Spielen für den TTC Wöschbach in der Dritten Tischtennis-Bundesliga: Yong Fu, Dmitrij Mazunov, Kenan Hrnic, Petr Husnki und Roman Rosenberg (von links). Außerdem Zichao Tian (fehlt auf dem Bild). Los geht es für den Aufsteiger am 10. September mit dem Derby bei der TTBL-Reserve des ASV Grünwettersbach. | Foto: pr/TTC Wöschbach

Zehn Jahre, sieben Aufstiege

Tischtennis: Die Erfolgsstory des TTC Wöschbach

Sieben Aufstiege in zehn Jahren, oder von der Tischtennis-Bezirksklasse in die Dritte Bundesliga: Die erste Herrenmannschaft des TTC Wöschbach hat eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben. Jetzt ist das Team aus dem zweitkleinsten Pfinztaler Ortsteil in Deutschlands dritthöchster Spielklasse angekommen.

Tischtennis in Wöschbach etabliert

Jürgen Müller lacht. Nein, sagt der Zweite Vorsitzende des TTC Wöschbach, unheimlich werde ihm das Ganze bis jetzt noch nicht. „Der Verein steht auf gesunden Füßen“, betont Müller. „So lange der Zusammenhalt da ist“, fügt er hinzu, sei alles im grünen Bereich. Und: „Fast 180 Mitglieder in einem reinen Tischtennisverein, das ist für einen Ort in der Größe von Wöschbach beachtlich.“

Mit nur einer Niederlage durch Regionalliga marschiert

In der Saison 2016/2017 stellte der TTC Wöschbach vier Herrenteams. Außerdem drei Jugendmannschaften (in einer Spielgemeinschaft mit EK Söllingen). Sportliches Aushängeschild in dem mit 2 800 Einwohnern zweitkleinsten Pfinztaler Ortsteil sind natürlich die ersten TTC-Herren. Mit nur einer Niederlage in 18 Spielen marschierten sie durch ihr zweites Regionalligajahr. Nun also sind sie in Deutschlands dritthöchster Tischtennis-Spielklasse angekommen.

Dritte Liga: „Kalkulierbares Abenteuer, auf das wir uns freuen“

„Das ist ein kalkulierbares Abenteuer, auf das wir uns freuen“, macht TTC-Sportleiter Helmut Daferner deutlich. „Der Aufstieg war kein vorgegebenes Ziel“, sagt er. TTC-Pressewart Jörg Vater erzählt, wie knapp das Titelrennen war: „Hätten wir am letzten Spieltag in Freiburg nur Unentschieden gespielt, wäre alles Makulatur gewesen – und die TSG Kaiserslautern aufgestiegen.“ Denn bei den Pfälzern, die am Ende nur einen Punkt Rückstand hatten, erlaubte sich der TTC Wöschbach mit 5:9 die einzige Saisonniederlage.

Jetzt gegen FC Bayern München (Tischtennis)

In der Dritten Tischtennis-Bundesliga geht die Reise für den TTC Wöschbach jetzt nach Thüringen (Post SV Mühlhausen II, SV Schott Jena), Bayern (FC Bayern München, TTC Wohlbach, DJK Spvgg Effeltrich), Rheinland-Pfalz (TV Leiselheim), Schwaben (NSU Neckarsulm) und in die badische Nachbarschaft (TTC Weinheim, ASV Grünwettersbach II). Die Auswärtspartien wird der Aufsteiger mit einem Fan-Bus ansteuern. „Das haben wir schon in der Regionalliga so gemacht und die Spiele mit einem kleinen Ausflug verbunden. Das kommt an“, sagt Helmut Daferner.

Los geht’s mit Derby beim ASV Grünwettersbach II

Los geht’s am 10. September aber erst einmal fast vor der Haustür. Mit dem Derby  beim ASV Grünwettersbach II. Die Reserve des Tischtennis-Bundesligisten aus dem Karlsruher Höhenstadtteil  und Leiselheim sind für Vorstand Jürgen Müller und seine Mitstreiter die Liga-Topfavoriten. „Effeltrich dürfte wohl am schwächsten sein. Und der Rest, je nach Tagesform, auf Augenhöhe mit uns“, meinen sie.

Breite Basis an Sponsoren

Konsequent arbeite der TTC Wöschbach seit einigen Jahren an der Verstärkung seiner Mannschaften. Mit der Unterstützung durch eine breite Basis an Sponsoren sei es dem Verein möglich gewesen, immer wieder Spieler zu finden, die in der jeweiligen Liga zu den Top-Leuten gehörten, erklären die TTC-Verantwortlichen nicht ohne Stolz.

