Jede Menge rote und andersfarbige Rosen hat die Eggensteiner Floristin Martina Musler (rechts, mit Silke Schmitt) zum Valentinstag geordert. Ganz frisch sind sie in der Nacht aus den Niederlanden geliefert worden. | Foto: Rake Hora

Hohe Nachfrage nach Blumen

Rote Rosen als Liebesbekenntnis zum Valentinstag

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Rote Rosen sind die beliebtesten Liebesgaben zum Valentinstag. Mancher Blumenhändler bestellt für diesen Tag dreimal so viele Exemplare, um die Nachfrage erfüllen zu können. Die Gastronomie bietet spezielle Menüs mit aphrodisierender Wirkung an diesem Tag, Konditoren modellieren Rosen aus Marzipan und Herzen aus Schokolade,  und selbst im Supermarkt finden sich Arrangements von Blumen und Süßigkeiten.

Rote Rosen – die ewigen Boten der Liebe? Hat nicht ein Schlagertitel in den 1970ern dieses Thema besungen? Richtig: Freddy Breck war der Sänger. Rote Rosen sind an diesem Donnerstag die begehrtesten und am meisten verwendeten Blumen. Es ist Valentinstag, der Tag der Liebenden und der Tag der Liebe. Männer beschenken ihre Frauen, Partnerinnen, Freundinnen mit Blumen oder Süßigkeiten oder laden sie zum Essen ein. Andererseits beschenken an diesem Tag – wie man bisweilen erlebt – auch Frauen ihre Männer.

Blick auf vielschichtiges Thema

Was passiert an diesem Valentinstag in der beschaulichen Hardt, in den Dörfern zwischen Dettenheim und Pfinztal? Ein Versuch – ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit –, aus verschiedenen Blickwinkeln dem vielschichtigen Thema zu näher zu kommen.

Teure Rosen

„Rote Rosen sind für diesen Tag sehr teuer, viel teurer als im üblichen Angebot“, sagt Martina Musler. Klar doch, schließlich werden zum Valentinstag mutmaßlich Millionen roter Rosen verschenkt. Und auch dabei regelt das Angebot die Nachfrage. „Ich habe rechtzeitig für den Valentinstag reichlich rote Rosen geordert“, berichtet die Floristin in Eggenstein, „etwa dreimal so viele wie an einem normalen Tag.“ Sicherlich, vermutet sie, bestellten Kollegen, die in exponierteren Lagen ihre Geschäfte haben als sie im Gewerbegebiet, noch mehr.

Dreifache Menge direkt aus Holland

Ihre Lieferung für den Valentinstag ist in der Nacht zum Mittwoch gekommen, frisch und direkt vom Erzeuger in den Niederlanden. Sind die Exemplare für die Kunden dann teurer als sonst? „Ich traue mich nicht, meinen Kunden mehr als den normalen Aufschlag abzuverlangen“, sagt Musler. Zum Valentinstag gehen vor allem Schnittblumen, nicht nur Rosen, sondern auch dicke, bunte Frühlingssträuße. Topfpflanzen würden kaum gekauft. Und wie hält sie es selber mit dem Valentinstag? „Floristen bekommen eher selten Blumen“, meint sie. Freilich, wenn sie einen Strauß bekäme, würde sie sich sehr freuen.

Aphrodisierende Menüs

Der Valentinstag ist ein Tag, bei dem man gerne zum Essen ausgeht. Die Gastronomie stellt sich darauf ein, und doch musste mancher Wunsch nach einer Reservierung abgeschlagen werden. Die Restaurants in der Hardt – nur zwei Beispiele – setzen dabei auf Menüs mit Zutaten, denen aphrodisierende Wirkung zugeschrieben wird.

Jakobsmuscheln  und Wildgarnelen

Sebastian Syrbe etwa, Sterne-Koch im Walkschen Haus, hat Jakobsmuscheln im Programm, auch Vanille, Schokolade und Ingwer werden gerne verwendet, sagt Jens Hüsing, Sommelier in dem Weingartener Restaurant. Marcel Kazda, Spitzenkoch im Löwen in Eggenstein, bietet „Candle-Light“ mit Rosen mit einem Hauptgang, dessen Zutaten auf Frau (mit Wildgarnelen soufflierter Skrei) und Mann (Presa vom Belotta-schwein) individuell zubereitet sind.

