Helimar Rahn (ULiP). Es werde um konkrete Dinge gehen, die direkt die Umwelt und das Klima betreffen würden, meinte ebenso Dagmar Elsenbusch (SPD). Achim Kirchenbauer (CDU) sprach davon, auf lokaler Ebene etwas zu tun.

„Klimaoffensive“ soll das Thema positiv besetzen

Dass sich von Pfinztal aus die Welt nicht retten lässt, wissen die Protagonisten der örtlichen „Klimaoffensive“ nur allzu gut. „Wir wollen aber unseren Beitrag leisten, dass sich am Ende doch etwas ändert“, lautet der einhellige Tenor. Mit dem Begriff „Klimaoffensive“ soll das Thema zudem positiv besetzt werden. Die Idee, das Vorhaben eben so und nicht wie viele andere Kommunen es als „Klimanotstand“ zu bezeichnen, hatte laut Kirchenbauer der Pfinztaler Hauptamtsleiter Wolfgang Kröner.

Konkrete Schritte nach der Sommerpause

Ganz konkrete Schritte in Richtung Umsetzung der „Klimaoffensive“ soll es im September geben. Mit Zustimmung des Gemeinderates – von der ist in jedem Fall auszugehen – will die Gemeinde eine Klimakommission einsetzen. Die Kommission, deren Mitglieder unter anderem von den Fraktionen benannt werden, soll aus vier Gemeinderäten und vier externen (kundigen) Personen bestehen. Zudem, sagte Lüthje-Lenhart, könne die Kommission auch unabhängige Experten zurate ziehen. Mehr noch: Expertenmeinungen zum Thema Klimaschutz sollten in die Gemeindepolitik einfließen, urteilte Elsenbusch.

Fachleute für alle klimarelevanten Themen

Die Kommission, auch darüber herrscht Einigkeit, kann (und soll) bei klimarelevanten Themen einbezogen werden. Überdies sollen bei entsprechenden Entscheidungsprozessen im Gemeinderat Auswirkungen aufs Klima berücksichtigt werden – möglichst mit der Zielsetzung, Lösungen zu bevorzugen, die sich „positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz“ auswirken. Das freilich bedeutet nicht – und da muss man kein Prophet sein – dass der Gemeinderat bei allen „klimarelevanten Themen“ nun einmütig vorgeht. Zumal es kaum ein Thema mehr gibt, das den Überbegriff Klima nicht wenigstens tangiert. Am Ende werde es auch zu Abwägungsprozessen kommen, meinte Bürgermeisterin Nicola Bodner.

Bürger sollen eingebunden werden

Einen wichtigen Part bei der „Klimaoffensive“ sollen die Bürger einnehmen. Ihre Ideen, etwas für den Klimaschutz zu tun, seien gefragt. Überhaupt gelte es nun, in dieser Hinsicht viele Ideen zu sammeln, betonte Lüthje-Lenhart. Und es müsse insgesamt gesehen ein Klima geschaffen werden, das die Bürger dazu anrege, bei der Pfinztaler Klimaoffensive mitzumachen. Denn eins sei sicher, befand Rahn: „Der Klimawandel hat uns längst erreicht.“