Zankapfel: Das Naturschutzgebiet Elisabethenwört soll zum Rückhalteraum gegen Hochwasser werden. Das Land plant die kleine Dammrückverlegung. Dettenheim und Philippsburg hätten einen gesteuerten Polder bevorzugt.
Zankapfel: Das Naturschutzgebiet Elisabethenwört soll zum Rückhalteraum gegen Hochwasser werden. Das Land plant die kleine Dammrückverlegung. Dettenheim und Philippsburg hätten einen gesteuerten Polder bevorzugt. | Foto: Homberg

Gegner bleiben skeptisch

Planungen zu Elisabethenwört laufen

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Als Staatssekretär André Baumann im Februar 2018 kundtat, dass das Land mit der kleinen Dammrückverlegung in das Planfeststellungsverfahren für den Rückhalteraum Elisabethenwört geht, war die Empörung groß. Das Landesumweltministerium und das Regierungspräsidium (RP) hätten über die Köpfe der Menschen in Dettenheim und Philippsburg und des Projektbegleitkreises entschieden, so der Vorwurf.

Ihren emotionalen Höhepunkt erreichte die Debatte dann bei einer Informationsveranstaltung im Februar dieses Jahres in Rußheim, als rund ein Drittel der Zuhörer aufstand, um mit gelben Westen gegen die Entscheidung und für einen gesteuerten Polder protestierte. Seitdem scheint Ruhe eingekehrt zu sein. Haben die Projektgegner die Flinte ins Korn geworfen? Und wo stehen die Planungen für das Großprojekt?

Projektbegleitkreis trifft sich am 22. Juli

„Wir haben die Entwurfsplanungen vorangetrieben“, informiert Armin Stelzer, Leiter des Landesbetriebs Gewässer im RP. Große Überraschungen habe es nicht gegeben, einiges habe aber noch optimiert werden müssen. Näheres soll der Projektbegleitkreis während seiner nächsten nicht-öffentlichen Sitzung am 22. Juli erfahren. „Wir werden neue Lagepläne, Querschnitte und Informationen zur Grundwasserhaltung präsentieren“, kündigt Armin Stelzer an.

konstruktiven Gespräche

Die Verwaltungen in Dettenheim und Philippsburg sind in den Prozess eingebunden. Erst kürzlich habe es ein Treffen zwischen RP und Verwaltung gegeben, in der auch die Wegeführung und das künftige Freizeitverhalten der Bevölkerung thematisiert wurden, bestätigt Dettenheims Bürgermeisterin Ute Göbelbecker. „Das Regierungspräsidium hat die Aufgabe, die Unterlagen für den Planfeststellungsantrag zu erarbeiten. Da sind wir natürlich im Austausch“, sagt Ute Göbelbecker. Armin Stelzer spricht von „konstruktiven Gesprächen auf Fachebene“.

Philippsburg will klagen

Es sind nicht nur diese Aussagen, die ahnen lassen, dass die Akzeptanz für die Pläne des Landes nicht gestiegen ist. Vielmehr hält die Stadt Philippsburg daran fest, Anfechtungsklage erheben zu wollen. Bürgermeister Stefan Martus sagte den BNN: „Die Entscheidung unseres Gemeinderates steht. Wir werden klagen. Dafür muss der Planfeststellungsbeschluss aber erst vorliegen.“ Das wird aber frühestens 2021 der Fall sein.

In Dettenheim gibt es keinen derartigen Beschluss des Gemeinderates. Ob das so bleibt, ist nicht entschieden. „Wir sind mit der Entscheidung und der Art und Weise, wie es dazu kam, nicht einverstanden“, so Ute Göbelbecker. „Also gibt es nur zwei Möglichkeiten: akzeptieren oder klagen.“