Als klare Siegerin ging Petra Becker (links ihr Mann Michael) aus der Oberbürgermeisterwahl hervor. | Foto: Martin Heintzen

Gespräch mit neuer OB

Petra Beckers Amtsantritt in Stutensee ist noch offen

Anzeige

Am Sonntagabend hatte Petra Becker die Nase vorn. Mit über 57 Prozent haben die wahlberechtigten Stutenseer die Leitende Justiziarin bei der Stadt Karlsruhe zu ihrem neuen Stadtoberhaupt gewählt. Sie hat dabei im Vergleich zum ersten Wahlgang vor zwei Wochen ihren Stimmenanteil deutlich ausgeweitet und ihre Mitbewerberin Bettina Meier-Augenstein, die es auf 42 Prozent der Stimmen brachte, hinter sich gelassen.

Erstes Interview

An diesem Montag stellte sich Petra Becker als gewählte künftige Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Stutensee den Fragen unseres Redaktionsmitglieds Dietrich Hendel. Wann will sie ihr Amt antreten? Was werden ihre ersten Tätigkeiten sein? Wo will sie ihre persönlichen Schwerpunkte legen? Und: Wann gedenkt sie, ihren Wohnsitz nach Stutensee zu verlegen?

Frau Becker, Sie sind die künftige Oberbürgermeisterin von Stutensee. Haben Sie das Wahlergebnis schon wirklich realisiert und haben Sie vergangene Nacht gut geschlafen?

Becker: Noch nicht ganz, aber ich habe heute Nacht sehr gut geschlafen. Nach sechs Wochen Wahlkampf ist das Schlafbedürfnis auch sehr groß. Ich bin jedenfalls sehr glücklich über den Wahlausgang. Ich habe es mir gut überlegt, meinen Hut für Stutensee in den Ring zu werfen, und ja, ich wollte Oberbürgermeisterin werde.

Interview mit der Oberbürgermeisterin von Stutensee Petra Becker from Badische Neueste Nachrichten on Vimeo.

Können Sie schon absehen, wann Sie Ihr Amt als Verwaltungschefin antreten werden? Wovon hängt der Zeitpunkt ab?

Becker: Im Moment kann ich das noch nicht konkret absehen. Dazu werde ich in dieser Woche mit dem Karlsruher Oberbürgermeister, meinem Dienstherrn, sprechen und klären, wann ich bei der Stadt Karlsruhe gehen kann. Ich möchte mein bisheriges Aufgabengebiet ordentlich übergeben, ehe ich nach Stutensee wechsle. Ich wage noch keine Prognose zum Zeitpunkt.

Sie gehen in ein ganz neues Tätigkeitsfeld. Was wird sich für Sie wesentlich ändern, wenn Sie Oberbürgermeisterin in Stutensee sind?

Becker: Ich bin schon viele Jahre im Spannungsfeld zwischen Recht und Politik tätig. Das wird sich nicht wesentlich ändern, eher mehr zur Politik hin verschieben. Alles andere wird sich entwickeln. Ich werde sicher mehr bei den Menschen sein als bisher und mittendrin in Stutensee.

Wie bringen Sie Ihr neues Amt, das erfahrungsgemäß relativ wenig Freiraum lässt, mit Ihrem Privatleben und Ihrer Familie unter einen Hut?

Becker: Ich weiß, was auf mich als Oberbürgermeisterin zukommen wird. Ich kenne die vielfältigen Aufgaben in diesem Amt und die damit verbundenen Anforderungen. Das habe ich schon vor meiner Bewerbung mit meinem Mann und meiner Familie abgestimmt. Ohne meine Familie, die mich unterstützt, geht ein solches Amt nicht.

Was werden Sie als Erstes tun, wenn Sie im Rathaus in Blankenloch einziehen?

Becker: Ich werde mich zuerst mit den Menschen vertraut machen, die im Rathaus und in der Stadtverwaltung insgesamt arbeiten. Ich möchte deren Ideen hören und erfahren, ich möchte ihre Wünsche kennenlernen. Ganz wichtig wird es sein, dass ich mich mit allen Mitgliedern des Gemeinderats und der Ortschaftsräte verständige und die wichtigen Themen aufnehme, denn nur mit allen Beteiligten gemeinsam können wir Stutensee weiter voranbringen.

Sie sind künftig oberste Dienstherrin von 384 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung. Wie halten Sie es mit den Hierarchien?

Becker: Ich bin eine Freundin flacher Hierarchien. Eigenständigkeit und Eigenverantwortung bei den Mitarbeitern sind aus meiner Sicht der Schlüssel zum Erfolg. Das natürlich mit dem Schutz durch die Führungskraft. Man darf auch mal Fehler machen. Dann muss die Führungskraft hinter einem stehen. So habe ich das bisher in meiner Tätigkeit immer gehalten, und so will ich das auch weiterhin tun.

Welches wird Ihr wichtigstes Thema bis zum Ende des laufenden Jahres werden?

Becker: Ich möchte die Fortentwicklung des Stadtentwicklungskonzepts für Stutensee ganzheitlich, auch über die Frage des Wohnens hinaus, anstoßen und auf den Weg bringen. Das ist eine wichtige Aufgabe, an der viele beteiligt werden müssen, vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger, denen dieses Konzept zugute kommen soll. Die Menschen sollen mitentscheiden, wohin es in der Entwicklung in den nächsten Jahren gehen wird.

Wie werden Sie die Themenfelder Wohnen und Arbeiten mit Natur- und Umweltschutz in Einklang bringen?

Becker: Bei Wohnen und Arbeiten gilt es, die schon angelegten Projekte zügig voranzubringen. Bei allen Entscheidungen muss unbedingt der Natur- und Umweltschutz mitbedacht werden. Die Zeit des unbegrenzten Wachstums und Flächenverbrauchs ist vorbei.

Bis wann wollen Sie Ihren Wohnsitz nach Stutensee verlegen?

Becker: Sobald ich eine geeignete Wohnung gefunden habe. Mein Lebensmittelpunkt wird Stutensee jedenfalls sein, spätestens sobald ich mein Amt angetreten habe.