Knackpunkt Telefonanschluss: Nunziella Amtmann, links ihr Mann Peter, wartet händeringend darauf, die neue Postfiliale in der Eggensteiner Uhlandstraße eröffnen zu können. | Foto: Manfred Spitz

Eröffnung zweimal verschoben

Leitung fehlt – Die Post geht nicht ab in der neuen Filiale in Eggenstein

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„Haben Sie schon geöffnet?, fragt die junge Frau, die in der neuen Eggensteiner Postagentur in der Uhlandstraße Briefe aufgeben möchte. „Nein, leider noch nicht“, muss sie Nunziella Amtmann vertrösten. Nachdem die von ihr seit 2002 in Eggenstein betriebene Filiale in der Lenaustraße zum 31. Mai von der Deutsche Post AG geschlossen worden war und sich eine Übergangslösung in einem Container nicht realisieren ließ, wollte Amtmann in dem nach langer Suche gefundenen neuen Domizil in der ehemaligen Uhland-Apotheke eigentlich am 21. Oktober wieder öffnen. Doch daraus wurde nichts. Und auch nicht mit dem dann avancierten Start am Freitag, 25. Oktober. Die Telefonleitung fehlt.

Es ist furchtbar, ständig vertrösten zu müssen

Wann es endlich los gehen könne – sie wisse es noch nicht, sagt Nunziella Amtmann. „Vielleicht nächste Woche“, zuckt Amtmann mit den Schultern. „Nein, hoffentlich nächste Woche“, fügt sie hinzu und meint: „Es ist furchtbar, ständig vertrösten zu müssen. Diese Situation tut mir weh für meine Kundschaft. Ich bin froh, wenn die Leute wieder kommen.“

Wann eröffnet die neue Postfiliale in der Uhlandstraße Eggenstein?

Denn die junge Frau, die in der Uhlandstraße in Eggenstein Briefe aufgeben wollte, war nicht die einzige, die sie wieder wegschicken musste. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als mit einem Aushang an der Fensterfront über die erneute Verzögerung und den neuen Eröffnungstermin zu informieren – wann der den feststeht. „Wenn es blöd läuft, wird’s Ende Oktober“, meint ihr Mann Peter, der beim Aufbau des Inventars mithilft und noch das letzte Stück Teppichboden verlegt. Seit Beginn des Mietverhältnisses am 1. Oktober ist Peter Amtmann in der Uhlandstraße „im Einsatz“ wie er sagt, renoviert die Räume, in denen vorher die Uhland-Apotheke war.

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 „Sehr seltsamer“ Fall

Warum aber die Verzögerungen beim Eröffnungstermin? Weil die Telekom nicht komme, um Telefonleitungen und Router zu installieren, könnten keine Computer angeschlossen werden, sagen die Amtmanns. „Termine waren ausgemacht, aber man hat uns hängen lassen.“ Erst am 19. Oktober, dann am 23. Oktober. Und auch tags darauf am 24. Oktober, habe man bis mittags auf einen Telekom-Techniker warten müssen. An diesem Freitag, an dem eigentlich die Eröffnung der neuen Eggensteiner Postfiliale sein sollte, wolle nochmals jemand von der Telekom vorbeikommen, sagen sie. „Wir stehen in Kontakt mit Frau Amtmann und wir arbeiten mit Hochdruck daran, zu einer Lösung zu kommen“, teilte Marion Flink von der Pressestelle der Bonner Telekom-Zentrale auf BNN-Anfrage mit. Der Fall sei sehr seltsam, räumt sie ein.

Computer stehen bereit

„Ich weiß nicht, woran es liegt. Es waren Termine vereinbart“, erklärt Ralf Palmen, Vertriebsmanager bei der Deutschen Post AG und zuständig für die Filialen zwischen Bretten, Bruchsal, Graben-Neudorf und Karlsruhe. „Wenn alles so gelaufen wäre wie geplant, es hätte geklappt“, sagt er. „Rechner und Alarmanlage müssen gehen, dann könnten wir eröffnen. Die Computer stehen zur Installation bereit.“

Künftig auch Lotto

In Blankenloch betreibt Nunziella Amtmann zwei weitere Post-Filialen. Die in der Gymnasiumstraße ebenfalls seit 15, die im Stutensee-Center seit zwei Jahren. Was die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs in Eggenstein angeht, bleibt das Prinzip Hoffnung. Hoffnung, dass sie mit Post, Postbank, Zubehör, Schreibwaren und Zeitschriften in der Uhlandstraße bald wieder loslegen kann. Die vielen Kunden schätzen bei ihr die freundliche, familiäre Atmosphäre. Voraussichtlich ab Mitte Dezember werde noch eine Lotto-Annahmestelle dazukommen, verrät Amtmann.

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Postfächer später

Fest steht, unabhängig vom Eröffnungstermin der neuen Eggensteiner Postagentur, dass die Postfachanlage erst ab Mitte November in der Filiale betrieben werden kann, bestätigt Hugo Gimber von der Pressestelle der Deutsche Post DHL Group. „Solange werden diese Sendungen weiter zugestellt.“

Die rechtlich garantierte flächendeckende Grundversorgung mit Postdienstleistungen besagt, dass die Deutsche Post in Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern eine stationäre Poststelle Poststelle vorhalten muss. In Gemeinden mit merh als 4.000 Einwohnern in zusammenhängend bebauten Geboeten muss gewährleistet sein, dass eine Filiale in einer Entfernung von maximal 2.000 Metern erreichbar ist.

Für den Erhalt einer für die Grundversorgung der Bürger unverzichtbaren Poststelle in Eggenstein hatte es im März, als die Kunde von der Schließung des Standortes Lenaustraße die Runde machte, eine Unterschriftenaktion gegeben, die viele Eggensteiner mit ihrem „Autogramm“ unterstützten.