Passionierter Hobbyrennfahrer: Im Porsche Sports Cup sammelt Bertram Hornung regelmäßig Erfolge. 2014 und 2015 war er Gesamtsieger. Rechts sein diesjähriger „Endurance“-Teamkollege Mike Essmann. | Foto: privat

Stutenseer mit Benzin im Blut

Bertram Hornung: Erfolgreich als Unternehmer – und auf der Rennpiste

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Erfolgreich als Geschäftsmann und auf der Rennpiste:  Bertram Hornung (59) ist ein Vollblutunternehmer mit Benzin in den Adern. Abschalten kann der Stutenseer, wenn er in seinen Rennoveral schlüpft und  beim Porsche Sports Cup antritt.

„Ja“, meint der 59-jährige Stutenseer und lacht, „damit kann ich mich identifizieren, das kann man so stehen lassen.“ Der Baustoffhandel- und Baumarktbetreiber ist  Vorsitzender des Gewerbevereins. Hornung gehört zur Agenda-Gruppe, die das Kultur-Highlight Swing’ in’ Stutensee am Schloss präsentiert,  ist Pate im Mehrgenerationenhaus und in der Prüfungskommission der IHK.

Er ist aber auch Zweiter Vorsitzender des MSC Weingarten und  – als Ausgleich zum Berufsalltag – passionierter Hobby-Rennfahrer. Im Porsche Sports Cup sammelt er seit Jahren Siege und Trophäen.

Bertram Hornung ist einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Hornung-Gruppe. Der andere, sein Bruder Gerd, ist für den Fuhrpark, das Lager und die Betonmischanlage zuständig. „Ich mache den Rest“, sagt Bertram Hornung. Der Rest, das sind die Hagebaumärkte in Stutensee, Eberbach und Ettlingen, sowie der Baustoffhandel und ein Fachhandel für Naturbaustoffe in Stutensee.

Familienbetrieb wird bei uns gelebt

Zusammen 270 Mitarbeiter sind bei Hornung beschäftigt, darunter sechs bis zehn Azubis pro Jahrgang. Die Fluktuation sei gering, erzählt Hornung und betont: „Familienbetrieb wird bei uns gelebt.“

Er habe immer ein offenes Ohr bei Problemen für seine Leute. Disponieren, akquirieren, telefonieren, viele Gespräche mit leitenden Mitarbeitern: Bertram Hornungs Arbeitstag beginnt morgens üblicherweise kurz vor sechs Uhr in Blankenloch. Dann geht’s „rüber“ nach Friedrichstal. Feierabend ist oft erst am späten Abend.

In und für Stutensee engagiert

Seit 2006 ist Bertram Hornung Vorsitzender der „Aktive Selbständige Stutensee“ (ASS), engagiert sich in dem Gewerbeverein, der aktuell 262 Mitglieder hat, mit seinen Mitstreitern für die Stärkung von Handel und Unternehmen in der Stadt. Er gehört zur Agenda-Gruppe, die das Kultur-Highlight Swing’ in’ Stutensee am Schloss präsentiert, und ist Pate im Mehrgenerationenhaus.

Motorsportkarriere begann in den 1980er Jahren

Einfach „mal den Stecker ziehen“, wie Hornung sagt, kann der Geschäftsmann, der auch schon über 30 Jahre bei der IHK im Prüfungsausschuss und seit etwa zwei Jahren Mitglied der Vollversammlung ist, am besten, wenn er in seinen Rennoveral schlüpft.

Hornungs Motorsportkarriere begann in den 1980er Jahren im Rallye-Auto. Mitte der 90er Jahre legte er eine Pause ein. Berufsbedingt. Das Comeback 2001 in der Porsche-GTP-Serie war zugleich sein Wechsel auf die Rundstrecke. Die Umstellung für den Stutenseer, der seit vielen Jahren auch stellvertretender Vorsitzender des MSC Weingarten ist: null Problem.

„Mister Porsche Sports Cup“

Seit 2007 sitzt Bertram Hornung im Cockpit eines Porsche GT3. Seitdem hat „Mister Porsche Sports Cup“ eine Vielzahl an Klassensiegen und Podiumsplätzen in seiner Kategorie, mit 30 und mehr Autos am Start, herausgefahren.

2014 und 2015 kürte er sich zum Porsche Sports Cup Champion. Da werden die Punkte der „Disziplinen“ Super Sports Cup (pro Wochenende zwei Sprintrennen à 30 Minuten) und Sports Cup Endurance (zweimal 50 Minuten mit einer 15-minütigen Pause zwischen den Läufen und Pflichtboxenstopp) addiert.

