Neuralgischer Punkt auf Pfinztals Straßen ist die Ecke am Gasthaus „Zum Laub“. Dort kommen B293 (rechts) und B10 zusammen. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Vierter von links, rechts daneben Bürgermeisterin Nicola Bodner) war am Mittwoch zu Besuch in der vom Verkehr stark belasteten Gemeinde. | Foto: Hora

Pfinztal/Heilbronn

Verkehrsminister besucht Pfinztal: Bei der Trasse ist das letzte Wort noch nicht gesprochen

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Wössingen, der kleinere Ortsteil von Walzbachtal im Landkreis Karlsruhe, hat die Umgehung seit 40 Jahren. Dort führt die Bundesstraße 293 um den Ort herum. Jöhlingen, der andere Ortsteil, wartet darauf noch, ebenso wie das benachbarte Berghausen, Ortsteil von Pfinztal. Beide Umfahrungen stehen im vordringlichen Bedarf, sind im Stand der Vorplanung – und sollen alsbald realisiert werden.

Die B293 habe Vorrang vor der B10, sagte der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Winfried Hermann, an diesem Mittwoch bei seinem Besuch in Pfinztal. Dies sei nicht mehr umstritten. Zunächst soll am 18. März die Pfinztaler Bevölkerung über das Projekt ausführlich informiert werden und dazu Wünsche und Anregungen einbringen, erläuterte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl. Für die derzeit favorisierte Variante habe es keinerlei Vorgaben von der Regierung gegeben, versicherte Hermann auf eine Frage aus der Runde von Gegnern dieser Trasse. Man müsse aber unter vielen Aspekten, vorrangig Natur- und Umweltschutz, eine nach vielen Überlegungen mögliche Variante auswählen, mit der man in das weitere Verfahren gehen wolle.

Wenn geklagt wird, dauert es länger

Danach, im Planfeststellungsverfahren, würden Anregungen ebenso wie Einsprüche und Bedenken von Anliegern wie Behörden abgewogen, um die bestmögliche Lösung zu finden. Wie lange das Verfahren dauern werde, könne er nicht sagen, meinte der Minister: Das hänge ganz stark davon ab, wie hoch die Akzeptanz der in der Planfeststellung festgelegten Straßenführung sei. Wenn dagegen Klage geführt werde, dauere es erfahrungsgemäß lange.

B293 ist „Mini-Bundesstraße“

Im Vergleich etwa zur B3, die sich von Nord nach Süd über 755 Kilometer erstreckt, ist die B293 freilich eine „Mini-Bundesstraße“ mit ihren 61 Kilometern zwischen Heilbronn und dem badischen Pfinztal. Sie ist sozusagen in guter Gesellschaft mit den ungefähr gleich langen Bundesstraßen 35 (Lingenfeld bis Illingen, 65 Kilometer) und 36 (Mannheim bis Rastatt, 56 Kilometer). Beide führen zu einem guten Teil durch das Verbreitungsgebiet dieser Zeitung. Beide werden jeden Tag von Tausenden Autofahrern benutzt.

Die B293 übernimmt von ihrem Ausgangspunkt an der B27 bei Heilbronn die Aufgabe einer Nordost-Südwest-Verbindung und hat zudem über ihre zahlreichen Anschlüsse eine wesentliche Verteilerfunktion in den Raum Karlsruhe (B10) und Bruchsal (B3) oder ins Gebiet zwischen Bruchsal und Pforzheim.

Jöhlingen und Berghausen hoffen auf zeitnahe Lösung

Die meisten tangierten Orte haben schon Umfahrungen erhalten, so etwa Flehingen und Zaisenhausen im Brettener Raum, wo die Straße seit 1984 beziehungsweise 1989 parallel zur Kraichgaubahn verläuft. Um Eppingen, die zweitgrößte Stadt im Landkreis Heilbronn, führt die B293 seit Mitte der 1990er Jahre in einem großen Bogen herum, und der Brettener Stadtteil Gölshausen ist seit 2003 den Bundesstraßendurchgangsverkehr los.

Für Jöhlingen und Berghausen hoffen die Einwohner und die Kommunalpolitiker auf eine möglichst zeitnahe Lösung. Die Ausführungen des Verkehrsministers können sie hoffen lassen.