Nach rund 45 Minuten hatte Harald Wiedemann das Nest vom Baum. Einen guten Teil der Insekten hatte er zuvor in einen Kasten gesaugt. | Foto: Alexander Werner

Asiatische Hornisse entfernt

Mit dem Sauger gegen die Bienenfresser

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Im Prinzip war es ein gemeiner Staubsauger, mit dem Harald Wiedemann am Freitagnachmittag den Insekten zu Leibe rückte. Die Asiatische Hornisse hatte sich in den Wipfeln eines Baums vor dem alten Blankenlocher Hallenbad ihr Nest gebaut(die BNN berichteten). Schon als sich der in Land- und Stadtkreis aktive ehrenamtliche Hornissenfachberater im Schutzanzug per Hubsteiger der Feuerwehr ans Ausästen machte, umschwirrte ihn ein Schwarm aggressiver Insekten. Auf 2 000 Tiere schätzte er die Population, von denen er möglichst viele über einen Schlauch in einen Kasten saugte.

Asiatische Hornisse wird rigoros bekämpft

Erst durch das sich ausdünnende Laub war das rund 60 Zentimeter hohe Nest nach Monaten überhaupt entdeckt und gemeldet worden. Während heimische Hornissen geschützt und bei Bedarf umzusiedeln sind, werden ihre invasiven Verwandten – die Asiatische Hornisse – rigoros bekämpft. Zu 80 Prozent ernähren sie sich von Honigbienen. Ein Imker berichtete von Angriffen auf seine Stöcke. Ein weiteres ihrer Merkmale ist, dass sie noch bei Temperaturen bis knapp an den Gefrierpunkt fliegen. Wie man die schwarzen Hornissen mit gelben Beinen am besten einfängt, wird weiterhin getestet. So probierte Wiedemann in Stutensee  gegen die Asiatische  Hornisse eine andere Variante aus als vergangene Woche in Karlsruhe, als das Nest zuerst mit Kohlendioxid und Gift ausgesprüht und dann komplett entfernt wurde.

Endstation Naturkundemuseum

Kohlendioxid kam jetzt erst zum Einsatz, als Wiedemann das nicht gänzlich leergesaugte Nest abgesägt und unter den Augen von Zuschauern, Fachleuten und Vertretern der Stadt zu Boden gebracht hatte. In einem Plastiksack kommt es ebenso wie der gefüllte Holzkasten ins Naturkundemuseum. Dort werden die Hornissen getötet, ausgezählt und präpariert. Gänzlich Herr werden kann man einer Ausbreitung der seit 2016 nach EU-Beschluss bekämpften Insekten kaum. Um ihnen erfolgreicher beizukommen, werden sie genauer erforscht. Dazu wies Wiedemann darauf hin, wie wichtig es sei, dass Leute, die Nester entdecken, diese melden. Schwieriger wird das bei den kleinen Gründungsnestern, aus denen dann die großen hervorgehen.

 

Alexander Werner