Am See: Die Beobachtungshütte im Naturschutzgebiet Weingartener Moor-Bruchwald Grötzingen. Derzeit ist die Hütte nicht zugänglich. | Foto: RP Ka

Stege werden saniert

Sicher ins Weingartner Moor

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Im Naturschutzgebiet Weingartener Moor – Bruchwald Grötzingen wurde zum Schutz der sensiblen und hochbedrohten Moorflächen vor vielen Jahren ein Steg installiert. Dieser ermöglicht es den Besuchern, die Schönheiten der Natur auch im Kernbereich des Niedermoores trockenen Fußes zu beobachten. Durch Witterungseinflüsse ist der Steg nun allerdings in die Jahre gekommen. Die Sicherheit war nicht mehr gegeben. Manche Bretter waren lose, das Spazierengehen dort war eher ein Balanceakt. Derzeit wird der Steg im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe saniert. Die Arbeiten finden in enger Abstimmung mit Weingartens Revierförster Michael Schmitt statt und werden voraussichtlich bis in vier Wochen abgeschlossen sein.

Nicht zugänglich

Das Regierungspräsidium (RP) bittet Besucher des Weingartener Moors um Verständnis, dass wegen der Arbeiten aktuell der Steg und somit auch der Weg zur Beobachtungshütte am Moor nicht benutzt werden können. Außerdem heißt es in einer Pressemitteilung des RP weiter, könne es im Bereich des Steges zu Beeinträchtigungen sowie zu kurzfristigen Sperrungen von Wegen kommen.

Wird saniert: Der Steg durch das Moor ist in die Jahre gekommen. Foto: Lother | Foto: Lother

Besondere Natur

Mit der Sanierung des Steges werde den Besuchern auch langfristig die Möglichkeit gegeben, „die dort besondere Natur zu erleben“, so das Regierungspräsidium weiter. Das Naturschutzgebiet Weingartener Moor – Bruchwald Grötzingen besticht auf rund 260 Hektar durch seinen ursprünglichen Charakter aus Niedermoor, Sumpfgebieten, kleinen Seen und Gewässern sowie dem umgebenden Bruchwald. Diese einzigartige Landschaft bietet vielen, mittlerweile stark bedrohten, Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Gerade für Arten die an feuchte Lebensräume gebunden sind, bietet das Naturschutzgebiet noch letzte Rückzugsräume.

Seltener Wald

So kommen beispielsweise alljährlich Gelbbauchunken zur Fortpflanzung in das Gebiet, um die kleineren Gewässer oder aber auch Fahrspuren im Bruchwald zur Laichablage zu nutzen. Diese kleinen Lebensräume sind für das Fortbestehen der Art unerlässlich. Bei einem Spaziergang durch das Gebiet kann man oftmals solche Fahrspuren erkennen, die teilweise bewusst angelegt wurden, um die Gelbbauchunke zu fördern.
Der den Moorsee umgebende Bruchwald ist eine echte Besonderheit. Beim Durchlaufen des Gebietes können unterschiedliche Laubwaldgesellschaften bestaunen werden, der reine Erlen-Bruchwald wird dem Besucher aber sofort ins Auge fallen. Hier dominieren Schwarzerlen, Sträucher fehlen nahezu und auf dem Boden bilden unterschiedliche Sauergräser große, grüne Horste. Dadurch erhält der Betrachter einen offenen Blick in den Wald hinein, der sich unberührt und ursprünglich gibt. Der Bruchwald im Weingartener Moor zählt zu den größten noch intakten Erlen-Bruchwaldgebieten in Deutschland.

Gefahr durch Entwässerung

Solche Wälder, wie auch die Niedermoore, sind durch hohe Grundwasserspiegel geprägt. Die größte Gefahr für diese Lebensräume sind Entwässerungen oder aber auch ein kontinuierliches Absenken des Grundwasserspiegels.

 

BNN/ml/madl