In den frühen 1990er Jahren wurde das Rathaus in Eggenstein renoviert und erweitert. Jetzt brauchen die Mitarbeiter der Verwaltung aber mehr Platz. Daher soll eine Erweiterung kommen. | Foto: Ralf Schreck

Rathauserweiterung in Eggenstein

Neue Räume für die Mitarbeiter sollen auf Säulen über dem Parkplatz stehen

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Das Rathaus in Eggenstein wird zu eng. Deshalb denkt die Verwaltung schon einige Zeit darüber nach, wie man dieser Not abhelfen könne. Jetzt hat Bürgermeister Bernd Stober den Entwurf einer möglichen Rathauserweiterung öffentlich im Gemeinderat Eggenstein-Leopoldshafen vorgestellt, der eine Lösung zu verträglichen Kosten bieten kann.

Hausinterner Entwurf

Der von Architekt Volker Hetzel im Bau- und Liegenschaftsamt der Gemeinde gefertigte Entwurf für eine Rathauserweiterung sieht vor, den Parkplatz beim Rathaus zu überbauen, und zwar so, dass das zweigeschossige Erweiterungsgebäude auf Stützen errichtet wird, um die vorhandenen Stellplätze zu erhalten.

Platzbedarf wächst

Das 1962 bis 1964 erbaute und 1990 bis 1992 erweiterte sowie modernisierte Rathaus ist seither in Betrieb. Nach dem Auszug der Polizei wurde das Nebengebäude an der Friedrichstraße für Verwaltungszwecke ausgestattet. Für den Bedarf reicht das dennoch nicht. Etliche Plätze werden von zwei oder sogar drei Mitarbeitern wechselweise genutzt. Absehbar werden nach der Ermittlung der Verwaltung weitere Raumkapazitäten gebraucht, um weitere 23 Standardarbeitsplätze sowie verschiedene weitere Räume zu schaffen, erläuterte Stober. Und vor allem, um eine Lösung zu erreichen, die langfristig ausgerichtet ist und damit zukunftsfähig ist.

Leopoldshafen wäre Notlösung

Vor der Sommerpause hatte der Gemeinderat sich schon einmal mit grundsätzlichen Überlegungen zu vier denkbaren Varianten für eine Rathauserweiterung  befasst: Ein kompletter Neubau wurde damals aus Kostengründen (Größenordnung 15 bis 20 Millionen Euro) ausgeschlossen. Das Nebengebäude aufzustocken, brächte nicht den nötigen Raum. Das frühere Rathaus in Leopoldshafen aufzurüsten, bliebe eher eine Not- und Übergangslösung, weil dort zu wenige Arbeitsplätze entstünden, die Verwaltung dezentralisiert würde und wohl um die zwei Millionen Euro an Kosten entstünden.

Zwei funktionale Geschosse

So wurde die Variante weiterverfolgt, eben den Parkplatz am Rathaus zu überbauen. Rund fünf Millionen Euro werden für dieses Projekt geschätzt. Diese Variante einer Rathauserweiterung sei funktional, variabel ausbaubar, decke bei zwei Geschossen den Flächenbedarf und füge sich städtebaulich ein. Und sie böte, so der Bürgermeister, die Möglichkeit, die Verwaltungsabteilungen neu zu strukturieren, zum Beispiel um alle Stellen im Erdgeschoss unterzubringen, die am meisten direkt mit den Bürgern Kontakt haben.

CDU will Neubaustudie

Unterdessen hat die CDU-Fraktion beantragt, eine „Vorstudie zur Errichtung eines Verwaltungszentrums“ in Auftrag zu geben. Im Haushalt sollten dafür 50 000 Euro eingestellt werden. Dieses „neue Rathaus“ könnte im Bürgerpark entstehen. Begründung zum Antrag: Eine denkbare Alternative, die noch einmal genauer beleuchtet und mit exakteren Zahlen belegt würde, auch unter mittel- bis langfristiger Betrachtung der Kosten für den Bestandsbau, würde die Entscheidung tragfähiger machen.

Antrag fällt durch

Die Verwaltung lehnte den Antrag ab: Einerseits bräuchte man dafür reichlich Zeit, sodass eine solche Studie kaum vor Mitte 2019 vorläge. Anderseits entstünden weit höhere Kosten (die zudem über Kredite finanziert werden müssten) für ein solches Projekt als für die Erweiterung am Ort. Und: Man müsste das bestehende Gebäude abreißen. Letztlich wurde der Antrag der CDU bei sechs Befürwortern mit 14 Nein-Stimmen abgelehnt.

Entscheidung im Februar

Die Entscheidung über das Vorhaben „Parkplatzüberbauung“ soll der Gemeinderat am 5. Februar treffen. Bis dahin bleibt den Fraktionen Zeit, sich damit auseinanderzusetzen.