Schokoladeherz mit Pralinen

Liebevoll gebackene Süßigkeiten weist Markus Seeger, Bäcker- und Konditormeister in Blankenloch, vor: Schokoladenherzen mit handgemachten Pralinen, eine täuschend echt aussehende rote Rose aus Marzipan und andere Leckereien. „Süße Dinge, die gedanklich mit Liebe verbunden werden“, meint Seeger. „Und solche, die eine liebevolle Botschaft vermitteln“, ergänzt seine Tochter Amelie, die als Betriebswirtschaftlerin im Handwerk im elterlichen Betrieb mitarbeitet. Beide sehen diese Angebote als Kleinigkeiten, die dem aktuellen Anlass dienen.

Nur einen Tag

Frisch gebackene Valentinsgrüße gibt es beispielsweise bei der K+U-Bäckerei in Leopoldshafen. „Aber nur an diesem einen Tag“, sagt Verkäuferin Geraldine Thron.

Liebe geht durch den Magen

Schön arrangiert sind Rosen in bunter Vielfarbigkeit, Orchideen in Zellophanverpackung, Marzipanplätzchen in schicken Schächtelchen im Edeka-Markt in Leopoldshafen. „Am Montag sind die ersten Waren zum Valentinstag geliefert worden“, berichtet Petra Schäfer, die für die Abteilung Obst, Gemüse und Blumen zuständig ist. Diesen Donnerstag soll noch einiges dazu kommen. „Bei den Süßigkeiten ist alles gefragt, was ein Herzchen hat“, meint Marktleiterin Alexandra Kramer. Gerne Pralinen, fügt sie schmunzelnd hinzu, denn „Liebe geht eben durch den Magen“.

Kommentar
Seit Tagen sind Restaurants ausgebucht. Nicht mal zwei Plätze sind noch zu haben. Dabei will der junge Mann doch einfach nur seine Liebste zu einem feinen Abendessen ausführen. Mehr als ein Dutzend Telefonate hat es gebraucht, bis endlich doch noch ein Tisch ergattert war.
Es ist Valentinstag an diesem Donnerstag, der Tag der Liebenden. Wer könnte das vergessen, da doch gefühlt seit kurz nach Neujahr in der Werbungen ständig darauf hingewiesen wird. Und viele Angebote beim Supermarkt wie beim Discounter auf diesen Tag zugeschnitten scheinen. Der Valentinstag ist der Tag, an dem die Männer ihre Frauen oder Partnerinnen mit einem Geschenk überraschen. Blumen, rote Rosen sind beliebt, Süßigkeiten, Parfums, Schmuck: Die Auswahl ist riesig. Der Rummel scheint grenzenlos – Hauptsache rot und süß.
Recht schnell entwickelte sich der 14. Februar zu einem besonderen Tag, vor allem dank der Floristen. Zwischen Pfinztal, Weingarten und Dettenheim werden viele Blumen verschenkt. Und manchmal überraschen Frauen ihre Männer oder Partner mit einer Liebesgabe.
Sicher ist der Valentinstag ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor, wenn mancher Blumenhändler viel mehr Blumen dafür bestellt als an einem normalen Tag. Gleichwohl sollte man sich fragen, ob es eines besonderen Tags bedarf, um seiner Liebsten (oder seinem Liebsten) zu zeigen, wie gern man sie oder ihn hat.
Ist das Zeugnis nicht wertvoller, wenn Er oder Sie an „einem ganz normalen Tag“ Ihr oder Ihm einen Blumenstrauß – oder eine andere kleine Aufmerksamkeit – mitbringt? Unabhängig davon, welcher vermeintlich zwingende Anlass gerade im Kalender steht?

Stichwort
Der Gedenktag des Heiligen Valentinus am 14. Februar wurde im fünften Jahrhundert von Papst Gelasius eingeführt. Mehrere frühchristliche Märtyrer desselben Namens werden mit diesem Datum in Verbindung gebracht, darunter ein Valentinus in Rom, der mit verfolgten Christen Gottesdienste feierte. Er starb 269 den Märtyrertod. Im Spätmittelalter wurde der Tag mit der romantischen Liebe in Verbindung gebracht.
Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit in die USA. In Deutschland wurde der Valentinstag erst nach dem Zweiten Weltkrieg von amerikanischen Soldaten bekannt gemacht.
Voriges Jahr wurden 800 Tonnen rote Rosen nach Deutschland transportiert.