Handwerker bestimmen demnächst das Geschehen im Linkenheimer Kindergarten "Kribbelkrabbel". Wegen Wasserschäden müssen die Kinder in Container umziehen. | Foto: Werner

Sanierung nach Wasserschäden

Linkenheimer Kindergarten zieht wegen Schimmelbefall in Containerdorf

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Das nennt man Pech. Erst musste die Gemeinde Linkenheim-Hochstetten eine Turnhalle nach einem Wasserschaden sanieren. Jetzt bereitet das gleiche Problem in einem Kindergarten neue Umstände – die Kinder müssen in ein Containerdorf umziehen.

Von unserem Mitarbeiter Alexander Werner

Im Frühjahr hatte Bürgermeister Michael Möslang den Linkenheim-Hochstettener Gemeinderat über einen schweren Wasserschaden in der Sporthalle Hochstetten informiert. Der wurde nicht nur behoben, sondern ergänzend gleich die ganze Halle aufwändig saniert. Jetzt stehe schon wieder eine umfassende Sanierung, erneut als Folge eines Wasserschadens an, berichtete Möslang. Der Tagesordnungspunkt war in der jüngsten Gemeinderatssitzung kurzfristig (nach Abschluss der Vorarbeiten) in die Tagesordnung aufgenommen worden.

Schon wieder Pech

Betroffen ist dieses Mal der AWO-Kindergarten „Kribbelkrabbel“ in der Linkenheimer Bahnhofstraße. Der Betrieb muss ab Ende November bis ins Frühjahr hinein ausgelagert werden. Bereits Mitte September war im Gebäude ein Schaden entdeckt worden. Wie Hauptamtsleiter Michael Thate informierte, sei die von einer defekten Wasserleitung unter der Turnhalle verursachte Leckage behoben worden. Allerdings habe man eine größere Schädigung des Gebäudes befürchtet.

Schimmel an mehreren Orten

Ein von der Versicherung beauftragtes Gutachten brachte das wahre Ausmaß an den Tag. Geprüft wurde unter anderem Schimmelbefall. Der wurde an mehreren Orten festgestellt. Betroffen sind der seit September gesperrte Personalraum, Turnhalle, Flur und Treppenhaus. Eine Gesundheitsgefährdung bestehe nicht, hob Thate hervor. Vorsorglich habe man für den Zeitraum bis zur Sanierung Luftreiniger aufgestellt.
Für das Kindergartenteam und die Eltern war das ein wesentlicher Punkt.

Die Kolleginnen hätten schon etwas Sorgen wegen der Gesundheit gehabt, erläuterte Leiterin Andrea Hammann. Diese Bedenken aber hätten ausgeräumt werden können. Rückfragen habe es dazu ebenso von Eltern gegeben. Diese seien auch bei einem Elternabend mit Gemeinde und Versicherung umfassend informiert worden. Transparenz zu schaffen, sei sehr wichtig. Die Eltern würden Verständnis zeigen und nähmen die Lage relativ entspannt. Seit September laufe der Betrieb mit Einschränkungen. Insofern sollte nun alles so schnell wie möglich vorangehen. Was nun komme, werde spannend, meint Andrea Hammann.

Gemeinderatsentscheid notwendig

Die Verwaltung hatte alles bis zur Vergabe vorbereitet. Angesichts des Betrags brauchte es einen Entscheid im Gemeinderat. Im Haushaltsentwurf 2020 sind 120 000 Euro für alles vorgesehen, was mit der Schadensbeseitigung und Sanierung zusammenhängt. Das schließt die Containerlösung ein, zu der es keine Alternative gab.

Ein so kurzfristig genehmigungsfähiges Ausweichquartier war nicht vorhanden und eine dezentrale Unterbringung der Kinder schloss die Kindergartenleitung aus. Thate sprach von einem kleinen Containerdorf, das auf dem angrenzenden Parkplatz aufgestellt und Ende des Monats bezogen werden soll. Die Kosten für vier Monate belaufen sich dafür auf knapp 79 000 Euro.

Nach dem Ergebnis der Untersuchungen gehe man davon aus, dass es bereits zuvor zu zwei oder drei Schadensvorfällen gekommen sei. Unabhängig davon soll im Volumen von 50 000 Euro die Heizungsanlage mit neuem Warmwasserspeicher und die kompletten Wasserleitungen erneuert werden. Eine Kostenübernahme der Versicherung wurde auf 45 000 Euro beziffert.

Im Container wird es gemütlich

In dem auf 64 Mädchen und Jungen ausgelegten „Kribbelkrabbel“ werden derzeit 57 Kinder in drei Gruppen betreut. Sicher werde es enger, aber auch gemütlicher, resümiert Andrea Hammann. In Container ausgelagerte Kindergärten hatte sie in der Vergangenheit schon besucht. Den Kindern vermittle man den Umzug als „Ferien im Container“.

Rechnen habe man mit dem Schaden und seinem ganzen Ausmaß bei dem Bau von 1994 nicht können. Was sich daraus ergebe, brauche einfach seine Zeit. Träger und Gemeinde hätten das Team jedenfalls voll unterstützt, hebt Hammann hervor. Die Sanierung sieht in drei Etappen Rückbau-, Trocknungs- und Wiederaufbauarbeiten vor. Bevor diese anlaufen, wird es weitere Kontrolluntersuchungen geben.