Herausforderung an den Orientierungssinn: Es ist gar nicht so einfach, in dem Maislabyrinth beim Bolzhof Liedolsheim auf Anhieb den richtigen Weg zu finden. Wenn’s beruhigt - herausgekommen ist bisher aber jeder.     | Foto: Rake Hora

Freizeitspaß beim Bolzhof

Liedolsheimer Maislabyrinth: Willkommen im „Dschungel“

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Links oder rechts? Mmmh…, eine gute Frage. Waren wir hier nicht schon mal? In dem Gewirr aus Gängen kann man aber auch wirklich den Überblick verlieren. Der „Dschungel“ aus Mais scheint undurchdringlich. Zweieinhalb, vielleicht sogar drei Meter hoch, ragen die Stängel in den Himmel. Also: Wie jetzt weiter? Nach recht? Oder doch nach links? Es ist gar nicht so einfach, in dem etwa einen Hektar großen Maislabyrinth beim Bolzhof Liedolsheim auf Anhieb den richtigen Weg zu finden. Zur Beruhigung: Herausgekommen ist bisher jeder wieder.

Verstrickte Pfade, Sackgassen und Rätsel

Nein, ein Dschungelcamp gibt’s im Dettenheimer Ortsteil Liedolsheim nicht. Dafür verstrickte Pfade. Sackgassen. Und knifflige Rätsel – im Maislabyrinth auf dem Bolzhof, das die Familie Bolz auf einem großen Feld ausgetüftelt hat. Verschiedene Fragetafeln verstecken sich zwischen den Maispflanzen. Und in der Mitte steht ein weißer Holzturm als Anlaufpunkt, von dem aus sich das Gelände zwar prima überblicken lässt, den „rechten Weg“ durchs Maisdickicht gibt aber auch die Turmaussicht nicht preis. Der will erlaufen werden, und das bleibt eine Herausforderung an den Orientierungssinn.

Herausforderung auf einem Hektar

„Das Maislabyrinth ist knapp einen Hektar groß“, erzählen Vera und Gernot Bolz. Der Eingang unter der knorrigen Holztafel ist auch der Ausgang. Es gebe in dem Labyrinth acht Stationen mit Fragen für Erwachsene und Kinder, verdeutlicht ihre Tochter Jana Hager. Die Kids können außerdem Stempel sammeln oder ein Selfie mit „Mr. Kolbi“ schießen – wenn sie die gelbe Holzfigur gefunden haben – und werden nach der Rückkehr aus dem „Mais-Dschungel“ mit einem kleinen süßen Preis belohnt.

Man sollte schon eine Stunde veranschlagen

„Man sollte schon eine Stunde veranschlagen, wenn man den Ehrgeiz hat, alle Stationen zu finden“, meint Jana Hager. Es lohne sich aber, das Rätsel zu lösen, denn am letzten Öffnungstag (29. September) würden unter allen abgegebenen Lösungszetteln etliche Preise verlost. „Ein Gewinner darf im Herbst immer mit das Feld abernten und mit Mähdrescher fahren“, sagt Gernot Bolz.

Zum dritten Mal Maislabyrinth beim Bolzhof

Das erste Mal ein Maislabyrinth gab’s zum 40. Geburtstag des Bolzhofes. Das war aber viel, viel kleiner. „In der Größe und an dem Platz, an dem es jetzt ist, machen wir das zum dritten Mal“, sagt Gernot Bolz. Spannend für ihn sei immer, wie der Mais wächst: „Im ersten Jahr war es sehr trocken. Da mussten wir bei der Feuerwehr eine Wasserpumpe ausleihen und das Feld beregnen. Dieses Jahr steht er aber sehr gut da.“

