Die Hinweise zu vermissten Haustieren liest Ute Hancock aus Linkenheim mit ihrer Birma-Katze „Bärle“ in einer Tierarztpraxis in Linkenheim. | Foto: Nees

Auch im Landkreis Karlsruhe

Viel Aufwand bei der Suche nach vermissten Haustieren

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Von Natalie Nees

Wie kommt eine Katze aus Spöck auf zuerst einmal ungeklärte Weise ins pfälzische Speyer? Die Antwort ist ebenso einfach wie unglaublich kaltherzig: Der böse Nachbar ist schuld, will den felligen Mitbewohner des eventuell verfeindeten Tierhalters loswerden und verfrachtet den ungeliebten Vierbeiner kurzerhand ins benachbarte Bundesland. Und schon heißt es für die überaus besorgten Tierhalter: „Katze vermisst.“ Tage und Wochen voller Sorge, Ungewissheit und Kummer sind oftmals die Folge.

Zahlreiche Gründe warum Tiere verschwinden

Dieses Szenario gibt es leider, wenn auch nicht allzu häufig, bestätigen die Aktiven vom Katzenschutzverein Karlsruhe. Ebenso gibt es zahlreiche andere Gründe, warum tierische Mitbewohner verschwinden. Das ist das Ergebnis der BNN-Nachfrage zum Thema „Vermisste Tiere“.

„In Dettenheim war eine Katze 17 Tage versehentlich eingesperrt und hat überlebt“, berichtet Margot Werner. Die aktive Tierschützerin und leidenschaftliche Tierhalterin aus Rußheim erlebt immer wieder, dass vertrauensselige Tiere festgesetzt werden. Sie klettern in Autos oder inspizieren Keller, deren Türen auf einmal zufallen. „Immer suchen und laut rufen“, rät Margot Werner.

Keller und Garagen sind oft Fundorte

Keller und Garagen in der Nachbarschaft sind oft Fundorte von vermissten Katzen, bestätigt Simone Schüssler. Die Tierärztin in der Klinik von Marco Rossi in Hochstetten hat selbst ihre Katze Molly drei Monate gesucht. Die Unauffindbare hat nach einem Umzug in der neuen Umgebung nicht mehr nach Hause gefunden und wurde am anderen Ende des Dorfs von einer Familie durchgefüttert.

Nicht immer geht es so glimpflich aus, weiß Margot Werner. In Graben-Neudorf seien vor einiger Zeit gleich drei Katzen aus einer Straße verschwunden und nie mehr aufgetaucht, auch nicht als überfahrene Tiere. Groß sind dann natürlich die Spekulationen der Halter: Wer fängt diese Tiere ein?

Mikrochip für Tiere

„Alle Tiere sollten mit Mikrochip gekennzeichnet sein“, betont Tierärztin Schüssler, und auch Renate Leutloff, Vorsitzende beim Katzenschutzverein Karlsruhe aus Linkenheim, schließt sich dem an. Ihr Verein hat die Rubrik „Vermisste Tiere“ eingerichtet, etwa fünf Mal im Monat suchen Tierhalter Hilfe, wenn es darum geht, ihre Lieblinge wieder zu finden.

Bundesweites Haustierzentralregister

Anlaufstelle für die meisten Tierhalter ist der von Spenden getragene Verein „Tasso“ als bundesweites Haustierzentralregister. Dort melden die Halter ihre mit Chip versehenen oder tätowierten Tiere. Laut „Tasso“ entlaufen in Deutschland jährlich 300 000 Haustiere. Über 60 000 davon seien durch den Verein wieder nach Hause gekommen. Für Tierhalter ist die Registrierung dort kostenfrei.

Ein Happy-End gibt es nicht immer

Ansonsten heißt es, Fleißarbeit zu leisten, wenn der geliebte Hund oder die Samtpfote verschwinden: Beim Tierarzt und in Tierheimen nachfragen, Suchplakate aufhängen sowie in den Ortsblättern und Tageszeitungen inserieren und die Umgebung immer wieder absuchen. „Immer wieder Futter rausstellen“, rät Katzenexpertin Renate Leutloff. Sie weiß auch, dass Rassenkatzen schon das Schicksal ereilte, gestohlen zu werden. Ein Happy-End für Mensch und Tier gebe es leider nicht immer, doch wenn es vorkommt und das Tier wieder auftaucht, sei die Freude riesig.