Die Teilnehmer müssen auch 180 Radkilometer bei großer Hitze und teils heftigen Gegenwind zurücklegen.
Die Teilnehmer müssen auch 180 Radkilometer bei großer Hitze und teils heftigen Gegenwind zurücklegen. | Foto: Kuld

Kienle, Piri, Tutsch & Co.

Ironman Hawaii: Amateure aus Karlsruhe und der Region starten mit den Profis

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Einmal im Jahr steigt auf Hawaii der Ironman und verwandelt den beschaulichen Küstenort Kailua-Kona  zum Hotspot des Weltsports.

Auch an diesem zweiten Samstag im Oktober suchen die Triathleten bei „Ironman Hawaii“ den Weltbesten. Nicht nur bei den Profis, sondern auch bei den vielen Altersklassen der Hobbysportler, die zu Tausenden quer über den Pazifik fliegen – sei es von Asien oder Europa -, um sich stundenlang zu schinden.

„Ironman Hawaii“ bedeutet: 3,8 Kilometer Schwimmen im Meer, 180 Radkilometer bei großer Hitze und teils heftigen Gegenwind sowie zum guten Ende ein Marathon über 42 Kilometer. Auf dessen letzten 200, 300 Metern ist auf dem Alii Drive der rote Teppich ausgerollt.

Sebastian Kienle rechnet sich Chance auf Sieg aus

Sebastian Kienle aus Mühlacker will wie 2014 der erste sein, der ihn betritt und erneut „King of Kona“ werden. Eine Chance auf den Sieg rechnet sich der im Großraum Karlsruhe überaus populäre „Sebi“ aus. Unter einer Voraussetzung freilich: „Es muss alles optimal passen.“

Triathlet Sebastian Kienle aus Mühlacker will am 12. Oktober ganz vorne mit dabei sein. | Foto: Thierry Deketelaere

In rund acht Stunden spulen die Schnellsten das Pensum der 226 Kilometer ab. Kienles Hauptkonkurrenten sind seine Nachfolger auf dem Königsthron: Jan Frodeno und Patrick Lange, die je zweimal gewonnen haben. Auch der erstmals auf Hawaii startende Brite Alistair Brownlee wird hoch gehandelt.

Alle Profis – auch das von der Titelverteidigerin Daniela Ryf aus der Schweiz angeführte Frauenfeld – absolvieren den gleichen Wettkampf wie die weit über 2.000 Altersklassenathleten, die sich bei einem der weltweit ausgetragenen Ironman-Rennen qualifiziert haben.

Der Pier von Kailua-Kona: Hier ist Startschuss für den Ironman.
Der Pier von Kailua-Kona: Hier ist Startschuss für den Ironman. | Foto: Kuld

Alle stehen am Samstag ab sechs Uhr (18 Uhr in Deutschland) morgens am Pier von Kailua-Kona und warten auf den Startschuss. Den wird auch Thomas Hellriegel aus Bruchsal erleben – als Original und im Fotodruck. Alle bisherigen Hawaii-Sieger grüßen von großen Postern die Sportler, bevor es ins Wasser geht. Hellriegel gewann 1997 als erster Deutscher. Auf Hawaii gibt er Amateuren Tipps zur Renngestaltung.

1997 gelang Thomas Hellriegel aus Bruchsal der erste deutsche Ironman-Sieg. | Foto: Kuld

Jede Woche mehr als zehn Stunden Training

Die ist nun durchaus individuell. Silke Piri aus Karlsruhe will den an sich strapaziösen Tag „genießen“. Felix Tutsch aus Karlsruhe geht engagiert in den Wettkampf. „Ich will bei Tageslicht ankommen.“ Das „day-light-finish“ erfordert eine Zeit von etwa 10:30 Stunden.

Maximilian Hrabowski aus Weingarten setzt die Latte noch etwas höher: „Traumziel wäre, wenn vorne eine Neun stünde.“ Der junge Elias Schipperges (Stutensee) will schneller sein. Sie alle investieren pro Woche deutlich mehr als zehn Stunden fürs Training, um sich ihren Hawaii-Traum zu erfüllen.

Hitze macht mir nichts

Inzwischen liegt auch der rote Teppich auf dem Alii Drive bei der Ziellinie. Noch am Freitag rannten die Triathleten die Strandstraße hoch und runter, checkten letztmals ihre Räder. Felix Tutsch (Karlsruhe/SSV Ettlingen) freut sich auf den Wettkampf: „Hitze macht mir nichts“, sagt der 46-jährige Lehrer. In fünf Stunden will er die 180 Kilometer Radstrecke durchfahren.

Geheimfavorit Cameron Wurf aus Australien plant eine Stunde weniger. Er gilt als „Über-Biker“ – ein Titel, der auch Sebastian Kienle schmückt.

Ironman hat sich zu Megaevent entwickelt

Der „Ironman Hawaii“ hat sich zu einem Megaevent entwickelt, bei dem es neben dem Sport auch ums Geld geht. Wer als Amateursportler das Projekt „Hawaii“ angeht, muss nach einer Kalkulation des Fachmagazins Triathlon übers Jahr einen fünfstelligen Betrag für sein Hobby aufwenden. Zunehmend spielt Merchandising eine große Rolle. T-Shirts, Rennanzüge, Radklamotten, Sonnenbrillen gehen weg wie warme Semmeln – unbeschadet des Preises.

Sebastian Kienle geht derweil im allgemeinen Hype konsequent seinen Weg. Nach der Vorbereitung auf der Nachbarinsel Maui ist er spät nach Kailua-Kona gekommen.

Am Samstag geht bei ihm der Wecker um halb vier. Halb sieben ist Start. Um halb drei läuft Kienle nach dem Idealplan auf dem roten Teppich. Nach einem optimalen Tag vielleicht erneut als „King of Kona“.

Info:
Der Ironman Hawaii findet am Samstag, 12. Oktober, statt. Der Start ist für 18.35 Uhr deutscher Zeit, also um 6.25 Uhr Ortszeit, angesetzt.