Der Aufstieg in die Dritte Tischtennis-Bundesliga ist geschafft: Das Regionalliga-Meisterteam des TTC Wöschbach mit (von links) Dimitrij Mazunov, Petr Husnik, Yong Fu, Marcel Eisenmann, Mateusz Troka und Christoph Füllner. | Foto: pr/TTC Wöschbach

Die beste Einzelbilanz der Regionalliga (18 Partien/30:5 Spiele) hatte Yong Fu. Der Tischtennis-Lehrer, der am Mittwoch 45 Jahre alt wird und seit vielen Jahren in Deutschland lebt, ist zur Saison 2013/2014 ebenso wie Dimitrij Mazunov von der Spvgg Ottenau zum damaligen Badenligisten TTC Wöschbach (als Spielertrainer) gekommen; Ottenau hatte er da gerade in die Zweite Liga geführt. „Er brachte uns einen Schub voran“, sagt Jörg Vater. „Auf jeden Fall.“ Yong Fu war seit 2011 auch festangestellter Trainer am Stützpunkt Karlsruhe auf Schöneck. „Anfang 2016 hat er ein Angebot vom Liebherr Masters College Ochsenhausen bekommen. Seither bestreitet er für uns nur noch Spiele“, so Vater.

Neuzugang Roman Rosenberg vom SV Kornwestheim

Mit Roman Rosenberg (34) vom vorjährigen Ligakontrahenten SV Salamander Kornwestheim, der eigentlich dahin wollte, wo der TTC Wöschbach jetzt ist, präsentiert der Drittliga-Aufsteiger aus Pfinztal an Position zwei ein neues Gesicht. „Er hat schon Erste Bundesliga gespielt (beim TTC Schwalbe Bergneustadt; d. Red.) und bringt viel Erfahrung mit“, verdeutlicht Helmut Daferner. „Er ist ein Allrounder und auf jeden Fall eine Verstärkung.“

Mazunov 2004 Olympia-Vierter im Tischtennis-Doppel

Hinter Rosenberg reihen sich Dimitrij Mazunov (fünf Mal Russischer Meister, 2004 Olympia-Vierter im Doppel, 2004 Deutscher Meister mit den TTF Ochsenhausen und wie Yong Fu ebenfalls Trainer am Leistungszentrum Ochsenhausen) sowie der Chinese Zichao Tian ein. Die Besetzung komplettiert der Tscheche Petr Husnik (hatte letzte Saison mit 21:6 die zweitbeste TTC-Bilanz) und Kenan Hrnic (von der TTG Kleinsteinbach/Singen).

Dritte Bundesliga: TTC Wöschbach will sich etablieren

„Wir wollen in der neuen Liga nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen und uns etablieren“, blickt Helmut Daferner voraus. Die beiden letzten Mannschaften des Zehnerfeldes müssen den Gang nach unten antreten. „Platz fünf oder sechs“, so TTC Wöschbachs Sportleiter, „wäre ein Erfolg.“ Übrigens: Der Meister steigt in die Zweite Bundesliga auf. „Daran“, sagt Daferner und lacht, „denken wir nicht.“ – Sonst würde es vielleicht ja doch langsam unheimlich werden.

 

 

Dritte Tischtennis-Bundesliga 2017/2018: Die Spieltermine (Hinrunde) des TTC Wöschbach bis Dezember: Sonntag, 10. September (14 Uhr; ASV-Tischtenniszentrum): ASV Grünwettersbach II – TTC Wöschbach; Sonntag, 17. September (14 Uhr): TTC Wöschbach – TTC Wohlbach;  Sonntag, 1. Oktober (14 Uhr): TTC Wöschbach – SV Schott Jena); Sonntag, 22. Oktober (14 Uhr): NSU Neckarsulm – TTC Wöschbach; Samstag, 4. November (18 Uhr): FC Bayern München – TTC Wöschbach; Samstag, 11. November (18.30 Uhr): TTC Wöschbach – DJK Spvgg Effeltrich; Samstag, 25. November (18 Uhr): TV Leiselheim – TTC Wöschbach; Samstag, 2. Dezember (18.30 Uhr): TTC Wöschbach – Post SV Mühlhausen II; Sonntag, 10. Dezember (14 Uhr): TTC Wöschbach – TTC Weinheim. (Heimspiele in der Mehrzweckhalle Wöschbach).