Anschlag Nummer neun: Der Baumschänder hat in der Hauptstraße in Eggenstein zugeschlagen und die drei Bäume angesägt, die im Frühjahr frisch gepflanzt worden sind. An deren Vorläufern hatte der Unbekannte Ende Januar 2019 die Stämme so angesägt, dass sie entfernt werden mussten.
Anschlag Nummer neun: Der Baumschänder hat in der Hauptstraße in Eggenstein zugeschlagen und die drei Bäume angesägt, die im Frühjahr frisch gepflanzt worden sind. An deren Vorläufern hatte der Unbekannte Ende Januar 2019 die Stämme so angesägt, dass sie entfernt werden mussten. | Foto: Rake Hora

Neunter Anschlag

Unbekannter Baumfrevler setzt in Eggenstein erneut seine Säge bei Spitzahorn an

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Der ideelle Schaden liegt deutlich höher als der materielle. Ein unbekannter Baumschänder hat jetzt in der Hauptstraße in Eggenstein zum neuntem Mal Spitzahornbäume angesägt und sie nachhaltig geschädigt. Bislang mussten für diese Bäume jedes Mal neue gepflanzt werden. Etwa 15.000 Euro hat die Gemeinde dafür aufgewendet. Zuletzt hat der Unbekannte nächtens am frühen Donnerstagmorgen zugeschlagen. Die bei der Neupflanzung im Februar angebrachte Metallumhüllung der Stämme schützte nicht gegen die scharfen Zähne der Säge.

Es fällt erst auf den zweiten Blick auf, dass an dem Baum in der Hauptstraße in Eggenstein etwas fehlt. Zwei weiteren daneben ist ebenfalls der mittlere Austrieb entfernt worden. Der Baumschänder in Eggenstein hat erneut zugeschlagen. Und sich wieder den Standort als Ziel ausgewählt, an dem er im Frühjahr des vergangenen Jahres drei Bäume so stark mit seiner Säge beschädigt hatte, dass sie entfernt werden mussten. Nun droht den in diesem Frühjahr neu gepflanzten Ersatzexemplaren, die sich augenscheinlich richtig gut entwickelt haben, das gleiche Schicksal.

Mehr zum Thema: Eggenstein-Leopoldshafen: Baumfrevler hat wieder zugeschlagen

Der ideelle Schaden liegt deutlich höher als der materielle. Ein unbekannter Baumfrevler hat jetzt in der Hauptstraße in Eggenstein zum neuntem Mal Spitzahornbäume angesägt und sie nachhaltig geschädigt. Bislang mussten für diese Bäume jedes Mal neue gepflanzt werden.

Etwa 15.000 Euro hat die Gemeinde dafür aufgewendet. Zuletzt hat der Unbekannte nächtens am frühen Donnerstagmorgen zugeschlagen. Die bei der Neupflanzung im Februar angebrachte Metallumhüllung der Stämme schützte nicht gegen die Säge.

Abgesägt: An den Spitzahornbäumen wurde der starke mittlere Trieb gekappt.
Abgesägt: An den Spitzahornbäumen wurde der starke mittlere Trieb gekappt. | Foto: Rake Hora

Unverständnis bei den Nachbarn

In der unmittelbaren Nachbarschaft – auch dort ist zunächst nicht aufgefallen, dass die drei Spitzahornbäume angesägt worden sind – herrschen Betroffenheit und völliges Unverständnis: „Wir haben das zufällig mitbekommen“, sagt Petra Pattke-Backenstoß.

Sie sei enttäuscht, dass der unbekannte Baumschänder wieder zugeschlagen und die Sicherheitsvorkehrung an den Stämmen nichts genutzt habe. „Uns fehlt für dieses Verhalten jedes Verständnis“, betont die Frau. „Wir waren so froh, als die Bäume wieder gepflanzt waren und wir ins Grüne schauen konnten“, fügt ihr Mann, Frank Backenstoß, hinzu. Er rätselt, warum es immer genau dieselben Bäume trifft.

Woher kommt so viel Bosheit?

Nachbarin Heidi Reuter schüttelt den Kopf über die Boshaftigkeit, die hinter den Untaten des Baumschänders stecken müsse. Ihr Mann, Dieter Reuter, überlegt, ob man den Zustand so belässt, wie er ist, oder doch wieder neue Bäume pflanzen sollte. Und fragt sich auch, warum bisher niemand etwas bemerkt habe. „Da fällt mir nichts mehr ein“, sagt Heinz-Peter Bahr, der den direkten Blick auf die Bäume von gegenüber hat.

„Ich kann nicht nachvollziehen, wie viel kriminelle Energie in diesem Handeln steckt.“ Ein „Dummejungenstreich“ sei das ganz und gar nicht. Die Gemeinde dürfe nicht aufgeben und müsse wieder nachpflanzen, fügt er hinzu.

