Den Frühling genießen fällt Allergikern oftmals schwer. Blütenpollen wie die der hier abgebildeten gemeinen Hasel, die derzeit noch blühen, machen ihnen zu schaffen.
Den Frühling genießen fällt Allergikern oftmals schwer. Blütenpollen wie die der hier abgebildeten gemeinen Hasel, die derzeit noch blühen, machen ihnen zu schaffen. | Foto: dpa

Webseiten bieten Vorhersagen

Pollen fliegen sehr früh: Allergiker greifen zu Tricks und Medikamenten

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Tränende Augen, triefende Nase und juckende Schleimhäute: Für die meisten Menschen ist diese Jahreszeit mit freudigen Frühlingsgefühlen verbunden. Für Pollenallergiker hingegen beginnt jetzt die Zeit des Leidens. „Es gibt verschiedene Arten von Pollen“, erklärt Hans-Martin Flinspach, Kreisökologe aus Weingarten.

Von unserer Mitarbeiterin Monja Scheffner

„Und somit ist es abhängig von den persönlichen Empfindlichkeiten, auf welche Pollen die Menschen reagieren.“ Hasel- und Erlenpollen sind oft schon im Februar aufzufinden. Birkenpollen beginnen ihren Flug ab März und Gräserpollen ab Ende April. Im August und September nimmt der Pollenflug ab und die meisten Personen sind beschwerdefrei. „Die Pollenflugzeit ist abhängig von der Großwetterlage, ob es längere oder kürzere Winter sind, und der Region“, sagt Flinspach. Längere Winter bedeuten eine höhere Belastung für Allergiker, weil sich mehr Pollenarten gleichzeitig in der Luft befinden. Mehr Pollen bedeuten stärkere Beschwerden.

Die Quote der Menschen, die von Allergien betroffen sind, ist gestiegen.

Um es Allergikern angenehmer zu machen, gibt es auf verschiedenen Webseiten, wie zum Beispiel „wetter.de“, auch Vorhersagen für den Pollenflug in verschiedenen Regionen. Die Vorhersagen geben Auskunft darüber, wie stark der Blütenstaub fliegt und welche Arten gerade akut sind.
Viele Betroffene leiden unter Kreuzallergien. Dabei reagiert man neben den Pollen auch auf gewisse Lebensmittel allergisch. Zum Beispiel reagieren Birkenpollenallergiker auch auf Äpfel allergisch, weil sich die Allergene ähnlich sind und das Immunsystem diese nicht unterscheidet. „Die Quote der Menschen, die von Allergien betroffen sind, ist gestiegen, weil in der heutigen Zeit alles steriler ist“, sagt ein Hausarzt aus Dettenheim. „Dieses Jahr hatten wir schon sehr früh die ersten Allergie-Patienten.“ Viele nicht betroffene Menschen verwechseln Pollenallergien mit einer Erkältung. „Für Patienten, die betroffen sind, ist es eindeutig, wann es eine Allergie und wann es eine Erkältung ist“, so der Arzt. „Einige sind das ganze Jahr über gegen Gräser anfällig, andere nur gegen Frühblüher.“

Manche Allergien verschwinden wieder

„Manche Patienten behandeln eine Pollenallergie medikamentös“, sagt eine Mitarbeiterin der Flora-Apotheke in Eggenstein-Leopoldshafen. „Entweder durch eine Desensibilisierung in der Hausarztpraxis, Allergietabletten, Sprays mit antiallergischer Wirkung oder durch eine homöopathische Behandlung.“ Eine Desensibilisierung, Allergene unter die Haut spritzen, um das geschwächte Immunsystem zu stabilisieren, helfe zwar vielen Menschen, aber nicht allen. „Bei manchen Allergikern verschwindet die Allergie für ein bis zwei Jahre und kommt wieder.“

Tipp: Nachts vor dem Schlafen gehen duschen

Eine Pollenallergie sei nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, weil sie durch das Zuschwellen der Nase Auswirkungen auf den Schlaf und die Konzentration der betroffenen Person hat. „Kortison ist ein wichtiger Wirkstoff gegen Allergien“, sagt der Hausarzt. „Wenn sich manche nicht Kortison spritzen oder sprühen, können sie sogar an einer Allergie sterben.“ Ein Tipp aus der Flora-Apotheke: „Nachts vor dem Schlafen gehen duschen, um die Pollen loszuwerden. Das hilft vielen Allergikern besser zu schlafen.“