Der geplante Hochwasserschutzraum Elisabethenwört zwischen Dettenheim und Philippsburg ist umstritten. | Foto: Archiv Schmidhuber

Hochwasserschutz Dettenheim

„Polder – die bessere und sichere Lösung“

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Der Hochwasserschutz bleibt in der Region ein brisantes Thema. Um die richtige Vorgehensweise gibt es Streit nicht nur im Raum Karlsruhe/Rheinstetten, sondern im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens auch bezüglich des Schutzraumes Elisabethenwört bei Dettenheim/Philippsburg.

Die Position der Grünen-Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz zum geplanten Hochwasserrückhalteraum „Elisabethenwört“ zwischen Dettenheim und Philippsburg sorgt für intensive Diskussionen. Im Vorfeld einer Infoveranstaltung am 14. Februar hatte die Politikerin gegenüber den BNN erklärt, dass ein Polder, der notfalls geflutet werden soll, keine Alternative zu vorgeschriebenen ökologischen Flutungen darstelle.

Bürger denken anders

Genau diese aber wollen Bürgerinitiativen in Dettenheim und Philippsburg wie auch die beiden Gemeinden verhindern. Die Bürgerinitiative „Rußheimer Altrhein“ vertritt laut ihrem Sprecher Karl-Heinz Schmidt folgende Meinung: „Der gesteuerte Polder ist die bessere und sichere Lösung.“ Er betont zudem, dass das Gesetz keine Flutungen vorschreibe, vielmehr beziehe sich Schwarz offenbar auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in einer anderen Sache.

Unkontrolliert

Mit der Dammrückverlegung, so Schmidt, würde den Menschen in Rußheim das Hochwasser unkontrolliert an die vorhandene Bebauung geholt. Dabei komme es im Rückhalteraum zu Wassertiefen von vier Metern. In der Einleitung zum Wirksamkeitsnachweis sei zu lesen, dass die Retentionsräume mit einer maximalen Überflutungshöhe von 2,50 Meter realisiert werden sollen. Bei der festgelegten Variante finde diese Vorgabe keine Berücksichtigung, wäre aber mit einem gesteuerten Polder sehr gut machbar.

Schutz vor Grundwasseranstieg

Eine Steuerungsmöglichkeit, die Wassermassen in „Elisabethenwört“ zu begrenzen, gebe es so gut wie nicht, da die vorgelagerten Polder durch die ökologischen Flutungen sehr stark vorbefüllt seien. Die Retention werde nach derzeitigem Hochwassermanagement erst bei 4 000 Kubikmetern pro Sekunde abgebrochen. Wie nun im Vorfeld vom Vorhabensträger zu hören war, sei es nun doch zwingend erforderlich, für Rußheim eine Grundwasserhaltung einzurichten, um die Gebäude vor schädlichem Grundwasseranstieg zu schützen.

Absurd

Seitens der Philippsburger Bürgerinitiative „Wir sind Heimat“ schreibt deren Sprecher Uwe Hormuth, dass man gegen die „Dammabrisspläne“ und die Zerstörung des Naturschutzgebietes Elisabethenwört sei. Es sei völlig absurd, ein Naturschutzgebiet renaturieren zu wollen. Durch den unkontrollierbaren Rheinwassereinfluss könne Elisabethenwört gegen Umweltkatastrophen auf und am Rhein nicht geschützt werden. Das Gleiche gelte auch bei den durch Hochwasser verursachten Folgen, wie etwa stehendes Wasser auf 400 bis 500 Hektar und den Schnakenbefall.

Klage empfohlen

Nachdem sich zu Andrea Schwarz bereits der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung gemeldet hatte (die BNN berichteten), kritisiert auch der AfD-Landtagsabgeordnete Rainer Balzer seine grüne Kollegin: Sie nehme die Ängste der Bürger nicht wahr. Wie Jung meint er, dass den Gemeinden nur der Klageweg gegen diese Politik der grün-schwarzen Landesregierung bleibe.

Termin
Info des Regierungspräsidiums zu „Elisabethenwört“ am Donnerstag, 14. Februar, 19.30 Uhr, Pfinzhalle Rußheim.