Linkenheim-Hochstetten - Besonders im Fokus: Rathausvorplatz und Rathausgasse bei der Ortsbegehung zum „Fußverkehrs-Check“ mit Bürgern in Linkenheim. | Foto: Alexander Werner

Fußverkehrscheck

Tempo und Parken sind Knackpunkte

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Neuralgische Verkehrspunkte in Linkenheim-Hochstetten waren bereits bei der Auftaktveranstaltung zum „Fußverkehrs-Check“ Anfang Juli im Bürgerhaus mit Einwohnern diskutiert worden. Daraus ergaben sich auch die Stationen der ersten Ortsbegehung innerhalb des Landesförderprojekts, zu der sich am Montagabend eine Gruppe vom Rathaus aus auf den Weg machte. Bei rund 30 Teilnehmern – einschließlich einigen Gemeinderäten – war das Interesse durchaus beachtlich. Bürgermeister Michael Möslang hatte an der Spitze Johannes Lensch von dem mit dem Land kooperierenden Planerbüro an seiner Seite.

Von unserem Mitarbeiter Alexander Werner

Die Aufmerksamkeit für den Fußverkehr zu stärken und Lösungen für problematische Punkte zu finden, sei das Ziel, erläuterte Möslang eingangs. Wie sich zeigte, bewegt die Situation am Rathausvorplatz und bei der abgehenden Rathausgasse in besonderem Maß die Gemüter. Die Gemeinde verfolgt bereits seit geraumer Zeit ihr Anliegen, im Areal die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Diese sollte etwa durch nicht überfahrbare Zonen auch im verkehrsberuhigten Bereich gegenüber der Bahnhaltestelle erkennbar werden, sagte Lensch. Allerdings handelt es sich um einen Verkehrsknotenpunkt, der Fußgänger herausfordert.

Tempo runter in der Rathausgasse

Wie der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Rolf Schweiger anmerkte, müsste bei allen Erwägungen zuerst überlegt werden, wie der Durchfahrtsverkehr verringert werden könnte. Die Rathausgasse passieren täglich 1500 Fahrzeuge, wie Lensch informierte. Um die Fahrgeschwindigkeiten zu reduzieren, hatte die Gemeinde dort bereits Verkehrsinseln installiert. An deren Effekt gab es in der Runde allerdings Zweifel. Möslang erläuterte, dass in der Rathausgasse in den kommenden zwei Jahren der Oberbelag erneuert werde. In diesem Zusammenhang werde man sich mit einer Verkehrsberuhigung befassen im Blick darauf, die Durchfahrt unattraktiver zu machen. Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden auf der folgenden Station „Rheinstraße“ moniert. Um die Einhaltung der Tempo-30-Vorgabe auf der recht breiten Straße zu befördern, wurden etwa Fahrbahnverengungen erörtert. Bei der schmaleren Abfahrt von Richtung Karlsruher Straße aus wurde vorgeschlagen, Parkplätze einzuzeichnen und dabei eine Ausweichbucht offen zu lassen. Das Thema Fahrtempo war ebenso Thema entlang der breiten Georg-Adam-Langstraße zum Kindergarten bei „Am Pfarrgarten“. Die folgende Ringstraße sorgt immer wieder für Ärger. Bei enger Fahrbahn behindern auf dem Gehweg parkende Autos den Durchgang erheblich. Kritisiert wurde zudem, dass der Gehweg überfahren werde. Ein Vorschlag ging dahin, Parken nur auf einer Seite zuzulassen. Eine Anliegerin hielt kleine Poller zur Gehwegabsicherung für sinnvoll.

Bahnlinie und Autos unter einen Hut bringen

Der Kreuzung Ring-, Hochstetter- und Karlsruher Straße maß Planer Lensch eine emotionale Bedeutung zu. Dort gestaltet sich der Übergang zur Kirche verkehrsbedingt als kompliziert. Die durchlaufende Bahnlinie aber setzt den Möglichkeiten Grenzen. Bürgermeister Möslang sprach die als Planungslupe im Gemeindeentwicklungskonzept ausgedachte Variante an. Dieser Vorschlag beinhaltet eine Verlagerung der Zufahrt zur Hochstetter Straße auf die Fläche zwischen Café Fachwerk und Tankstelle. Da die infrage kommende Fläche im Eigentum der Gemeinde sei, wäre dies im Prinzip machbar. Nördlich bei der Apotheke und der Kreuzung Heuss- und Karlsruher Straße brachte der Planer einen Radschutzstreifen ins Spiel, um den kombinierten Rad- und Fußweg abzuteilen. Dem Eck maßen Bürger wegen des Verkehrs ein hohes Gefährdungspotenzial zu. Weitere Stationen waren das Eck Kaiser-/Bahnhofsstraße mit Augenmerk auf den nahen Schülerhort sowie die für Tempo 30 umgewidmete Bahnhofsstraße.

Zweiter Rundgang geplant

Der zweite Ortsrundgang durch Linkenheim-Hochstetten ist für Donnerstag, 19. September, 18.30 Uhr, in der Hochstetter Hauptstraße am „Zum Beyn“ angesetzt. Im Oktober gibt es dann eine Abschlussveranstaltung.