An der "Franzosenschließ" sind die Arbeiten bereits in vollem Gange. Der Gemeinderat Linkenheim-Hochstetten muss entscheiden, was mit den beiden westlichen Brücken zur Insel Rott geschieht.
An der "Franzosenschließ" sind die Arbeiten bereits in vollem Gange. Der Gemeinderat Linkenheim-Hochstetten muss entscheiden, was mit den beiden westlichen Brücken zur Insel Rott geschieht. | Foto: Werner

Überraschung im Gemeinderat

Teure Brücke zur Insel Rott

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Bei den im Raum stehenden Brückenneubauten auf dem Weg zur Hochstettener Insel Rott ist derzeit nur eines Fakt: Nach Abriss der östlichen Brücke über den Rheinniederungskanal laufen die Arbeiten dort unter Regie des Regierungspräsidiums. Am Neubau der „Franzosenschließ“ trägt die Gemeinde nur die Kosten für den Rad- und Fußgängerteil in Höhe von rund 180.000 Euro. Der Verkehr fließt über eine Behelfsbrücke. Wie es aber mit den beiden westlichen Brücken in Gemeinderegie weiter geht, ist nach einer Diskussion im Gemeinderat derzeit völlig offen.

Vier Millionen Euro für Brücken zu Insel Rott?

Grund dafür sind die Kosten für in Planung und Bauausführung vorgestellte Neubauten der beiden Brücken über Altrhein und Baggerseedurchstich. Deren Volumen frappierte die Räte durchweg. Knapp vier Millionen Euro kalkulierte das Pforzheimer Ingenieurbüro bei einer auf 40 Tonnen erhöhten Traglast. Geringere Tonnagen wurden geprüft, hätten den Betrag aber nur unwesentlich verringert. Damit würde der Leinpfad infrastrukturell überflüssig. Diesen nutzen bislang über Linkenheim entlang des Rheins Fahrzeuge mit über sechs Tonnen Gewicht.

Was kann die Gemeinde leisten?

Bürgermeister Michael Möslang betonte, dass das Volumen so gewaltig sei, dass dem Rat die schwere Grundsatzentscheidung obliege, welche Infrastruktur sich die Gemeinde leisten wolle und könne. Er selbst habe sich noch keine abschließende Meinung gebildet. Ging es einigen Räten ebenso, sprachen sich andere trotz der bedrückenden Kosten für einen Neubau aus. Die Fraktionsvorsitzenden Joachim Walter (CDU) und Rolf Schweiger (SPD) stellten einen für Kraftfahrzeuge konzipierten Neubau der alten Baggerseedrehbrücke infrage.

Gruselig

Wie teuer eine mögliche kleine Brücke für Fußgänger und Radfahrer mit vorgelagertem käme, wurde bislang nicht untersucht. Schweiger jedenfalls hob hervor, dass für ihn eine Investition von vier Millionen „gruselig und unverantwortlich“ sei.

Neues Nachdenken

Eines machte der Ingenieur deutlich: Die schweren Korrosionsschäden der Drehbrücke schließen eine Sanierung aus. Insofern sah Jürgen Jaki (FWV) in einer Sanierung der Altrheinbrücke die einzig verfügbare Alternative. Der Fachingenieur hielt das für denkbar, Untersuchungen müssen aber Aufschluss darüber geben. So kam der Rat überein, diese zu veranlassen, um dann bei einem Ergebnis möglichst vor der Sommerpause weiterzuberaten. Das geplante Bodengutachten, das für einen Neubau nötig wäre, wird entsprechend zurückgestellt.

von Alexander Werner