Seniorengerechte Wohnformen sollen im neuen Spöcker Wohngebiet "Vierundzwanzigmorgenäcker" möglich Betreutes Wohnen für ältere menschen ebenso wie Pflege. | Foto: dpa

Chance zu Gemeinschaftsprojekt

Seniorenwohnen für einen selbst bestimmten Lebensabend

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Im Spöcker Wohngebiet „Vierundzwanzigmorgenäcker“, dessen Erschließung derzeit geplant wird, bietet sich die Möglichkeit für seniorengerechtes Wohnen an.  Die örtliche CDU hat ein Unternehmen kontaktiert, dass dort tätig werden könnte und seine Ideen jetzt vorstellt. Die Ortsvorsteherin setzt auf mehrere Anbieter, um die bestmögliche Lösung für das Vorhaben zu finden.

Seit geraumer Zeit sieht der Spöcker Ortschaftsrat die Notwendigkeit in dem Stadtteil Seniorenwohnen mit Pflege und betreuten Wohnungen, aber auch Gemeinschaftsangeboten. Das Thema sei immer wieder im Gremium angesprochen worden, berichten Nicole LaCroix (CDU) und Gabi Herling (SPD). Ortsvorsteherin Karin Vogel (FW) bestätigt dies. Zwei Einrichtungen seien besichtigt worden.

Bislang keine Chance

Bisher sei es jedoch Tenor von Fachleuten gewesen, dass der Stadtteil zu klein wäre, um ein solches Projekt wirtschaftlich umsetzen zu können, berichtet der Spöcker CDU-Vorsitzende Jonas Lindner. Bei einer Vorstandssitzung der Stutenseer Christdemokraten habe sich – eher zufällig, so LaCroix und Lindner – die Möglichkeit eröffnet, mit einem Betreiber in Kontakt zu kommen, mit dem sich Seniorenwohnen realisieren lassen könnte: Ein Unternehmen in Mannheim, das Pflegeheime und Senioren-Wohnungen selbst plant, baut und betreibt. Es genieße in der Region einen sehr guten Ruf und habe etliche Projekte erfolgreich realisiert. Diese Einrichtungen hätten bei den Aufsichtsbehörden regelmäßig beste Bewertungen erhalten.

Erste Kontakte

Im vergangenen Herbst nahmen Nicole LaCroix und Jonas Lindner mit dem Unternehmen erste Gespräche wahr, um die Chance auf  Seniorenwohnen in Spöck auszuloten. Platz böte das Baugebiet „Vierundzwanzigmorgenäcker“, dort könnte eine Fläche für seniorengerechtes Wohnen ausgewiesen werden, berichten LaCroix und Lindner im Gespräch mit den BNN.  „Die Atmosphäre bei unserem Besuch des Unternehmens und die professionelle Herangehensweise an das Projekt haben uns überzeugt“, sagt Lindner. Nach der Analyse der Informationen zu Spöck habe das Unternehmen ein erstes Konzept vorgelegt, wie durch die Verbindung von Pflegeheim und seniorengerechtem Wohnen ein umfassendes Angebot für ältere und auf Hilfe angewiesene Spöcker Bürger an einem Standort entstehen könne.

Selbst bestimmt leben

Das erlaube ein selbst bestimmtes Leben bis ins hohe Alter und biete im Ernstfall die notwendige Hilfe unmittelbar am Ort, so Nicole LaCroix. Die Bürgerinnen und Bürger in Spöck sollen jetzt umfassend informiert werden.

Antrag an die Stadt

Zwischenzeitlich, informiert der Stutenseer CDU-Vorsitzende und CDU-FDP-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat Ansgar Mayr, wurde von der CDU-FDP-Fraktion der Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, das Konzept des Mannheimer Unternehmens im Gemeinderat vorstellen zu lassen.

Breite Vielfalt zur Auswahl

Ortsvorsteherin Karin Vogel, die die hohe Bedeutung des Themas für Spöck und den Ortschaftsrat hervorhebt, bevorzugt einen anderen Weg: Nicht nur einen Anbieter herausnehmen, sondern mehrere, aus deren Entwürfen das bestmögliche Konzept ausgewählt werden soll. Sie wünsche sich, im Sinne des Ortschaftsrats und der Menschen in Spöck, eine breite Vielfalt, aus der in einer Bürgerbeteiligung die beste Lösung für Spöck gefunden werden soll. Sie lege Wert darauf, dass wohlüberlegt vorbereitet und gehandelt werde. Sie sei etwas irritiert, sagt Vogel, dass die CDU das Thema nicht zuerst in den Ortschaftsrat gebracht habe. In diesem Gremium müsse das Thema beraten und der erste Beschluss gefasst werden.

Termin

Am Mittwoch, 20. März, 18.30 Uhr, bietet die CDU Spöck im Clubhaus des FC Spöck einen Informationsabend für alle Bürger an, bei der Vertreter des Mannheimer Unternehmens ihr Konzept erläutern.

Kommentar
Seniorengerechtes Wohnen in Spöck? Eine Idee, über die in den vergangenen Jahren immer wieder gesprochen wurde. Ohne Erfolg, weil Experten die Meinung vertreten haben, Spöck wäre zu klein, als dass man dort eine Einrichtung für Senioren bauen könnte. Andererseits werden die Menschen älter, und sie möchten – verständlicherweise – ihren Lebensabend in der vertrauten Umgebung verbringen, eben in Spöck.
Das in Erschließung begriffene künftige Wohngebiet „Vierundzwanzigmorgenäcker“ zwischen Richard-Hecht-Schule, Heinrich-Heine-Straße und dem südlichen Ortsrand von Spöck bietet den Raum, Wohnmöglichkeiten für Senioren zu schaffen – Betreutes Wohnen ebenso wie Pflegeplätze oder andere, neue Formen. Und das mit einer ausgezeichneten Verkehrsanbindung über die Straße und per Stadtbahn.
Da sich jetzt die Chance bietet, einen künftigen Träger für eine Senioreneinrichtung zu gewinnen, der selbst plant und baut, eröffnet sich für Spöck und Stutensee ein ganz neuer Weg. Da könnte man einfach zugreifen, vor allem nachdem die bisherigen Überlegungen nicht zum Ziel geführt haben. Aber der Wunsch, andere Anbieter zu prüfen, um Alternativen auszuloten, ist generell nicht verkehrt.
Seniorenwohnen im Gebiet „Vierundzwanzigmorgenäcker“ in Spöck kann zu einem „spöcktakulären“ Gemeinschaftsprojekt werden, wenn die kommunalen und sozialen Kräfte im Stadtteil und in der Stadt bereit sind, für die gute Sache an einem Strang zu ziehen. Fatal wäre es, wenn man sich eine solche Möglichkeit durch Kräftemessen politischer Richtungen verbauen würde. Bei einem derartigen Projekt geht es weder um persönliche noch um politische Befindlichkeiten: Da kommt es einzig und allein auf die Menschen an, die den Nutzen davon haben werden, wenn es realisiert wird: die älteren Menschen in Spöck, die in ihrem Dorf ihren Lebensabend in vertrauter Umgebung und in Würde erleben wollen. Dietrich Hendel