Symbolischer Spatenstich: Eggenstein-Leopoldshafens Bürgermeister Bernd Stober, Thomas Hirth (KIT), Michael Kaschke (Zeiss), Ministerin Theresia Bauer, Holger Hanselka (KIT), Ulrich Simon (Zeiss), Michael Thiel von nanoscribe (von links).
Symbolischer Spatenstich: Eggenstein-Leopoldshafens Bürgermeister Bernd Stober, Thomas Hirth (KIT), Michael Kaschke (Zeiss), Ministerin Theresia Bauer, Holger Hanselka (KIT), Ulrich Simon (Zeiss), Michael Thiel von nanoscribe (von links). | Foto: Klaus Müller

30-Millionen-Euro-Projekt

Standort für aufstrebende Betriebe im Zeiss Innovation Hub @ KIT

Der Name Zeiss Innovation Hub @ KIT mag etwas sperrig sein – im Gegensatz zur Idee, die hinter dem „Innovations-Zentrum“ steckt. Dort sollen Ausgründungen – nichts anders als aufstrebende Betriebe mit innovativen, marktreifen Produkten und Ideen – einen zukunftssicheren Standort finden. Dafür jedenfalls steht das Hub-Projekt, ein Bauwerk, dessen Baubeginn nun auf dem KIT Campus Nord mit einem symbolischen Spatenstich eingeläutet wurde. Das Vorhaben unter Federführung von Zeiss entsteht in enger Partnerschaft mit dem KIT.

Flexibel nutzbare 12000 Quadratmeter

30 Millionen Euro will der weltweite Innovationsführer im Bereich der optischen und optoelektronischen Industrie laut Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender der Zeiss Gruppe, in den Bau investieren. Gebaut wird ein sechsstöckiges Gebäude mit flexibel nutzbaren 12 000 Quadratmetern. Die Region Karlsruhe und insbesondere das KIT seien ein hervorragender Standort für den neuen Innovation Hub, betonte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Enge Partnerschaft zwischen KIT und Zeiss

Als ein wichtiges Zeichen rund ums Thema „Innovation“ versteht KIT-Präsident Holger Hanselka das Vorhaben. Ebenso wie Kaschke erinnerte er an die bereits bestehende, gut zehnjährige „enge Partnerschaft“ zwischen dem KIT und Zeiss.
Mit entscheidend für Innovationen und damit gleichfalls für die Uni und das Bundesland, in dem entsprechend (erfolgreich) geforscht wird, ist die tatsächliche Nutzung der Neuerungen – egal ob nun revolutionär im Sinne einer neuen Innovation oder evolutionär im Sinne einer Verbesserung einer bereits bestehenden Technik/Technologie. Als eine Art Türöffner zwischen Wissenschaft und Markt dient dabei ein Hub, wie es nun auf dem KIT-Gelände entsteht.
Ein gewichtiges Wörtchen beim Transfer Forschung und Vermarktung mitzureden hat das KIT Innovations- und Relationsmanagement (IRM). „Wir sichten und bewerten Forschungsergebnisse“, erklärt im Gespräch mit den BNN der Leiter der Einrichtung, Jens Fahrenberg. Nebenbei: Das IRM zieht nach Fertigstellung des Baus ins neue „Hub“ mit ein. Lassen sich die Forschungsergebnisse – im Falle des KIT unter anderem in den Bereichen Energie, Mobilität, Information – vermarkten, kann eine sogenannte Ausgründung erfolgen. Ein Beispiel dafür ist die Firma „nanoscribe“, die sich auf extrem präzise 3D-Druck-Techniken spezialisiert hat. Auch nanoscribe, an der Firma ist Zeiss beteiligt, erhält im künftigen Hub neue Räume. Darüber hinaus sind Platz und Raum für weitere Ausgründungen vorgesehen.

Rund zehn Ausgründungen pro Jahr

Etwa zehn solcher Ausgründungen gebe es pro Jahr aus dem KIT heraus, berichtet Fahrenberg. Damit erfüllt das KIT durchaus einen gesetzlichen Auftrag: Innovationen auf den Weg zu bringen, so Hanselka. Über Lizenzen oder zum Beispiel über Beteiligungen – „in einem fairen Prozess“ – könne davon auch das KIT profitieren, ergänzt Fahrenberg; für ihn ein „Geben und Nehmen“. Auf Neudeutsch würde man von einer Win-Win-Situation sprechen: Hier die Absolventen, die im Hub Raum für ihre Ideen und Projekte finden, so Kaschke; dort der Technologiestandort Deutschland (oder die Region), dem insgesamt gesehen die marktreifen Innovationen zugutekommen können.
Die Inbetriebnahme des Zeiss Innovation Hub @ KIT ist für Ende 2019 vorgesehen.

 

Von Klaus Müller