Wegen eines inszenierten Überfalls auf ihren Werttransport sollen zwei Geldboten nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für mehrere Jahre in Haft. | Foto: Riedel

Inszenierter Überfall

Urteil gefallen: Haftstrafen in Weingartener Geldtransporter-Prozess

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Wegen eines inszenierten Überfalls auf ihren Werttransport sollen zwei Geldboten nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für mehrere Jahre in Haft. Der Anklagevertreter ging in seinem Plädoyer am Donnerstag davon aus, dass die beiden Männer gleichermaßen an Planung und Durchführung beteiligt waren. „Teamwork fifty-fifty“, sagte er. Er forderte für den älteren Angeklagten fünf Jahre Haft, für den jüngeren sechs Jahre und zwei Monate.

Der Staatsanwalt wertete die Tat vom Sommer 2019 als Diebstahl mit Waffen mit Vortäuschen einer Straftat. Beiden Angeklagten hielt er eine hohe kriminelle Energie vor. Die geringere Strafforderung für den älteren der beiden Angeklagten folge aus dessen frühzeitigem und umfassenden Geständnis.

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Die beiden Deutschen hatten zum Auftakt des Prozesses im März die Tat gestanden: Sie hatten demnach so getan, als wären sie an der Autobahn 5 bei Weingarten von falschen Polizisten ausgeraubt worden. Dabei hatten sie die Beute von mehr als 800.000 Euro selbst beiseite geschafft.

Die Polizei brauchte mit Telefonüberwachung und Observierung nicht lange, um die Lügengeschichte aufzudecken. Bei Durchsuchungen fanden die Beamten bei den Verdächtigen unter anderem hochwertige E-Bikes, Schmuck, Uhren und Fernseher, die erst kurz vorher gekauft worden waren. Ein Großteil der Beute wurde sichergestellt.

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Der Verteidiger des älteren Angeklagten plädierte dafür, die Tat als veruntreuende Unterschlagung zu werten. Die Strafe sollte bei zwei Jahren und sechs Monaten liegen. Ähnlich argumentierte der zweite Verteidiger. Er beantragte, angesichts der Dauer der Untersuchungshaft, den Haftbefehl gegen seinen Mandanten aufzuheben.

(dpa/lsw)