Eine Versickerungsmulde hinter dem Lärmschutzwall. Die Mulde leitet das Regenwasser ab, das sich sonst am Fuß des Walls stauen würde, und verhindert so einen Rückfluss auf die Fahrbahn. | Foto: Marianne Lother

Fertigstellung bis Ende 2021

Lärmschutzwall ist zur Hälfte geschüttet

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Seit Februar ist der erste Bauabschnitt  vom  Lärmschutzwall beim Weingartener Ortsteil Waldbrücke endgültig fertiggestellt und die beiden Lärmschutzwände sind eingebaut. Wie sieht es jetzt, Ende April, mit den Baufortschritten aus?

Von Marianne Lother

„Mehr als die Hälfte des gesamten Walls ist geschüttet“, sagt Thorsten Fredrich, Projektleiter der ausführenden Firma Mineralix, vor Ort. Die Materialmengen seien vorhanden, die Lieferung laufe gut, und einer fristgerechten Fertigstellung bis Ende 2021 stehe nichts im Wege.

Mulde hinter dem Lärmschutzwall

Im Fahrzeug mit Allradantrieb geht es zur Rückseite des Walls auf der Höhe des Autobahnparkplatzes Höfenschlag und zu einem Revisionsweg für die Versickerungsmulden. Die nicht zu unterschätzende Bedeutung dieser Mulden erweist sich aus Fredrichs Erklärungen. Rohrleitungen führen unter dem Wall durch und leiten das Regenwasser, das sich sonst am Fuß des Walls stauen würde, ab. Dadurch wird ein Rückfluss auf die Fahrbahn und damit das gefährliche Aquaplaning vermieden. Jede Sickermulde ist mit einer karbonathaltigen Sandschicht versehen, erklärt Fredrich. Das Karbonat binde Schwermetalle, die beim Durchströmen von der Fahrbahn gelöst werden und sonst ins Grundwasser gelangen würden. So bleibe das Wasser sauber.

Schutz für den Heldbock

Direkt hinter dem Erdwall stoppt er das Fahrzeug und öffnet das Fenster. Zu hören ist: nichts. Der Lärm von der allenfalls 50 Meter entfernten Autobahn 5 ist komplett verschluckt. Hinter der Wand ist der brausende Verkehr noch geringfügig zu hören, aber der Unterschied zu früheren Zeiten, als noch gar nichts stand, ist beeindruckend. „Der Wall schlägt die Wand um Längen“, fasst Thorsten Fredrich zusammen, aber der Einbau der Wände war den schützenswerten Habitaten des Heldbocks geschuldet, dessen Vorkommen an dieser Stelle gefunden wurde.

Die Lärmschutzwand beim Parkplatz Höfenschlag dämmt den Lärm von der Autobahn nicht so effektiv wie der Lärmschutzwall, ist aber den schützenswerten Habitaten des Heldbocks geschuldet.

Weiter geht die Fahrt nach Süden zum zweiten Abschnitt. „Hier müssen noch zwei bis drei Meter Höhe geschüttet werden“, sagt Fredrich, dann habe auch dieser Abschnitt seine endgültige Höhe erreicht. Hier seien noch die Sickermulden einzurichten, die entlang der Fahrbahn vor dem Wall verlaufen. Allerdings müsse dafür die Autobahn tageweise gesperrt werden, da der Sicherheitsbereich hinter der Leitplanke, der normalerweise acht Meter betrage, hier zu schmal sei. Die grundsätzliche Genehmigung des Regierungspräsidiums sei bereits erteilt.

Sämtliche Freigaben sind da

Zusammenfassend erklärt Fredrich, sämtliche Freigaben für einen Weiterbau seien da. Das Material sei ebenfalls vorhanden. Weitere Schüttungen seien seit dem Sachstand im Februar aufgrund der zu feuchten Witterung nicht erfolgt, würden jetzt aber wieder fortgesetzt. Stattdessen wurden Renaturierungsarbeiten ausgeführt und Versickerungsmulden fertiggestellt.
Vor der weiteren Schüttung müssen die vorhandenen und noch nicht begrünten Flächen nochmals abgewalzt und Lastplattendruckversuche unternommen werden.