Andrang am Gefrierfach: In dieser Szene trennt noch eine Glastür die beiden Kunden, in der Realität sieht das oft anders mit dem vorgeschriebenen Abstand aus, wie BNN- Recherchen in den Supermärkten der Hardt-Region ergeben haben. Foto: dpa | Foto: dpa

Einkaufen während Corona

Maske ja – Mindestabstand nicht immer: Besuch in den Supermärkten in der Hardt

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Seit Einführung der Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie haben Supermärkte mehr Zulauf. Das ist auch in der Hardt zu beobachten. Da mehr und mehr Menschen – mangels Alternativen – zu Hause kochen, steigt die Nachfrage nach Lebensmitteln, vor allem nach regionalen Produkten.
Das Problem ist allerdings der Andrang in den Supermärkten, vor allem am Wochenende.

Wird der Mindestabstand eingehalten? Tragen die Kunden alle ihre Masken korrekt? Wird mehr mit Plastikkarten statt Bargeld bezahlt? Die BNN haben sich in Märkten der Hardt, darunter in Walzbachtal, Weingarten und Stutensee, umgeschaut.

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Wössingen: Keiner kommt sich zu nahe

Wössingen, Rewe-Markt: Am Samstagnachmittag ist kaum ein freier Parkplatz zu finden. Schon im Eingangsbereich weisen Schilder darauf hin, dass hier nur was mit Maske geht. Und, ja, es gibt keinen Kunden, der ohne Maske im Markt ist. Die meisten tragen Einweg, es gibt auch einige junge Männer mit den Feinstaub-Masken für Bauarbeiter und einen vermutlich älteren Mann mit furchterregender Gasmaske.

So unterschiedlich die Kunden sind – es gibt so gut wie keine Konflikte, niemand, zumindest bei der BNN-Stichprobe, kommt dem anderen zu nahe. Marktleiter Marco Hager ist sich denn auch bei der Nachfrage am Montagmorgen sicher: „Das läuft alles prima.“ Mehr will er aber nicht sagen und verweist auf die Rewe-Pressestelle.

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Weingarten: Mindestabstand wird nicht immer eingehalten

Weingarten, Lidl-Markt: Hier ist der Teufel los. Gedränge herrscht vor allem beim Gemüse und Obst – und nicht immer bleibt es bei den vorgegebenen 1,50 bis zwei Metern Mindestabstand. Aber im Großen und Ganzen verhielten sich die Kunden korrekt, berichtet eine Mitarbeiterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Ihre Kollegin an der Kasse, mit Plexiglasmaske statt Stoff vor Mund und Nase, bestätigt, dass fast jeder mit Karte zahlt. Auch sie will lieber anonym bleiben.

Beim Lidl-Besuch am Montagvormittag ist es dagegen recht leer. Zu den wenigen, die da einkaufen, zählen BNN-Leserin Margit Speck und ihr Mann, beide mit Einwegmasken ausgestattet. „Die Brille beschlägt halt dauernd, aber es muss ja sein“, sagt die Weingartenerin. Gedränge oder zuviel Nähe habe sie bislang nicht erlebt, erzählt sie, doch sei beim Bäcker mal ein Mann ohne Maske in der Warteschlange gestanden. „Da sind wir dann weitergegangen.“

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Blankenloch: 90 Prozent der Kunden zahlen bargeldlos

Blankenloch, Rewe-Markt: Den regnerischen Montagmorgen nutzen viele zum Einkaufen. An der Gefriertheke nähert sich ein junger Mann, greift an einer Dame vorbei ins Gemüsefach. Keiner sagt was, alle huschen weiter. An den Kassen zücken – so eine nicht repräsentative Stichprobe – neun von zehn Kunden die Karte. Kein Gedränge, alle halten die auf dem Boden durch Markierungen aufgezeigten zwei Meter Mindestabstand ein.

Über seine Erfahrungen in diesen Corona-Zeiten möchte der Marktleiter in Blankenloch nicht mit den BNN sprechen und verweist stattdessen auf die Rewe-Pressestelle in Köln. Die ist am Montag telefonisch nicht zu erreichen und beantwortet auch keine E-Mail.

Klopapier ist immer noch ein Renner

Diverse Umfragen und Statistiken zeigen übrigens, welche Produkte die Menschen in diesen Zeiten verstärkt nachfragen: mehr Desinfektionsmittel und Handwaschmittel, alle Arten von Nudeln – und immer noch Toilettenpapier. Hefe ist übrigens vielerorts nur am frühen Morgen zu bekommen, dann komplett ausverkauft. Das ist möglicherweise auch ein Beleg dafür, dass die Menschen zu Hause wieder mehr backen.