Traum von der Profiliga:Der 21-jährige Rußheimer Daniel Simonis studiert an der California State University und kickt im College-Team erfolgreich. | Foto: Robert Huskey

In Los Angeles auf Torejagd

Rußheimer Student ist „Newcomer of the Year“

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Im Jahr 2017 wagte Daniel Simonis aus Rußheim den sprichwörtlich großen Sprung: Der damals 20-Jährige nutzte die Möglichkeit eines Sportstipendiums und wechselte über den Atlantik an ein College in Nebraska, USA. Mittlerweile studiert Simonis nach einem Jahr in Omaha das Fach International Business an der California State University in Los Angeles, Kalifornien, und spielt mit der Uni-Mannschaft regional erfolgreichen Fußball.

Kicken auf höchstem Niveau

In seiner Jugend kickte der Deutsch-Rumäne unter anderem auf höchstem Niveau beim Karlsruher SC, konnte sich fast in der rumänischen U16-Nationalmannschaft beweisen. Einen Tag vor dem Flug nach Rumänen stoppte nach einem schweren Zusammenprall ein Schienbeinbruch den damals 16-Jährigen über ein Jahr. Die Karriere schien zumindest in Deutschland verwehrt, „wäre das nicht passiert, wäre ich heute nicht hier“, meint Simonis. Nach der Schulzeit folgte ein Freiwilliges Soziales Jahr bei Astoria Walldorf, wo Simonis zu diesem Zeitpunkt Fußball spielte.

Chance auf Studium in den USA

Die Chance auf ein Studium in den Staaten, die sich dadurch anbot, wollte sich der Rußheimer dann nicht entgehen lassen. „Ich musste eine Entscheidung treffen. Akademisch, sportlich bildet es mich weiter, generell ist es eine unglaubliche Erfahrung“, so der „Newcomer of The Year“ in der Region CCAA in Kalifornien.
Nicht nur wegen des Titels zum besten Neuling lief die Saison für Simonis sensationell. Mit sieben Toren und sechs Vorlagen spielte Simonis sich und sein College-Team überregional auf Finalkurs. Vier Spiele vor dem Landesfinale setzte es in der Verlängerung ein jähes Ende der Titelträume. Während aktuell die Saison ausklingt und im neuen Jahr ein einmonatiger Aufenthalt in der deutschen Heimat ansteht, blickt der ambitionierte Fußballer schon in die nähere Zukunft. „Als ich ankam, ging vieles Schlag auf Schlag. Jetzt kann ich mir über die Karriere Gedanken machen.“

Pudelwohl in Los Angeles

In der Millionenmetropole Los Angeles fühle er sich pudelwohl, während in Deutschland die Tage kurz sind und Novemberwetter die Sportler allmählich zur Winterpause geleitet, lebt Simonis bei 26 Grad und Sonnenschein den kalifornischen Alltag. Faszination bleibt für den 21-Jährigen die „Diversity“ der Stadt, aber auch die zahlreichen Möglichkeiten unter dem Charme von Los Angeles. Auch wenn Wehmut aufkommen kann, die Möglichkeiten in der Zukunft sind zahlreich. „Natürlich, in der Heimat willst du eigentlich am liebsten immer sein, das zieht einen zurück. Aber hier kann ich vieles erreichen.“

Vor drei spannenden Monaten

Ob es zum Profi reicht, ist freilich völlig offen und steht in den Sternen. Er stehe vor drei spannenden Monaten, meint Daniel Simonis. Über Kontakte zu Beratern seien weitere Schritte möglich, ob es reichen kann, ist allerdings ungewiss. Die Erste Liga in den USA, die Major League Soccer (MLS), erwarb in den vergangenen Jahren einen immer besseren Ruf und rüstete auch fußballerisch gewaltig auf. Während Altstars wie Wayne Rooney und Zlatan Ibrahimovic Glanz und Aufmerksamkeit bringen, streben junge deutsche Studenten vermehrt in die Vereinigten Staaten.
Doch Simonis bleibt vernünftigerweise trotz unbestrittenen Erfolgs nach den ersten beiden Spielzeiten realistisch. „Ich will hier erst meinen Abschluss machen. Der Rest darf sich gerne ergeben.“ Eine Wohnung teilt sich der Rußheimer mit drei weiteren deutschen Spielern aus seiner Mannschaft – über 9 000 Kilometer fernab der Heimat.

Simon Hoffmann