Von Porsche gebe es nichts dazu, so Hornung. Dank eines großen Sponsorenpools könne er den überwiegenden Teil der Kosten aber abdecken. Das sei ihm wichtig.

2. Bundesliga des Porsche Motorsports

Der Porsche Sports Cup, als Ausrichter fungiert übrigens der MSC Weingarten, ist nach dem Porsche Carrera Cup „die 2. Bundesliga des Porsche Motorsports“, betont Bertram Hornung. Ambitionierte Hobbyfahrer und aufstrebende Nachwuchspiloten kämpfen da gleichermaßen um Siege. „Ich bin zwar nicht mehr der jüngste, meint das Rennurgestein. „Aber die Erfahrung bringt viel.“

Nach dem dritten Rennwochenende der laufenden Saison schob sich Hornung in der „Endurance“ mit Teamkollege Mike Essmann (Rheine) sowohl in der Gesamt- wie in der Klassenwertung auf Rang zwei. Beim Super Sports Cup – den er allein bestreitet – ist Bertram Hornung derzeit Siebter (Gesamtklassement) beziehungsweise Dritter (Klasse).

Finale in Hockenheim

Nächste Station für sein „H.M.S (Hornung Marketing Service)-Team“, das 2016 an das Münchner „Car Tech-Team“ andockte, ist am 24. und 25. August in Oschersleben. Dann geht’s noch nach Spa-Francorchamps in die belgischen Ardennen (14./15. September) und im Oktober (12./13.) zum Finale nach Hockenheim.

Einfach mal den Stecker ziehen

Sechs Wochenenden, das sei „mit dem Beruf vereinbar“, erklärt der passionierte Freizeit-Motorsportler. Diese Wochenenden genießt er, „sie sind ein toller Ausgleich, um in eine andere Welt abzutauchen“. Oder wie Hornung sagt, um „einfach mal den Stecker zu ziehen.“

„Reifen-Guru“ und „Meisterschrauber“

Seine Frau spielt dabei nicht nur mit, „sie macht mit einem Bekannten das Catering für’s gesamte Team“. Ebenfalls involviert: Aaron Mack, 21, der Sohn seiner Frau. „Mein Reifen-Guru“, erzählt Bertram Hornung schmunzelnd. Auch „Wolle“, der „Meisterschrauber“, sei nicht wegzudenken.

Anfang dieses Jahres zog es ihn gar in die Wüste. Zum dritten Mal war Hornung beim 24-Stunden-Rennen von Dubai dabei. Nicht mit dem eigenen Auto, als einer von vier Piloten des „race:pro-Teams“ aus Stuttgart. „Wir haben lange geführt. Bis der Keilriemen riss“ – und aus dem Gruppensieg nur Platz vier geworden ist. „Aber“, sagt der Stutenseer und lacht, „2020 haben wir uns schon für den Klassensieg angemeldet.“

Bertram Hornung ist ein Unternehmer und Hobby-Rennfahrer aus Stutensee. Die Motorsport-Karriere begann in den 1980er Jahren im Rallye-Sport. Hier fuhr er zuerst in regionalen Rallye-Meisterschaften und sporadisch in der Internationalen Deutschen Rallye Meisterschaft. Zur Mitte der 90er Jahre legte er auch aufgrund beruflich bedingten Einschränkungen eine Pause vom Motorsport ein.
Das Comeback im Jahr 2001 in der Porsche GTP Serie stellte den Wechsel vom Rallye- zum Rundstreckensport dar. Er schaffte sehr schnell die Umstellung von der Zeitenjagd auf meist unbefestigten Straßen hin zum Grand Prix Sport, bei dem er bis zu 30 Gegner gleichzeitig auf der Strecke hat und Rad-an-Rad-Duelle meistern muss.
Nach dem Aus der Porsche GTP Serie 2004 unterstützte Bertram Hornung den MSC Weingarten, bei dem er auch 2. Vorsitzender ist,  als Safety Car Fahrer im neu formierten Porsche Sports Cup. Seit 2007 greift er wieder selbst ins Lenkrad eines Porsche GT3 Cup und fuhr seitdem eine Vielzahl an Klassensiegen und Podiumserfolgen ein.
Zuletzt gewann er im Jahr 2015 sowohl den Porsche Super Sports Cup als auch die Porsche Sports Cup Endurance, womit er den Titel des Porsche Sports Cup Champions nach 2014 verteidigen konnte.
Als gefragter Instruktor gibt Bertram Hornung bereits viele Jahre die Kunst des sportlichen Fahrens weiter. Gemeinsam mit dem Porsche Zentrum Karlsruhe oder als Mitglied bei „The Instructors“ unterstützt er Fahrertrainings auf den  verschiedensten Rennstrecken Europas. www.hornung-motorsport.de