Die Wege sind jedes Jahr anders

Wie aber entsteht eigentlich ein Maislabyrinth? Gernot Bolz: „Wir haben ein Luftbild von dem Gelände, das nehmen wir und mein Schwiegersohn Moritz zeichnet dann die Wege ein, wie er sie haben will. Da ein Kreis, dort eine Sackgasse, seiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – jedes Jahr wird’s anders.“ Schmunzeln muss Bolz, wenn Leute kommen und sagen, das sei doch ganz einfach, sie hätten’s ja auf dem Handy: „Das nützt ihnen nämlich gar nichts…“

Im Herbst wird der Mais geerntet

Gesät wird im April. Dann heißt es, „die Hacke richten, der Mais kommt schnell raus“, so Gernot Bolz. „Wenn die Pflanzen etwa zehn Zentimeter hoch sind, werden Verläufe und Konturen des Labyrinths nachgearbeitet.“ Nach Ende der Saison wird das Maislabyrinth wie „normale“ Maisfelder abgeerntet: „Die Körner werden getrocknet und für Futterzwecke verwendet.“ Genommen würden allerdings Maissorten, die „Masse bilden“ und „dichte Blätter bekommen“. Sonst wäre es ja zu leicht im Labyrinth.

Im Notfall eine Drohne

„Herausgekommen ist bei uns bisher jeder“, sagt Jana Hager und lacht. Einsammeln hätte man noch niemanden müssen. „Im Notfall hätten wir eine Drohne, die wir drüberfliegen lassen und so sehen könnten, was los ist“, meint Vera Bolz. Oder die Hofhunde dürfen zur „Rettung“ ran.

 „Maislabyrinth-Hopper“ unterwegs

Richtige „Maislabyrinth-Hopper“, gebe es, erzählt die Familie Bolz, zu der auch noch die Töchter Susen und Mira, ebenfalls Landwirtin, gehören. „Diese Leute klappern die Labyrinthe ab, um zu sehen, wo die Herausforderung am größten ist. Bei uns sind die Wege recht eng, manche sind davon ganz fasziniert.“ Maislabyrinthe finde man unter anderem auch in Leimersheim, Hockenheim, Ladenburg, Flehingen und in der Nähe von Pforzheim, weiß Gernot Bolz.

Nachtevent und ScreamNight in Liedolsheim

Ein besonderes Ereignis beim Maislabyrinth auf dem Liedolsheimer Bolzhof ist das „Nachtevent“ am Freitag, 2. August, ab 19 Uhr. „Für alle, die mutig sind, bei Dunkelheit durchzulaufen“, sagt Jana Hager augenzwinkernd. „Dann gibt’s auch Live-Musik.“ Richtig gruselig wird es bei der „ScreamNight“ am Dienstag, 2. Oktober, ab 20 Uhr. Hager: „Was da wohl kurz vor Halloween so durch die Maisreihen geistert…?“

Maislabyrinth auf dem Bolzhof Liedolsheim: Bachwiesenfurth (am Ortsausgang Liedolsheim in Richtung Rußheim ab dem Kreisverkehr nach dem Neubaugebiet ausgeschildert). Noch bis zum 29. September.  – Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag jeweils 17 bis 19.30 Uhr, Sonntag 15 bis 18.30 Uhr. (Ab 6. September nur noch sonntags). – Stärkung: Dafür  gibt’s am Kiosk unter anderem Flammkuchen, Wurstsalat, Kaffee und Blechkuchen. Bei Regen bleibt das Labyrinth geschlossen. – Besonderes: „Nachtevent“ am Freitag, 2. August, ab 19 Uhr; „Abschlussevent“ am Sonntag, 29. September, 15 bis 18.30 Uhr; „ScreamNight“ am Dienstag, 2. Oktober, ab 20 Uhr. – Eintrittspreise: Unter 4 Jahren: frei; ab 4 Jahren: 2 Euro; ab 16 Jahren: 3 Euro. Individuelle Termine sind möglich ab zehn Personen. Bei Gruppenbesuch wird um eine Anmeldung gebeten: www.maislabyrinth-bolzhof.de/kontakt.