Ein Bauteil des Windrades für das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie wird an einem Kran hochgezogen. | Foto: Hora

Fraunhofer ICT in Pfinztal

Verzug bei Energieprojekt

Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre – dieses Sprichwort findet meist bei Ereignissen Verwendung, die wegen eines Vorfalls hypothetisch geworden sind. Wenn also das obere Turmstück des neuen Windrades für das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal auf dem Transport nicht beschädigt worden wäre, könnte das Windrad auf dem Hummelberg fertiggestellt werden, mit dem eine Batterie für erneuerbare Energien getestet wird.

Beschädigtes Bauteil wurde zur Überarbeitung geschickt

„Das Bauteil war falsch gelagert“, berichtet Stefan Tröster vom ICT. Der Lkw, der das Bauteil geladen hatte, habe eine Brücke gerammt, berichtet er. „Das beschädigte Bauteil wurde zum Hersteller zur Überarbeitung zurückgeschickt“. Die Folge: mehrere Wochen Verzug. „Es ist schon blöd, wenn ein Projekt in einer entscheidenden Phase in Verzögerung kommt“, sagt Tröster. Der Plan sei aber dennoch, das Windrad im März in Betrieb zu nehmen. „Wir haben eine harte Deadline“.
Nähert man sich vom Karlsruher Stadtteil Hagsfeld dem Institut, so ist der Ausleger des Schwerlastkrans, immerhin imposante 114 Meter hoch, von weitem zu erkennen. Und auch auf dem Gelände herrscht am Donnerstagnachmittag rege Betriebsamkeit. Auf Tiefladern lagern die fünf unbeschädigten Turmteilstücke, die von Kränen auf Spezialfahrzeuge geladen und dann zur Baustelle gefahren werden.
Jedes Teil ist rund 18 Meter lang und wiegt mehrere Tonnen. Aber auch nun verzögert sich das Aufstellen der angelieferten Teile: „Wir sind im Verzug, es dauert länger“, sagt Tröster. Es wird klar: Die Turmteile können an diesem Tag noch nicht zusammengefügt werden. Eine „ganz normale Verzögerung auf der Baustelle“, wie er bekundet. Nach Plan des externen Bauleiters sollen aber die fünf Turmteile bis heute Abend stehen.

Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien

Das Projekt „Redox Wind“, das das Ziel hat, Strom aus erneuerbaren Energien zu speichern, und auf dem Gelände des ICT entsteht, kostet 19 Millionen Euro. „Acht Millionen kommen vom Bund, acht Millionen vom Land und die drei Millionen Euro für das Windrad übernimmt das Institut“, berichtet Tröster. Heute sollen die Rotorblätter, jedes rund 40 Meter lang, angeliefert werden. Bis das sechste und letzte Turmsegment zur Baustelle komme, werden die sie eingelagert.
Sieht man sich die Geschichte des Vorhabens an, so glaubt man, dass es einen langen Atem von Planung in Richtung Umsetzung braucht: „Ganz spezielle Techniken brauchen viel Vorlauf“, sagt Michael Weber, Bauleiter des ICT. Im Jahr 2008 habe man begonnen, sich um das Windkraftwerk zu bemühen, berichtet er. Nach mehreren Genehmigungen folgten im Septeber 2016 erste Bauschritte für das Windrad. Dafür habe man den Baugrund mit Schottersäulen verbessern müssen. Vor Weihnachten wurde das Fundament erstellt. Und wenn das Windrad stehe, dauere es zwei bis drei Wochen, bis es betriebsbereit sei, berichtet Weber.