Schöne Aussicht auf den Rhein, aber nicht alle finden die Situation mit den vielen Wohnmobilen am Leinpfad in Leopoldshafen gut. | Foto: Werner

Wohnmobile am Rhein

Leinpfad Leopoldshafen: auf einer Seite Parkverbot?

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Die Wohnmobile auf dem Leinpfad bei Leopoldshafen sind ebenso ein Dauerbrenner wie ein topaktuelles Thema. Dauerbrenner deshalb, „weil wir darüber zumindest schon so lange diskutieren wie ich Bürgermeister bin“. Und das ist eine Weile her, denn Bernd Stober wurde 1999 erstmals gewählt. Und aktuell ist es, weil eine BNN-Veröffentlichung unter dem Titel „Stoßstange an Stoßstange“ eine immense Nachfrage und breite Kommentierung erfahren hat.

Aufreger im Netz

Der Artikel hatte innerhalb einer Woche rund 50 000 Seitenaufrufe auf der BNN-Homepage. Die Meinungen in Facebook sind unterschiedlich. Zwischen Kritik an den Wohnmobilisten („wildes Campen“) und verhaltener Zustimmung („das Campen dort hat seinen Charme“) oder „Systemkritik“ („an der Darstellung der Nichtzuständigkeiten der Behörden sieht man wieder, wie bürokratisch wir sind“), gibt es auch Empfehlungen, dass sich doch bitte die Gemeinde um die Sache kümmern möge.

Lösung angedacht

Das tut sie, macht Bürgermeister Bernd Stober deutlich. Und zwar schon lange. Aber die Rechtslage lässt wie berichtet keinen unmittelbaren Zugriff durch die Gemeindeverwaltung zu. Eine denkbare Lösung – Parken auf der Landseite des Leinpfads, wasserseitig ist es verboten – bedarf der Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt in Mannheim. Denn die Hälfte des Wegs gehört dem Bund, der seinen Teil der Gemeinde per Nutzungsvertrag überschreiben müsste. Dann hätte die Ortspolizeibehörde einen Zugriff. Was indes hinzukäme, wäre eine Instandsetzung des Leinpfads, die nicht billig ist, wie Stober sagt. Und sogar wirklich teuer werden könne, wenn die Sanierung richtig gemacht werden soll.

 

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Rathaus und Facebook

Die umfassende Diskussion und das große Interesse an dem BNN-Beitrag im Netz wurde auch im Rathaus von Eggenstein-Leopoldshafen verfolgt. Bürgermeister Bernd Stober sagt dazu, dass „wir solche Dinge in Facebook schon ansehen. Man kann den Bürgerwillen ja nicht ignorieren“. Eine direkte Reaktion seitens des Rathauses gebe es allerdings nur in Einzelfällen. Das Thema „Wohnmobile am Leinpfad“ und dessen social- media-Auffälligkeit könnte aber dazu führen, dass die Gemeinde „einen Sachstand herausgibt“. Der freilich könnte sich absehbar aber wieder ändern. Denn die aktuelle Diskussion hat dazu geführt, dass Bernd Stober gerne einen Knopf an die Sache machen würde. Er hat sich mit dem Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts, Jörg Vogel, für Ende des Monats vereinbart, um die Sachlage nochmals zu erörtern. Er hofft dabei, dass ein Nutzungsvertrag möglich wird.

Im Zweifelsfall „schriftlich“

Wenn das aber nicht ginge, „dann will ich das schriftlich“. In der Vergangenheit habe es zwar schon Kontakt in der Sache gegeben. Die Bemühungen um eine Regelung seien indes im Sande verlaufen.