Videoüberwachung als Abhilfe vorgeschlagen

Mehrmals sprechen sich Nachbarn und Anwohner für eine Videoüberwachung aus. Der Gemeinde sei es rechtlich nicht gestattet, dort eine Überwachungskamera zu installieren, sagt jedoch Bürgermeister Bernd Stober. „Viele Möglichkeiten haben wir nicht. Den Irrsinn beenden und nicht mehr nachpflanzen bedeutet in den Augen vieler, dass wir aufgeben.“

Die Meinung in der Bürger sei bisher bei großer Mehrheit gewesen, nicht nachzugeben und weiterhin zu pflanzen. „Wir könnten das Trio stehen lassen als eine Art Mahnmal und Kunstobjekt“, meint Stober. Der Gemeinderat werde das diskutieren, die Verwaltung werde dann die Entscheidung des Gremiums umsetzen, um die Untaten des Baumschänders zu beseitigen – oder eben als Mahnung stehen zu lassen.

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Zeuge hat möglicherweise etwas beobachtet

Der Baumschänder hat zum neunten Mal zugeschlagen. Noch immer gibt es keine Spur zu dem Unbekannten. Es gibt wohl einen Zeugen, der den Vorfall am frühen Donnerstagmorgen beobachtet haben soll. Näheres erfährt man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Der Polizeiposten Hardt in Leopoldshafen habe die Ermittlung aufgenommen, berichtet Raphael Fiedler, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium Karlsruhe. Die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen hat 2.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, auf die hin der Baumschänder gestellt werde.

Nutzlos: Die Metallummantelung der Stämme bot nicht den erhofften Schutz.
Nutzlos: Die Metallummantelung der Stämme bot nicht den erhofften Schutz. | Foto: Rake Hora

Werkzeug an der Krone angesetzt

Anders als früher hat der Baumschänder an den dieses Frühjahr gepflanzten jungen Bäumen nicht den Stamm angesägt, sondern sein Werkzeug an der Krone angesetzt: Er hat damit den Mitteltrieb der Bäume so stark geschädigt, dass er komplett entfernt werden musste. Das haben Mitarbeiter des Gemeindebauhofs erledigt. Die als Schutz gegen eine Säge gedachte Metallummantelung der Baustämme hat ihre Wirkung verfehlt.

Diese Baumart ist als schmal wachsend gezogen worden

Diese Spitzahornart sei gezielt als schmal wachsend gezogen worden, sagt Landschaftsbauer Thomas Westenfelder, der die Bäume wiederholt im Auftrag der Gemeindeverwaltung Eggenstein-Leopoldshafen nachgepflanzt hat. Sie seien beliebte Straßenbäume. Einen der verbliebenen Triebe als Haupttrieb weiterzuentwickeln, hält er für sehr schwierig.

Kommentar
Schamlos
Der Baumfrevler in Eggenstein bleibt unerkannt, auch weil er allem Anschein nach immer den Schutz der dunklen Nacht für sein Unwesen genutzt hat. Ein Hoffnungsschimmer mag sein, dass es beim jüngsten Anschlag einen Zeugen gegeben haben soll, der vielleicht nicht nur den Vorfall beobachtet haben, sondern auch den Täter erkannt haben könnte. Was genau der Zeuge gesehen hat, war bislang allerdings nicht zu erfahren. Die Polizei ermittelt jedenfalls und hat damit hoffentlich einen Ansatzpunkt für ihre Arbeit.
Leichter wäre es vermutlich, wenn die Gemeinde in dem betroffenen Abschnitt der Eggensteiner Hauptstraße eine Videoüberwachung installieren könnte. Das ist, wie die Polizei auf Nachfrage bestätigt, rechtlich nicht zulässig. Die bedrohte Stelle ständig beobachten zu lassen, bleibt Wunschdenken. Man kann nur darauf hoffen, dass der Täter (oder vielleicht die Täterin?) einen Fehler macht.
Im November 2014 schlug der Frevler erstmals zu. 2017 setzte er zweimal die Säge an (Februar und Juni), 2018 ebenfalls (März und Juni). Zuletzt war eine etwas längere Pause.
Kritisieren ist zulässig, zerstören ist schamlos. Was mag einen Menschen antreiben, immer wieder die gleichen Baumstandorte zu schädigen? Will er sich an der Gemeinde für etwas rächen? Der entstandene Schaden geht nicht zu Lasten der Gemeinde. Das trifft die Gemeinschaft, der das Verständnis fehlt. Denn die Kosten dieser Untaten werden auf alle Steuerzahler verteilt. Dietrich Hendel