Tina Weinberger, Nora Weinberger, Laura Schüssler, Ivana Ring und David Eberle (von links) beim Stand-up-Paddling auf dem Spöcker Baggersee. | Foto: Hora

Trendsport aus Übersee

Stehpaddeln erobert den Baggersee Spöck

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Die Welle der Begeisterung ist von Polynesien über das amerikanische Festland und die großen Ausflugseen bei München oder Berlin direkt an den Baggersee in Spöck geschwappt: Seit Anfang diesen Sommers ist der Trendsport Stand-up-Paddling – kurz SUP – auch dort in aller Munde.

Vier Jahre ist es her, dass Tina und Nora Weinberger eine Urlaubsreise absagen mussten, weil Tina krank wurde. Als sie wieder auf den Beinen war, wollten die beiden Frauen ihren Urlaub zu Hause trotzdem genießen und mieteten in der Nähe von Freiburg das erste Mal in ihrem Leben Stand-up-paddle-Boards.

Paddler finden Unterschlupf bei den Kajak-Freunden

Seitdem hat sie das Stehpaddel-Fieber fest im Griff. Wann immer die beiden Zeit finden, sind sie auf Seen oder Flüssen unterwegs. „Letztes Jahr haben wir dann entschieden, dass wir uns mit SUP ein zweites Standbein aufbauen wollen“, berichtet Tina. Gesagt – getan. Das Duo gründet „sup-erleben“ und findet Unterschlupf bei den Kajak-Freunden Wickinger Spöck, Stand-up-Paddling wird zur neuen Unterabteilung. Tina und Nora Weinberger starten mit Beginn der Badesaison. Dabei verleihen die beiden Frauen – dort am Ufer des kleinen Sees – nicht nur Boards, sondern geben auch Kurse im Stehpaddeln.

Gutes Wetter bedeutet guten Betrieb

Tina ist zertifizierte Trainerin, Nora hat einen Assistenzschein. Das Geschäft läuft: An zwei besonders sommerlichen Wochenenden in diesem Jahr mussten die Frauen Kurzentschlossene enttäuschen – alle Boards waren bereits reserviert. „Und wenn das Wetter mitspielt, sind die Kurse meist voll“, berichtet Tina. Bis zu zehn Personen wagen sich dann auf die aufblasbaren Bretter.

An diesem Abend zeigt sich das Wetter frühherbstlich – drei Neugierige lassen sich den Spaß trotzdem nicht nehmen. Ivana Ring und David Eberle haben über Facebook von „sup-erleben“ gehört, die dritte im Bunde ist BNN-Redakteurin.

Übung macht den Meister

Bevor es aufs Wasser geht, machen die Kursteilnehmer mit Nora Weinberger zunächst ein paar Trockenübungen. Zuerst zeigt sie ihnen die sogenannte Leash (englisch: Leine), die wahlweise am Knöchel oder unterhalb des Knies angebracht wird. Der Gurt verbindet den Sportler mit seinem Board und verhindert, dass ihm dieses abhanden kommt, wenn er doch einmal ins Wasser fallen sollte. Weiter geht es mit der richtigen Position: „Wichtig ist, dass ihr nicht zu weit vorne auf dem Board steht, sondern die Füße parallel neben der Trageschlaufe positioniert.

Je weiter nach außen ihr euch stellt, desto stabiler steht ihr“, so die Expertin, die sogleich zu den grundlegenden Paddeltechniken übergeht: Das Paddelblatt wird – anders als beim Kanu- oder Kajakfahren – stets senkrecht ins Wasser gedrückt. Der Stehpaddler taucht es neben der Boardspitze ins Wasser und zieht es dann bis auf Höhe seiner Füße. Das funktioniert auf beiden Seiten des Boards. Die jeweilige Hüfte rotiert nach vorne und wieder zurück. So weit, so gut.

Vor der Praxis die Theorie: Die Paddel wollen richtig eingestellt und genutzt werden. | Foto: Hardt

Die Kurventechniken gestalten sich da ein wenig kniffliger: Um das Board leicht nach links oder rechts zu lenken, wird das Paddel im Boden von der Spitze weggedrückt. Der „Crossbow Turn“ ist da weniger intuitiv – und erfordert definitiv mehr Überwindung: Der Stehpaddler hebt das Paddel über das Board hinweg, lässt es ins Waser, zieht es im Bogen bis zur Boardspitze, hebt es über das Board und setzt den Bogen auf der anderen Seite fort.

„Bevor wir aufs Wasser gehen, stellen wir noch die Paddel ein“, verkündet SUP-Assistentin Nora. Das ist einfach. „Wenn ihr das Handgelenk locker über den Griff kippen könnt, hat das Paddel die richtige Länge.“ Jetzt wird es ernst. Die Kursteilnehmer schieben ihre Bretter aufs Wasser. „Wir gehen erst mit dem einen, dann mit dem anderen Knie aufs Board. Das Paddel legt ihr quer vor Euch“, weist Tina an. „Dann nehmt ihre den Hintern hoch und steht auf.“ Und tatsächlich: Alle stehen, keiner ist gefallen.

„Je zügiger ihr anfangt zu paddeln, desto mehr Stabilität bekommt ihr“, sagt Tina. Das klingt logisch, trotzdem schaukelt das Board unter den Füßen zunächst bedenklich, die Fußzehen krallen sich ins Board und die Knie erbringen Höchstleistungen. Viele Paddelschläge, aber nur wenige Minuten später stellt sich eine gewisse Sicherheit ein. Die Kursteilnehmer wagen sich an sanfte Bögen und sogar an den ein oder anderen Crossbox Turn. So drehen sie Runde um Runde. Nach gut einer Stunde auf dem Wasser ist die anfängliche Unsicherheit dem Spaß gewichen. Der Blick streift über die sich kräuselnde Wasseroberfläche und die Sträucher am Ufer des Spöcker Baggersees – Entspannung macht sich breit.

Weitere Infos auf der Internetseite https://sup-erleben.de