64 neue Lehrer für Schulen in Landkreis und Stadt. | Foto: Schwab

64 „Neue“ vereidigt

Region ist bei Lehrern beliebt

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Unterrichtsausfälle werden im Bereich des Staatlichen Schulamts Karlsruhe kein Thema werden. „Der Pflichtbedarf ist gesichert“, sagt Rüdiger Stein, Leiter des Schulamts. Das unterscheide den Zuständigkeitsbereich des Schulamts (von Oberhausen-Rheinhausen im Norden bis Malsch und Marxzell im Süden, von Rheinstetten im Westen bis Sulzfeld im Osten) vom restlichen Ländle. Die Region profitiere davon, dass sie bei Lehrern beliebt sei: Es gebe in diesem Schuljahr mit 64 neuen Lehrern zwar weniger Neueinstellungen als noch 2018, dafür gebe es viele Zuversetzungen aus anderen Landesteilen, bestätigt Peter Springer, Schulaufsichtsbeamter in Karlsruhe. „Es gibt keine Lehrer, die fehlen“, unterstreicht Springer mit Nachdruck.

Bei einer Feierstunde in den Räumen der IHK Karlsruhe („Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit mit der IHK“, so Schulamtsleiter Stein) wurden am Montag 64 neue Lehrer vereidigt. 13 davon werden an Grundschulen eingesetzt, einer an einer Werksrealschule, 19 an Realschulen und 29 an Gemeinschaftsschulen. Eine Lehrkraft wird zudem an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) eingesetzt und eine Lehrkraft an einer Grundschulförderklasse.
In Zahlen: Im Landkreis Karlsruhe gibt es aktuell 15 113 Grundschüler und Schüler in den Primarstufen der Gemeinschaftsschulen, 1 446 in den Werkrealschulen, 8 672 in Realschulen und 3 855 Schüler in den Sekundarstufen der Gemeinschaftsschulen – zusammengerechnet 29 086 Schüler. Das Schulamt bilanziert demgegenüber rund 5 000 Lehrkräfte für den Gesamtbereich.

Herausforderung: Sprache

Besondere Herausforderung sei die Sprachförderung, sagt Elke Rosenberg, stellvertretende Schulamtsleiterin. An der Karlsruher Gutenbergschule und der Philippsburger Hieronymus-Nopp-Schule seien Standorte mit besonderen Angeboten zur Alphabetisierung und Demokratiebildung, wie es im Fachjargon heißt. Dabei sollen insbesondere Kinder aus Flüchtlingsfamilien gefördert werden. Das gelte auch für die Felsschule an der Karlsruher Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA). Für die Schüler der Einrichtung gehe es aber vorrangig darum, ein geregeltes Leben kennenzulernen, räumt Rosenberg ein. Meist werden die Familien nach gewisser Zeit anderen Orten zugewiesen. Dort müsse dann die Sprachförderung fortgesetzt werden.

Früher Praktikum machen

Rosenberg berichtet auch, dass Praktika jetzt „deutlich nach unten verlagert“ wurden. Hatten Schüler früher zumeist erst in der achten Klasse „Erstkontakt“ mit dem Berufsleben und schnupperten in Schulpraktika in Berufe und Unternehmen, werde das jetzt auch in früheren Jahrgangsstufen angeboten, so Rosenberg.
Großes Augenmerk legt man beim Schulamt zudem auf das Thema Inklusion, also auf das gemeinsame Unterrichten von Schülern mit und ohne Handicap. Im Bereich des Schulamts werden derzeit 479 Schüler mit Handicaps unterrichtet (2018: 420). Im Landkreis Karlsruhe habe man an vier Grundschulen, sechs Werksrealschulen, elf Gemeinschaftsschulen und zwei Realschulen inklusive Standorte etabliert, zählt Peter Springer auf.

Informatik als „Joker“

Schulamtsleiter Stein berichtet zudem davon, dass der Ethik-Unterricht ausgeweitet werde und bei den siebten Klassen mit zwei Wochenstunden angeboten werde. Und ab Klasse acht gebe es Informatik als Wahlfach. Das könne als „Joker“ eingesetzt werden – soll heißen: eine gute Zensur in Informatik kann schlechte Noten im Jahreszeugnis ausgleichen; sollte ein Schüler aber in Informatik selbst schlechte Noten kassieren, werden diese nicht für den Zeugnisschnitt gewertet.