Klebepunkte verteilte Kornel Stiegeler (rechts), Referent von Stutensees Oberbürgermeisterin, bei der Abstimmung über die Enthärtung des Trinkwassers. | Foto: Marianne Lother

Info-Abend über Enthärtung

Klare Meinung zum Trinkwasser

Anzeige

Die Stutenseer Bürger scheinen von den Argumenten für eine zentrale Teilenthärtung  beim Trinkwasser in ihrer Stadt überzeugt zu sein und haben eine solche mehrheitlich befürwortet. Das signalisierte jedenfalls die Abstimmungstafel am Ausgang der Festhalle, auf der am Ende einer ausführlichen Informationsveranstaltung Punkte vergeben werden durften.

Von  unserer Mitarbeiterin Marianne Lother

Vorausgegangen waren Referate über die Technik einer solchen Anlage, die ökologischen Auswirkungen, die Kosten und den daraus entstehenden Preis für das Trinkwasser. Stutensees Oberbürgermeisterin Petra Becker betonte, es sei ihr wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit zu geben, Fragen zu stellen. Der Gemeinderat werde dann eine Empfehlung an den Zweckverband erarbeiten, in der diese Bedenken berücksichtigt würden.

Trinkwasser läuft durch Membran

Diplomingenieur Frank Urban erläuterte die Arbeitsweise der Anlage als rein physikalische Methode, bei der das Rohwasser mit hohem Druck durch eine Membran gefiltert werde. Das dadurch entstehende „Reinwasser“ werde mit einem Anteil Rohwasser bis zum gewünschten Härtegrad vermischt und belüftet. Damit war die Frage beantwortet, ob es sich bei dem enthärteten Trinkwasser überhaupt noch um ein „natürliches, lebendiges Lebensmittel“ handele. Die Frage der Auswirkungen auf die Umwelt hatte der Ökologe Karl Wurm in seinem Referat beantwortet. Die Einleitung des Restwassers aus dem Filter in die Pfinzgewässer werde diese nicht weiter belasten als sie ohnehin schon sind. Es ergäben sich keine negativen Auswirkungen.

Wasserpreis steigt deutlich

Da die Frage der Leitungsführung noch offen war, kam eine Anregung aus dem Publikum, diese Einleitung in die Gewässer durch offene Gräben zu führen, denn auch hier könnten „Lebensräume entstehen“.
Stutensees Kämmerer Andreas Hambrecht erläuterte die Auswirkung auf den Wasserpreis. Aktuell betrage er 91 Cent pro Kubikmeter, das seien für einen Vier-Personen-Haushalt exakt 174,60 Euro im Jahr. Nach Inbetriebnahme dieser Anlage seien es dann 1,59 Euro pro Kubikmeter, was bei derselben Bezugsgröße für den Verbraucher 306 Euro im Jahr entsprechen würde.

Einsparung durch weniger Kalk

Dieser Differenz von 131,40 Euro seien aber Einsparungen gegenzurechnen durch geringere Verkalkung sowie damit verbundenen Wartungskosten der Geräte, geringerem Verbrauch von Waschmitteln und – im Fall einer privaten Enthärtungsanlage, die dann abgeschaltet werde – Einsparung einer großen Menge Salz. Darauf hatte auch Sebastian Hesse vom Fachzentrum der Wasserversorgung bereits hingewiesen.

Was passiert bei Stromausfall?

„Was passiert im Falle eines Stromausfalls?“ Das war eine der gestellten Fragen. Mit einem Notstromaggregat könne die Wasserversorgung grundsätzlich aufrechterhalten werden, auch wenn die Enthärtungsanlage dann kurzfristig nicht arbeite, war zu erfahren. Warum Karlsruhe und Ettlingen keine Enthärtungsanlagen haben, interessierte ebenfalls. Dazu nahm Michael Schönthal von der Karlsruher Wasserversorgung Stellung. Die Fächerstadt habe vier Wasserwerke und der Umgang mit dem Konzentrat in weit entfernte Vorfluter sei kostenmäßig nicht machbar, verdeutlichte Schönthal.