Die Bürgermedaille Graben-Neudorf erhielten von Bürgermeister Christian Eheim Klaus Heil (Mitte) und Gilbert Lamm.

Neujahrsempfang Graben-Neudorf

Viel Lob fürs Ehrenamt

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Viel Programm, gut verpackt – die Stimmung beim Neujahrsempfang der Gemeinde Graben-Neudorf war gut. Gut waren auch die Rahmendaten, die Bürgermeister Christian Eheim bezüglich der Entwicklung der Doppelgemeinde vortrug.

Prima Stimmung beim Neujahrsempfang der Gemeinde Graben-Neudorf. Viel Programm, handlich verpackt in gut zwei Stunden, sehr solide moderiert – was will man mehr? Ein kleiner Wermutstropfen aber findet sich im Freudenkelch. Bürgermeister Christian Eheim war hoch erfreut über den guten Zuspruch, aber die Verwaltung hatte nach der Anzahl der Stühle wohl mit etwa doppelt so vielen Bürgern gerechnet. Sei’s drum. Die, die da waren, werden das Format vielleicht für nächstes Jahr empfehlen. Durch den Abend führte Mathias Zurawski, die musikalische Linie gab das Akkordeonorchester Graben vor, das zu Beginn vom Chor der Erich-Kästner-Grundschule unterstützt wurde.

Investitionen der SEW

In seiner Neujahrsansprache blickte der Bürgermeister kurz auf 2018 zurück. Die Erweiterung der Gemeinschaftsschule mit einem Invest von über fünf Millionen Euro sei „wunderbar“ gelungen. Christian Eheim sprach zudem die enormen Veränderungen und riesigen Investitionen der SEW an und rückte die „neue Mitte“ ins Zentrum der kommunalpolitischen Arbeit des Jahres 2019.

Spitzenposition

Graben-Neudorf solle eine Spitzenposition im Landkreis einnehmen – etwa bei Lebensqualität und Infrastruktur. Auf diesem Weg sieht Christian Eheim Graben-Neudorf gut aufgestellt. Beispiel schnelles Internet: In der Gemeinde komme der Ausbau des kommunalen Glasfasernetzes gut voran, zudem hätten seit 2016 etwa 400 Haushalte an die Glasfaser angeschlossen werden können. Das sei die Benchmark, bei der freilich der Gesetzgeber mithelfen müsse, dass es hier schneller vorangehe. Bürgermeister Eheim erwähnte zudem viele positive soziale Faktoren für das Leben in der Doppelgemeinde. Besonderheit nannte er dabei das Ehrenamt.

Sport und Feuerwehr

Das haben in vielen Jahrzehnten Klaus Heil und Gilbert Lamm so vorbildlich gelebt, dass sie am Freitag Abend mit der Bürgermedaille der Gemeinde Graben-Neudorf ausgezeichnet wurden. Klaus Heil ist sozusagen ein „Multitalent“. Neben den vielen Funktionen, die er beim TSV Neudorf lange ausgeübt hat, war er auch als Sänger aktiv, beim Obst- und Gartenbauverein beim Heimatverein oder bei der Kirche.
Gilbert Lamm hat sich mit seinem Engagement vor allem bei der Feuerwehr hervorgetan, der er 1947 beitrat und der er nun über 70 Jahre angehört. Noch heute begleitet er die aktive Mannschaft und teilt mit Klaus Heil die Sorge um den Nachwuchs. Im Ergebnis sind sich beide einig: Wenn es gelingt, junge Menschen gut zu betreuen, müssen sich weder Sportverein noch Feuerwehr Angst um die Zukunft machen.
Zum Neujahrsempfang der Gemeinde gehörten auch die Verabschiedung der alten und Vorstellung der neuen „Spargelhoheiten“ (siehe nebenstehenden Bericht). Auch wurden Sportler für herausragende Erfolge geehrt und mit Harry Prestel ein Kleintierzüchter.

Zwei Amtsvorgänger zu Gast

Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es Small Talk im Foyer der Pestalozzihalle. Zu den Gästen der Veranstaltung zählten mit dem heutigen Oberbürgermeister von Leimen, Hans Reinwald, und dem Ehrenbürger der Gemeinde, Werner Juchler, die beiden Amtsvorgänger des amtierenden Bürgermeisters Christian Eheim.

Spargelhoheiten

Bei den Besonderheiten regionalen Brauchtums fallen die „Spargelhoheiten“ der Gemeinde Graben-Neudorf durchaus auf. Seit gut einem Jahrzehnt kürt man in der Doppelgemeinde eine oberste Repräsentantin des „königlichen Gemüses“ als Botschafterin desselben und stellt ihr zwei Prinzessinnen zur Seite. Der Spargel ist prägend für die am Ort noch vorhandene Landwirtschaft – aber das reicht bis in die lichten Höhen des Bundeskanzleramtes. Die Hausherrin dort wird seit Jahren mit Spargel aus Graben-Neudorf versorgt – ein zentraler Repräsentationsauftritt der „Spargelhoheiten“, die in einem Jahr etwa 40 Termine absolvieren, vom Straßenfest am Ort bis eben zum Besuch bei Angela Merkel.

Viele Auftritte

Schwer beeindruckt vom Erlebten berichteten beim Neujahrsempfang Carolin, Melissa und Victoria von den Eindrücken als „Spargelhohheiten“. Das Trio zeigte sich regelrecht begeistert von den Auftritten, auch wenn damit ein gewisser Stress und Eingriff in die Freizeit verbunden war.

„Wahlmonarchie“

Da Graben-Neudorf spargeltechnisch keine Erbmonarchie, sondern eine Wahlmonarchie hat, gibt es 2019 neue, andere „Spargelhoheiten“. Von der Prinzessin zur Königin aufgestiegen ist Melissa Kammerer, die jetzt von den Prinzessinnen Larissa Wittemann sowie Mariola Schwarz-Lloret begleitet wird. Diese Damen wurden beim Neujahrsempfang gekrönt und werden ein Jahr lang von zwei Betreuerinnen begleitet. Hildegard Huber, die die „Spargelhoheiten“ viele Jahre „gemanagt“ und begleitet hat, hängt noch ein Jahr dran und übergibt dann den Stab an eine Nachfolgerin.