Im Vogelpark Linkenheim ist die Voliere von Waldrapp und Kuhreiher momentan verwaist. Alle Hühnervögel sind derzeit in Innenräumen untergebracht.
Im Vogelpark Linkenheim ist die Voliere von Waldrapp und Kuhreiher momentan verwaist. Alle Hühnervögel sind derzeit in Innenräumen untergebracht. | Foto: Stieb

Geflügelpest

Parks in Leopoldshafen und Linkenheim treffen Vorkehrungen

Von Katja Stieb

Der Kakadu im Linkenheimer Vogelpark weiß, was sich gehört: Wohl tonangebend in der Voliere seiner Artgenossen, sieht er es als seine Aufgabe an, Besucher mit einem durchdringenden, frechen „Hallo!“ zu begrüßen. Das Leben muss schließlich auch in Zeiten der Vogelgrippe weitergehen, da in der Nachbarschaft zahlreiche Quarantäne-Opfer zu beklagen sind.

Wir haben alle Hühnervögel sofort eingefangen

Am Samstag, nachdem bekannt geworden war, dass im Neureuter Vogelpark zwei Schwäne aufgrund der Geflügelpest verendet waren, wurden der Vorsitzende der Natur- und Vogelfreunde Linkenheim, Jörg Schäffner, und seine Vereinskollegen aktiv: „Wir haben alle Hühnervögel sofort eingefangen und in Innenvolieren verbracht“, so Schäffner. „Es waren insgesamt etwa 25 Tiere, darunter Reiher, Kraniche, Gänse und unsere Population an Zwerg- und Seidenhühnern.“

Vogelzüchter haben volles Verständnis

Viel Aufwand sei das ohne Frage gewesen, doch Schäffner hat volles Verständnis für die Vorsichtsmaßnahmen: „Die Sicherheit des Menschen hat definitiv Vorrang, da kann es gar keine Diskussion geben.“ Zum Glück betreffe die Quarantäne in der Beobachtungszone, zu der Linkenheim-Hochstetten gehört, nur Hühnervögel und nicht auch andere Vogelarten. „Wir haben ja beispielsweise eine ganze Reihe verschiedener Sittiche und Papageien“, so Schäffner. „Wenn wir sie auch einsperren müssten, wäre das noch schlimmer.“

Mitleid mit den Tieren

Schweren Herzens mussten auch die Vogelfreunde Leopoldshafen um ihren Zuchtwart Thimo Heidt am Samstag aktiv werden, nachdem ihnen durch die Polizei mitgeteilt worden war, dass die Hühnervögel weggesperrt werden müssen: „Unsere Enten, Kraniche und Schwäne zogen dann umgehend in ihre Innenbereiche um“, so Heidt. „Das ist nicht nur für uns ein gutes Stück Arbeit, sondern für Tiere natürlich auch purer Stress.“ Auch wenn er die Sicherheitsvorkehrung nachvollziehen kann und klar befürwortet, so täten ihm die rund 40 Tiere einfach leid. „Sie sind es gewohnt, sich in unseren Großvolieren relativ frei zu bewegen“, erklärt er und betont auch, dass ihre Unterbringung in Innenbereichen Mehrarbeit für die Mitglieder des Vereins bedeutet: „Wir müssen ja nun die Fütterung innen bewerkstelligen und regelmäßig sehr gründlich reinigen.“

Vogelfreunde Staffort gehen auf Nummer Sicher

Während die Parks in Linkenheim und Leopoldshafen ganz normal geöffnet haben, hat man sich in Stutensee-Staffort entschlossen, vorübergehend zu schließen, um Risiken zu vermeiden.
Der Vorsitzende der Vogelfreunde Staffort, Hartmut Hauth, erklärt, dass man lieber auf Nummer Sicher gehe: „Wir hatten ja diese Situation in der Vergangenheit schon öfter“, sagt er. „Auch jetzt haben wir unsere Hühner eingesperrt und die Volieren aller Vögel abgedeckt, damit kein Kot von Zugvögeln hineingelangen und unter Umständen den Erreger übertragen kann.“