Der Unterricht läuft wieder: Die Leitung der Nikolaus-von-Myra-Schule in Philippsburg hat wegen Corona das Motto „Ich schütze dich, schütze du auch mich“ ausgerufen. | Foto: Klumpp

Leuchtende Augen bei Schülern

So lief der Corona-Restart an sonderpädagogischen Schulen in der Hardt

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Seit Montag findet in der Nikolaus-von-Myra-Schule in Philippsburg der Unterricht wieder statt – wenn auch unter besonderen Bedingungen: Die Klassen sind geteilt und bleiben wechselweise daheim. Für viele Schüler war nach der Unterrichtsstart nach langer Zwangspause ein echter Glücksmoment. Auch in anderen sonderpädagogischen Einrichtungen der Hardt ist die Schule wieder gestartet.

Von Kurt Klumpp

Im Gespräch mit der Pädagogin Natalie Tenbieg wird deren Begeisterung für ihren Beruf spürbar. Die Leiterin der Nikolaus-von-Myra-Schule in Philippsburg spricht von leuchtenden Augen bei Schülerinnen, Schülern und den Lehrkräften, die sie am vergangenen Montag bei der Wiederaufnahme des Schulbetriebs gesehen hatte.

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Schwerpunkt auf Vermittlung von Werten und auf Erziehung

Seit dem 15. Juni findet am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Lernen wieder ein halbwegs geregelter Unterricht statt. Bestimmt werden die Regeln allerdings auch dort durch die Hygiene-Vorschriften. Das bedeutet, dass die Klassen geteilt werden und im Wechsel eine Woche zu Hause und eine Woche in der Schule lernen werden.

Die Rektorin unterstreicht, dass Sonderpädagogische Bildungseinrichtungen besondere Schulen sind. „Bei uns liegt der Schwerpunkt auf Erziehung und die Vermittlung von Werten“, bestätigt Natalie Tenbieg und ergänzt: „Wichtig ist dabei ein enger Kontakt zwischen Lehrern und Schülern.“

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Wegen Einhaltung der Abstandsregel sei aber das notwendige individuelle Arbeiten nur stark eingeschränkt möglich. Die Schulleiterin sieht die Nikolaus-von-Myra-Schule auf die Herausforderungen gut vorbereitet. Informiert wurden die Eltern der Schülerinnen und Schüler per Post und am Telefon. Angesichts der Corona-Pandemie hat die Schulleitung das Motto „Ich schütze dich, schütze du auch mich“ ausgerufen.

Masken vom Lehrerkollegium hergestellt

Auch ohne Verpflichtung werden in den Schulen Masken getragen. Die Lehrkräfte haben umfangreiche Schutzmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt. Beispielsweise wurden Masken selbst hergestellt, Laufwege markiert, Plakate und Wegweiser angebracht sowie Hygienespender und die von der Stadt Philippsburg gespendeten Plexiglas-Wände als Spuckschutz aufgestellt.

„Wir warten auf weitere Hinweise von der Schulbehörde“, war aus der Erich-Kästner-Schule in Kronau zu hören. Die Grundschule mit auslaufender Werkrealschule kooperiert seit 2004 mit der Karl-Berberich-Schule in Bruchsal. Aktuell gibt es in Kronau drei Klassen in kooperativer Organisationsform, wobei die Inhalte des Bildungsplans einer Schule für geistig Behinderte im Vordergrund stehen.

Von der Karl-Berberich-Schule in Bruchsal – der Schule für geistig und körperlich Beeinträchtigte – kam derweil auf Anfrage die Aussage, dass es Außenklassen an der EKS-Schule in Kronau und an der Nikolaus-von-Myra-Schule in Philippsburg gäbe.